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Chinesischer Wissenschaftler bestätigt menschliches Verschulden an der Erdrutsch-Tragödie in DrugchuIGFM München
Im Bezirk Drugchu ( chin. Zhouqu ), Provinz Gansu, beutete der Mensch die Berge, das Wasser und die Flüsse aus - die Natur rächte sich durch mächtige Schlammlawinen ( 1 ).Die ungezügelte Ausbeutung der Naturschätze hat ein gewaltiges Risikopotential für Naturkatastrophen mit sich gebracht: Am 8. August 2010 kam es zu den ...
Im Bezirk Drugchu ( chin. Zhouqu ), Provinz Gansu, beutete der Mensch die Berge, das Wasser und die Flüsse aus - die Natur rächte sich durch mächtige Schlammlawinen ( 1 ). Die ungezügelte Ausbeutung der Naturschätze hat ein gewaltiges Risikopotential für Naturkatastrophen mit sich gebracht: Am 8. August 2010 kam es zu den verheerenden Erdrutschen in der Gegend von Drugchu, die Tausende von Menschen töteten. Das schrieb ein führender chinesischer Wissenschaftler in einem Artikel in China Dialogue. Über 1.239 Menschen kamen ums Leben, und von 505 fehlt jegliche Spur. Jiang Gaoming, der Forschungsleiter an dem Institut für Botanik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, führt drei Hauptfaktoren an, welche zusammengenommen für die Katastrophe verantwortlich sind: rücksichtslose Abholzung, die Anlage von Staudämmen zur Wasserkraftnutzung und den Bau von Wohnhäusern direkt an den Flußufern. Die Gegend war für ihre Wälder, reichen Wasservorräte, fruchtbaren Böden und ihr angenehmes Klima bekannt. Aber nach dem Schlagen von 10 Milliarden Kubikmetern Holz sic! Es handelt sich offenbar um die ohnehin bereits sehr beachtliche Menge von mehreren Dutzend Millionen Kubikmeter Holz und der Anlage einer großen Anzahl von Stauwehren zur Nutzung der Wasserkraft blieben die Berge der Gegend kahl zurück, so daß sie die Niederschlagsmengen nicht mehr aufnehmen können, sagte er. Jiang belegte seine Befunde durch Statistiken über die Waldbestände in der Gegend. Der Bezirk Drugchu, der für seine reiche Vegetation bekannt ist, besteht zu 65% oder 1.940 qkm aus für Wälder tauglichen Geländes; 820 qkm oder 45% davon waren tatsächlich bewaldet, was über dem natürlichen Durchschnitt von 22% liegt. Unglücklicherweise wurden diese Wälder durch drei Jahrzehnte Abholzung erschreckend dezimiert. In den 70er Jahren wurden bereits jedes Jahr 80.000 Kubikmeter Holz geschlagen. Unkontrolliertes Baumfällen und Holzhandel resultierten schließlich darin, daß die Waldbestände des Bezirks jedes Jahr um 100.000 Kubikmeter verringert wurden, führte er weiter aus. Auf die verheerenden Schlammlawinen vom vergangenen August hin stellten Reporter fest, daß die Abhänge über dem Tal des Sanyan, eine der am schlimmsten betroffenen Zonen, gänzlich baumlos und nur spärlich mit Gebüsch bewachsen waren. Ohne die Vegetation konnte der starke Regen ungehindert das Erdreich und die Steine lockern, und dadurch Erdrutsche auslösen, welche Leib und Leben und Hab und Gut der Bewohner weiter unten bedrohten. Zweitens hat der massenhafte Stauwehrbau zusätzlich zu der Entwaldung die Gegend äußerst fragil gemacht. Es wurden, ohne der Ökologie weiter stromaufwärts auch nur einen einzigen Gedanken zu schenken, sage und schreibe eintausend größere und kleinere Stauwehre am Verlauf des Hauptflusses Bailong gebaut, wodurch die Wahrscheinlichkeit wuchs, daß Schlammlawinen entstehen. Der Bailong fließt zudem durch eine erdbebengefährdete Zone, und das Brechen von Steinen am Ufer des Flusses zum Bau der Dämme hat die Abhänge weiter destabilisiert, sagte Herr Jiang. Ferner beobachtete er, daß Anlagen zur Wasserkraftnutzung oft mit den Zielen des Umweltschutzes in Konflikt geraten So führte der Bau von Staudämmen immer wieder zur Zerstörung der Waldreserven, aber wenn die Forstwissenschaftler Einspruch erhoben, war das meistens wirkungslos. Von 2003 bis 2007 wurden in Drugchu Verträge für 53 Wasserkraftprojekte unterzeichnet, 41 davon sind inzwischen fertiggestellt worden oder befinden sich im Bau, und die restlichen 12 werden bald folgen. Insgesamt machen sie 80% der Entwicklungsprojekte des Bezirks aus. Schätzungen zufolge führt die Anlage von 41 Stauwehren zum Aushub von 38,3 Millionen Kubikmeter Sediment und zum Verlust von 749.000 Tonnen Erdreich. Nach Fertigstellung der Staudämme durchtränkt das Wasser die Abhänge und löst die Erde heraus, was eine Situation schafft, in der es jederzeit zu Erdrutschen kommen kann. Die Entnahme großer Sandmengen läßt ein von Steinbrocken übersätes Flußbett zurück. Sie können vom Hochwasser mitgerissen werden, was diese Wasserfluten noch viel gefährlicher macht, sagte er. Das dritte Hauptproblem ist der Mangel an urbaner Planung und der Bau von Wohnhäusern nahe am Flußufer. Obwohl die Schlammlawinen und Erdrutsche die Bewohner vor Ort für die drohende Gefahr sensibilisiert haben, läßt die urbane Planung immer noch zu wünschen übrig, und es wird weiterhin auf riskantem Gelände gebaut. Die enge Talsohle, in der Drugchu liegt, macht gerade mal 12 qm aus. Die Bevölkerung wuchs seit Jahrzehnten, und der einzige Ort, wo man noch bauen kann, ist am Flußufer. Bauträger sehen die Flüsse Sanyan und Luojia nun als ihre einzig noch vorhandene Option und kaufen dort Land zu Bauzwecken auf, fügte Jiang hinzu. Die Errungenschaften der Wirtschaftsentwicklung sind weit weniger wertvoll als grüne Berge und klare Flüsse. Und es ist gewöhnlich die lokale Bevölkerung, welche die volle Wucht der Umweltkatastrophen abbekommt. Das Leid in Drugchu ist ein umweltbedingtes Leid. Es ist an der Zeit, die menschliche Entwicklung so zu gestalten, daß vermieden wird, die Umwelt, das Leben und den Besitz der Menschen nur um des wirtschaftlichen Gewinns willen zu gefährden, schloß Herr Jiang. Jiang Gaoming verwendete für Drugchu natürlich den chinesischen Namen Zhouqu in seinem Artikel. ( 1 ) 10. August 2010,. Die Erdrutschkatastrophe in Zhouqu ( Drugchu ) - von Menschenhand gemacht? http://www.igfm-muenchen.de/tibet/Phayul/2010/Mudslide-manmade_10.8.html Bild: Die Schlammlawine hinterläßt eine Spur der Verwüstung
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Woeser: Wo wird das nächste Drugchu sein? - Wo schlägt der Drache das nächste Mal zu?IGFM München
Wo passiert die nächste Katastrophe? ( Belog von Woeser ) Am 8. August, kurz vor Morgendämmerung, kam es in Drugchu zu verheerenden Erdrutschen, gewaltige Schlammlawinen gingen über die Stadt nieder ( 1 ). Der Bezirk Drugchu liegt in der TAP Gannan ( tib. Kanlho ), Präfektur Gansu.Der Distrikt Drugchu ( chin. Zhouqu ) war einst von ...
Wo passiert die nächste Katastrophe? ( Belog von Woeser ) Am 8. August, kurz vor Morgendämmerung, kam es in Drugchu zu verheerenden Erdrutschen, gewaltige Schlammlawinen gingen über die Stadt nieder ( 1 ). Der Bezirk Drugchu liegt in der TAP Gannan ( tib. Kanlho ), Präfektur Gansu. Der Distrikt Drugchu ( chin. Zhouqu ) war einst ausschließlich von Tibetern bewohnt. Heute ist nur etwa ein Viertel seiner Bevölkerung tibetisch, und es werden ständig mehr und mehr Han-Chinesen. Ein Student aus Drugchu schrieb in einem Essay: Die Tibeter von Drugchu sind zumeist auf den Oberlauf des Drugkar ( chin. Bailong ) und des Gonba ( ein Nebenfluß des Drugkar ) verteilt. Abgesehen von zwei Dörfern am östlichen Berg, die rein han-chinesisch sind, und ein paar Ortschaften, die gleichermaßen von Han und Tibetern bewohnt sind, leben in den meisten Dörfern nur Tibeter - über 2/3 der Fläche des Bezirks sind in der Tat von Tibetern besiedelt. Vor Ort wird kolportiert, daß die Erdrutsche nicht nur das Resultat der heftigen Regenfälle waren, sondern daß sie ebenso der Zerstörung des Ökosystems durch menschliches Handeln zuzuschreiben sind. Dank des Internets gibt es in dieser Hinsicht einiges an Information, und dazu braucht man nicht einmal den großen Firewall zu überspringen, alle offiziellen Daten, Berichte und Studien liefern genügend Beweismaterial. Die Jahrbücher des Bezirks Drugchu bezeugen, daß dieser Ort schon immer für seine grünen Hügel und seine klaren Wasserläufe bekannt war, für die tosenden Wasser des Bailong Flusses, der sich elegant und anmutig wie eine Khatag durch den ganzen Bezirk zieht, gesäumt von dichten Wäldern und tiefe Täler durchschneidend. Doch diese malerische Landschaft wurde im Laufe der vergangenen 50 Jahre zerstört. 2005 berichteten offizielle Medien, daß von August 1952, als das Forstwirtschaftsamt Drugchu eingerichtet wurde, bis 1990 der gesamte Waldbestand des Bezirks um jährlich 100.000 m3 vermindert worden sei. Die Vegetation litt ebenso, und der dem Ökosystem zugefügte Schaden ist ungeheuerlich. In der Tat sind derartige Situationen nichts Ungewöhnliches auf dem großen, weiten, tibetischen Hochland. Um nur die reichen Naturressourcen der Wälder von Kardze ( chin. Ganzi ) zu nennen, die als Nummer eins aller Wälder in ganz China gelten und die abgesehen von einigen kleineren Abschnitten, die den Einheimischen zum Tempelbau dienten, immer sich selbst überlassen waren und unberührt blieben. Ab 1950 fand dann die Abholzung in riesigem Ausmaße statt, mancher Einschlag war organisiert, andere wiederum willkürlich. Das endete in einem rücksichtslosen, ungeheuerlichen Kahlschlag. Mancherorts ging er so weit, wie beispielsweise im Bezirk Drango ( chin. Luhuo ), wo die Wälder total verschwunden sind und nur noch die kahlen Abhänge dastehen, so daß sogar das Forstamt des Bezirks aufgelöst werden mußte. Die Konsequenzen dieser exzessiven Abholzung machten sich Ende der 90er Jahre bemerkbar, als es am Oberlauf des Yangtse-Flusses zu verheerenden Überschwemmungen kam. Daraufhin führte die chinesische Regierung eine Reihe von neuen politischen Maßnahmen gemäß der Maxime: Besser zu spät als nie ein. In den letzten Jahren jedoch haben sich die Regionalregierungen in Überseinstimmung mit dem Programm der Großen Entwicklung des Westens und dem Ruf nach rascher Wirtschaftsentwicklung folgend überall wieder an die Ausbeutung der Naturressourcen gemacht. Sie sagen, das sei notwendig, um das BIP zu vermehren, aber in Wirklichkeit dient diese Argumentation nur als Deckmäntelchen für Korruption und Gier der Behörden. Ein Bezirk wie Drugchu, der nur etwas über 130.000 Einwohner und etwas über 20 Dörfer aufweist, mußte erleben, wie er seit 2003 mit 47 Projekten zur Wasserkraftnutzung überzogen wurde. 15 Wasserkraftwerke sind bereits im Betrieb, und 14 weitere werden gebaut. Man kann sich nur schwer vorstellen, wo in den reißenden Wassern des Flusses diese vielen Wasserkraftwerke überhaupt entstehen sollen. Ein anderer Netzbürger, der selbst in Drugchu war, wies auf den Schaden hin, der durch den Bergbau in der Gegend verursacht wurde: Als Folge des jahrelangen Goldabbaus weisen die entwaldeten Berghänge nur noch eine dünne Schicht grauschwarzer Erde auf, in den Flüssen und Bächen wimmelt es von Gerätschafen zur Goldschürfung und der Fluß führt eine grauschwarze Lehmbrühe. Nach Aussage der chinesischen Regierung waren die Erdrutsche jedoch eine Naturkatastrophe. Dieser Grund wird immer genannt, wenn es irgendwo zu Katastrophen kommt. Daß das Unglück von Menschenhand verursacht wurde, wird niemals zugegeben oder anerkannt. Doch gibt es ein paar Experten, die zu dem Schluß kamen, daß die entsetzlichen Erdrutsche in der Tat durch die exzessive Entwaldung, sowie durch die Anlage von Wassernutzungssystemen in großem Maßstab ausgelöst wurden, was die Wahrscheinlichkeit für noch mehr ernste ökologische Katastrophen erhöht. Außerdem trugen Fehler bei der urbanen Planung der Bezirkshauptstadt zu dem Desaster bei. Yin Yueping, ein berühmter Experte für die Verhütung ökologischer Katastrophen, sagte bereits angesichts der schweren Erdrutsche und Schlammlawinen, die sich vor zwei Jahren in Dartsedo ( chin. Kangding ) ereigneten: Als ich im Bezirk Kardze war, fragte ich den Bezirkschef, warum er all diese Kraftwerke bauen lasse, wo sie doch so viele Probleme mit sich brächten und außerdem die Gefahr von Erdrutschen in der Bezirksstadt erhöhten; da antwortete er, daß seine jährlichen Steuereinnahmen dank des Baus so vieler Wasserkraftwerke auf 400 Millionen RMB gestiegen seien. Der Geologe Yang Liankang erklärt geradeheraus: Der Bedarf des Staates an Wasserkraft kann doch nicht so dringend sein, daß man dafür auf Menschenleben verzichtet. Ich war nie selbst in Drugchu, aber ich sah umliegende Gegenden, die landschaftlich und den klimatischen Gegebenheiten nach Drugchu sehr ähnlich sind, ich wohnte auch viele Jahre in Kham, so daß mir nun natürlich der Gedanke kommt: Diesmal donnerten diese alles verschlingenden Erd- und Schlammassen wie ein riesiger Drache über Drugchu hinab, aber wo wird er das nächste Mal zuschlagen? Ein Artikel über Twitter setzte mir sehr zu: In den Jahrzehnten vor 1980 wurden fast die gesamten indigenen Wälder der Gegend von Muli ( 2 ) zerstört, in den folgenden Jahren wüteten die Goldgräber wie die Ratten, und im jetzigen Jahrhundert ist es der frenetische Bau der Wasserkraftwerke. Das ehemals ruhige, liebliche und friedvolle Shambala ist zu einem lauten, vulgären und unfreundlichen Ort geworden. Die Katastrophe von Drugchu ist die Ouvertüre für Muli. Die Namen vieler vertrauter tibetischer Landstriche ziehen einer um den anderen vor meinen Augen vorüber, und ich erschaudere! Peking, 10. August 2010 ( 1 ) Die Erdrutschkatastrophe in Zhouqu ( Drugchu ) - von Menschenhand gemacht? ( Woesers Blog ), http://www.igfm-muenchen.de/tibet/Phayul/2010/Mudslide-manmade_10.8.html Wie von der chinesischen Global Times berichtet, stieg die Zahl der Todesopfer bis zum 1. September auf 1.471, während noch 294 Personen vermißt werden. ( 2 ) Autonomer Kreis Muli der Tibeter in der Autonomen Präfektur der Yi, im äußersten Südosten von Kham Quelle: HighPeaksPureEarth, www.HighPeaksPureEarth.com
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Polizei schießt auf Tibeter, die gegen Goldabbau protestieren - vermutlich vier TodesopferIGFM München
Mindestens vier Tibeter könnten bei einem Zusammenstoß mit der Polizei wegen der geplanten Vergrößerung eines Bergwerks im Bezirk Palyul ( chin. Baiyu ) in der TAP Kardze ( Ganzi ), Provinz Sichuan, getötet worden sein.Wie aus tibetischen Quellen verlautet, ging die Polizei mit tödlicher Gewalt gegen eine Gruppe von vor, ...
Mindestens vier Tibeter könnten bei einem Zusammenstoß mit der Polizei wegen der geplanten Vergrößerung eines Bergwerks im Bezirk Palyul ( chin. Baiyu ) in der TAP Kardze ( Ganzi ), Provinz Sichuan, getötet worden sein. Wie aus tibetischen Quellen verlautet, ging die Polizei mit tödlicher Gewalt gegen eine Gruppe von Tibetern vor, die sich gegen eine Ausweitung des Golderzbergbaus wandten, weil dieser ihrer Umwelt enormen Schaden zufüge. Mindestens vier Personen seien ums Leben gekommen, als die Polizeioffiziere mit scharfer Munition auf eine vor den Gebäuden der Bezirksregierung versammelte Menschenmenge schossen. Bei dieser Schießerei am 17. August wurden bis zu 30 Tibeter verwundet, einige davon so schwer, daß sie nun in der Provinzhauptstadt Chengdu ärztlich behandelt werden. Die Zahl der Toten konnte aus unabhängiger Quelle noch nicht bestätigt werden. Ein in Nepal lebender Tibeter, Drakpa Yeshe, sagte am 25. August, er habe mit seinen Verwandten in der betreffenden Gegend gesprochen. "Die Schwerverletzten wurden in ein Krankenhaus nach Chengdu gebracht. Zwei von ihnen sollen in kritischem Zustand sein". Der in Indien lebende Mönch Drime Gyaltsen sagte, er habe aus Quellen in Palyul erfahren, daß zusätzliche Sicherheitskräfte in die Gegend entsandt worden seien, um potentielle Unruhen im Keim zu ersticken: "Truppenverstärkungen trafen in den benachbarten Bezirken Kardze und Dege ein. Im Augenblick sind alle nach Palyul führenden Straßen blockiert, und die Bewohner dürfen sich nicht frei bewegen". Auf einen Anruf bei der Polizeistation von Palyul hin antwortete der diensthabende Beamte, er sei erst kürzlich eingestellt worden und daher nicht genau im Bilde über das Geschehen. "Dieser Vorfall ist noch nicht ganz geklärt. Ich kenne keine Einzelheiten. Rufen Sie morgen an, dann sind meine Vorgesetzten im Büro". Drime Gyaltsen fuhr fort, am oder um den 13. August herum seien einige Tibeter, angeführt von Tashi Sangpo, aus dem zur Gemeinde Tromtar gehörenden Dorf Sharchu Gyashoe zu der Bezirksverwaltung gegangen, um ihre Bedenken über eine Ausweitung der Bergbauaktivitäten in der Gegend vorzubringen. Sie klagten, daß der von der chinesischen Gesellschaft Kartin betriebene Golderzabbau ihrem Ackerland und den Weidegebieten bereits schweren Schaden zugefügt habe. Die Äcker hätten ihre Fruchtbarkeit verloren und außerdem sei die Gegend von zu vielen Menschen überschwemmt worden. "Die Beamten in der Bezirksverwaltung wollten ihre Beschwerden jedoch nicht hören und ließen die Tibeter statt dessen festnehmen", fuhr Drime Gyaltsen fort. "Die tibetischen Dorfbewohner sahen in dieser Handlung eine beabsichtigte Schikane, und etwa 40 weitere Tibeter eilten in die Bezirkshauptstadt, um die Freilassung der Festgenommen sowie eine Entschädigung für den Verlust ihres Ackerlandes zu fordern". Die Tibeter harrten drei Tage vor dem Gebäuden der Bezirksregierung aus, bis die Polizei in den frühen Morgenstunden des vierten Tages ein Gas gegen sie einsetzte, das sie handlungsunfähig machen sollte, um sie dann in bereitstehenden Fahrzeugen wegzuschaffen, berichtete Gyaltsen weiter. "Als einige durch das Gas betäubte Protestierende in die Fahrzeuge gezwängt wurden, fingen die anderen, die unbeeinträchtigt geblieben waren, an zu schreien und zu protestieren. In diesem Augenblick schossen die Polizisten auf sie." "Als erstes richteten sie ihre Feuerwaffen gegen Tashi Sangpo, Er wurde ins Bein getroffen, und einige Verwandte stürzten zu seiner Hilfe herbei. In dem Tumult der Schießerei wurde ein Tibeter auf der Stelle getötet und etwa 30 verletzt. Fünf davon seien schwer verletzt worden". "Bei dem Handgemenge erlitten auch zwei Polizisten Verletzungen, einer wurde am Auge verwundet und der andere erlitt Verletzungen an Armen und Beinen". Die tibetische Website Phayul.com berichtete, drei Tibeter seien bei dem Vorfall ums Leben gekommen, darunter Tashi Sangpos Verwandte Soeso und Papho. Ein Beamter in der Bezirksverwaltung von Palyul sagte am Telefon, die Verhandlungen mit den tibetischen Bittstellern seien noch im Gange. "Bezüglich dieses Vorfalls wurden einige Kompromisse geschlossen und Verhandlungen werden geführt", sagte er. "Wir sind uns bewußt, daß die Bergwerksoperationen sich negativ auf die Umwelt auswirken. Die chinesische Regierung wird daher die Aktivitäten zum Goldabbau untersuchen lassen." Seit fast 20 Jahren betreibt die Bergbaugesellschaft Kartin aus Shanghai Goldminen in der Gegend, doch im August 2006 steigerte sie deren Kapazität und begann mit dem Goldabbau im großen Maßstabe. Im Verlauf der letzten vier Jahre hat die Firma immer mehr schweres Gerät und Maschinen herangeschafft, um ihre Operationen auszuweiten. Die meisten Angestellten der Firma sind aus Shanghai. Zusätzlich zu den Bedenken wegen der Verschmutzung der Umwelt machen sich die dortlebenden Tibeter auch Sorgen, daß eine Ausweitung des Bergbaus zu Naturkatastrophen führen könnte. Die Bezirke Drugchu ( chin. Zhouqu ) in der Provinz Gansu und Gyegudo ( chin. Yushu ) in der Provinz Qinghai wurden erst kürzlich von entsetzlichen Katastrophen wie Schlammlawinen und einem verheerenden Erdbeben heimgesucht. Viele Tibeter in der Gegend glauben, daß diese teilweise von dem Bergbau und der Ausschachtung des Erdreichs verursacht wurden. Tibet, das auf Chinesisch Xizang, die "Westliche Schatztruhe", genannt wird, verfügt mit über die größten Goldvorkommen in ganz China. Die Bergbauoperationen in den tibetischen Gebieten Chinas haben schon öfters zu Konfrontationen mit den einheimischen Tibetern geführt, die den chinesischen Firmen vorwerfen, daß sie bei dem ausbeuterischen Abbau der örtlichen Bodenschätze ihre Stätten spiritueller Bedeutung schänden und die Umwelt schwer verschmutzen. Quelle: Radio Free Asia, www.rfa.org
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Die Erdrutsch- und Flutkatastrophe in Zhouqu (Drugchu) - von Menschenhand gemacht?IGFM München
Am 8. August kam es zu verheerenden Erdrutschen und Überschwemmungen im Bezirk Drugchu ( chin. Zhouqu ) in der Provinz Gansu. Laut BBC vom 11. August stieg die Zahl der Opfer inzwischen auf 1.117, während noch 627 Menschen vermißt werden ( 1 ).Da die von den offiziellen Medien gelieferten Informationen ziemlich dürftig sind ( 2 ), ...
Am 8. August kam es zu verheerenden Erdrutschen und Überschwemmungen im Bezirk Drugchu ( chin. Zhouqu ) in der Provinz Gansu. Laut BBC vom 11. August stieg die Zahl der Opfer inzwischen auf 1.117, während noch 627 Menschen vermißt werden ( 1 ). Da die von den offiziellen Medien gelieferten Informationen ziemlich dürftig sind ( 2 ), führte die tibetische Schriftstellerin Woeser auf die Nachricht von der Katastrophe hin sogleich eine Untersuchung über Twitter durch. Die "Twitterer", die da und dorthin telefonierten und ältere Medienberichte und Daten ausgruben, fanden heraus, daß der Erdrutsch erstens dem Bau zahlreicher Wasserkraftwerke, zweitens den frenetischen Bergwerksaktivitäten und drittens dem Kahlschlag in der Region zuzuschreiben ist. Mit einem Wort, es handelt sich um eine von Menschenhand produzierte Katastrophe. Abgesehen von den starken Regenfällen der letzten Zeit wurden die Erdrutsche hauptsächlich von dem Bau einer ganzen Reihe von Wasserkraftwerken verursacht. Der Bezirk Drugchu ( Zhouqu ) in der TAP Kanlho ( Gannan ) in der Präfektur Gansu zählt 20 Ortschaften mit einer Bevölkerung von insgesamt 130.000 Menschen. In den letzten Jahren gab es 47 Projekte für Wasserkraftanlagen in diesem Gebiet, von denen bisher 15 Kraftwerke gebaut wurden, darunter auch die Anlage Bacang und das Kraftwerk Lijie. 14 weitere befinden sich im Bau, darunter Fujiaai und Lianhekou. Ortsansässige Tibeter sagen, der Erdrutsch habe mit den zahlreichen Infrastruktur-Projekten zu tun, welche das Ökosystem der Region nachhaltig schädigten. Sie drängen auf mehr Aufmerksamkeit in dieser Hinsicht. In einem Report der Provinzregierung von Gansu von 2009 steht Genaueres: Von 2003 bis 2007 wurden 53 Verträge zum Bau von Wasserkraftwerken abgeschlossen, von denen 41 bereits vollendet oder im Bau sind. 12 weitere sollen demnächst gestartet werden. Zusammen werden diese Kraftwerke 80% des Strombedarfs des Bezirks decken. Die gesamte Baufläche der 41 Projekte beläuft sich auf 323 Hektar. Das Volumen des Abraums erreichte 3,83 Mio. Kubikmeter, die Wasser- und Bodenerosion belief sich auf 749 Tausend Tonnen. Abgesehen von den Infrastrukturprojekten wurde das Land durch den Mineralabbau ausgebeutet. Eine Twitter-Zuschrift lautet: "Seit vielen Jahren werden in Zhouqu Bodenschätze gefördert. Alle Bäume auf den Abhängen der Berge wurden abgeholzt, und man konnte den dunklen Lehmboden in der Luft herumwirbeln sehen. Der Fluß wurde durch die Goldschürfungen verschmutzt und ist jetzt ganz trübe geworden. Die Gegend ist auf lange Zeit ruiniert. Die Stadt liegt unten im Tal. Über ihr ragen steile Felsen auf und sie ist von gefährlichen Abhängen umrahmt. Einige Gebäude stehen auch auf den Abhängen. Vor Jahren besuchte ich die Gegend: Sie ist ungeeignet für menschliche Ansiedelungen. In der Tat erlitt die Stadt auch bei dem Erdbeben vom 12. Mai 2008 Schäden". Ein weiterer "Twitterer" stellte eine Google-Landkarte ein, welche die räumliche Beschaffenheit der Stadt Zhouqu zeigt, und wies darauf hin, daß die Katastrophe u.a. der mangelnden Geländeüberwachung zugeschrieben werden kann: "Ist das, was in Zhouqu geschah, eine Naturkatastrophe oder ein von Menschen erzeugtes Unglück? Schauen Sie sich einmal die Karte an. Dem gesunden Menschenverstand nach würde ein Erdrutsch den See durch eine Barriere oder einen Damm blockieren. Das Wasser braucht jedoch einige Zeit, um den Damm bersten zu lassen. Wo waren die Medien in dieser Zeit? Wo waren all die Telefonverbindungen und die drahtlose Kommunikation? Wo waren all die Bloggers? Weil der Informationsfluß blockiert wurde, kam es zu so einem entsetzlichen Unglück." Warnungen seitens der Experten und in den Medienberichten: Tatsächlich stießen wir auf viele von Experten und Medienvertretern im Internet veröffentlichte Warnungen. Die "Human Flesh Search ( 3 ) über Twitter ergab, daß in mehreren Berichten und Forschungsarbeiten eindringlich vor dem Problem der Bodenerosion im Tal des Bailong Flusses im Bezirk Zhouqu gewarnt wurde. In einem dieser Artikel über Wasserressourcen steht: "Das Problem des Wasserverlustes und der Bodenerosion im Bezirk Zhouqu ist sehr ernst. Die natürliche Umwelt und Ökologie um den Bailong Fluß herum sind in einem verheerenden Zustand, und eine solche Lage ruft Überschwemmungen, Erdrutsche, Schlammlawinen und alle Arten von Naturkatastrophen hervor. Sie bedroht die Sicherheit der Bewohner." In einem Forschungsbericht über das Problem der Erdrutsche am Bailong Fluß, der 2006 von der Universität von Lanzhou erarbeitet wurde, heißt es: "Die Berge sind sehr unstabil geworden und prädestiniert für Naturkatastrophen wie Erdrutsche und Murenabgänge; diese Lage ist das Resultat der Abholzung, der exzessiven Bergbauaktivitäten, der Konstruktion von Wasserkraftwerken und anderen Entwicklungsprojekten". Ein Pressebericht von 2008 erwähnte, daß der Bezirk Zhouqu mit seinen Flüssen und Wäldern einst einer paradiesischen Landschaft glich: "Von den 50er bis zu den 80er Jahren war Zhouqu wie ein Jiangnan liebliche Gegend in Südchina in Gansu, umgeben von herrlichen Wäldern. Als Resultat der ausbeuterischen totalen Abholzung sind die Berghänge der Erosion ausgesetzt worden, und in der Regenzeit gerät das Erdreich häufig ins Rutschen, es gehen Muren und Schlammlawinen ab". Ein weiterer "Twitterer" fand eine andere Pressemeldung von 2008, die von der Erdrutschgefahr in Zhouqu handelt. "Es gab über 60 Erdrutsche in Zhouqu, 13 davon waren so gefährlich, daß sie die Sicherheit der dortigen Einwohner bedrohten. Das Erdrutschproblem sollte bei den Wiederaufbauarbeiten nach dem Erdbeben mit einbezogen werden." Die Geschichte der Abholzung geht bis auf 1958 zurück: "Die natürlichen Ressourcen von Zhouqu wurden seit 1958 ausgebeutet, der Zeit des Großen Sprungs Vorwärts. Öffentlichen Daten des Forstdepartments von Zhouqu zufolge wurde von 1952-1980 eine Fläche von 1,89 Mio. mu ( 4 ) abgeholzt. Der ursprüngliche Wald wurde zu einem künstlichen sekundären Wald degradiert. Zusätzlich hat die illegale Abholzung zu einem jährlichen Verlust von 100.000 Quadratmetern Waldgebiet geführt, mit dem Ergebnis, daß die Ökologie der stützenden Abhänge komplett ruiniert ist. ( 1 ): Radio Free Asia zitiert am 10. August einen tibetischen Bewohner von Drugchu": "Ich hörte von meinen Freunden, daß mindestens 2000 Häuser verschüttet wurden. Meiner Schätzung nach müßten mindestens 4000 Menschen darunter begraben liegen." Ein weiterer tibetischer Bewohner meinte, daß ein Drittel der Toten Tibeter seien und zwei Drittel Chinesen. ( 2 ) Melissa Chan, die China-Reporterin von Al Jazeera, meldete, daß ausländischen Journalisten der Zugang zu der Katastrophenregion verwehrt wird, während chinesische Journalisten willkommen sind. ( 3 ) Dabei geht es um das Aufspüren von Identitäten, Leuten einen Namen geben zu können, deren Bild oder Video man in welchem Zusammenhang auch immer im Internet gesehen hat. ( 4 ) Altes tibetisches Flächenmaß: 1 mu entspricht 67 Quadratmetern. Quelle: Global Voices, http://www.flexform.de/tkpvtbha ( Kurzlink )
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Der Kashag bezeugt den Opfern der Flut- und Erdrutschkatastrophe in Osttibet sein BeileidIGFM München
Der Kashag Kabinett der Tibetischen Zentralverwaltung in Dharamsala ist zutiefst erschüttert über die durch die Erdrutsche in Drugchu ausgelösten Verwüstungen. Der Bezirk Drugchu gehört zur traditionellen nordöstlichen Region Amdo heute Bezirk Zhouqu, TAP Kanlho ( chin. Gannan ), Präfektur Gansu. Das Tal ist nicht von ...
Der Kashag Kabinett der Tibetischen Zentralverwaltung in Dharamsala ist zutiefst erschüttert über die durch die Erdrutsche in Drugchu ausgelösten Verwüstungen. Der Bezirk Drugchu gehört zur traditionellen nordöstlichen Region Amdo heute Bezirk Zhouqu, TAP Kanlho ( chin. Gannan ), Präfektur Gansu. Das Tal ist nicht weit von dem berühmten Kloster Labrang Tashikhyil entfernt. Der Kashag drückt den Überlebenden sein tiefstes Beileid aus und betet darum, daß sie sich bald psychisch und physisch erholen mögen und ihre Häuser wieder aufgebaut werden. Er organisiert am 10. August eine besondere Gebetszeremonie, bei der für die Verstorbenen und die rasche Genesung der Verletzten gebetet wird. Offiziellen Berichten zufolge wurden etwa 300 Häuser verschüttet, nachdem heftige Regenfälle am Sonntag morgen verheerende Erdrutsche und Sturzfluten in Drugchu auslösten. Die Erdrutsche blockierten einen Fluß, der daraufhin über die Ufer trat. Wasser, Felsen, Geröll und Schlamm schossen die Berghänge hinunter und begruben zahlreiche Häuser unter sich. In dieser Gegend wohnen etwa 40.000 Tibeter. In den Medien wurde berichtet, daß etwa 45.000 der betroffenen Einwohner von den staatlichen Rettungskräften evakuiert wurden. Xinhua meldete heute, daß bei den Erdrutschen am Sonntag 337 Menschen ums Leben kamen und noch 1.480 vermißt werden. ( 1 ) Dort ansässige Tibeter sagen, die Katastrophe sei den frenetischen Bergbauaktivitäten und der Abholzung sowie der Aufstauung des Drugchu Flusses zuzuschreiben. Ausgelöst wurde sie durch sintflutartige Regenfälle, wie man sie in der Gegend noch nie erlebt hat. ( 2 ) ( 1 ) Videos der Katastrophe bei BBC: "China landslide death toll jumps", http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-pacific-10918315 ( 2 ) Tsering Woeser hat ein Blog zu der Katastrophe eingestellt: http://woeser.middle-way.net/, zusammengefaßt auf Englisch unter: http://globalvoicesonline.org/2010/08/09/china-zhouqu-landslide-a-man-made-disaster/ Quelle: Department of Information & International Relations ( DIIR ), www.tibet.net
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