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Tibetischer Mönch und Schriftsteller aus Kham in Lhasa verhaftetIGFM
Nach Auskunft des Abgeordneten des tibetischen Exilparlaments Geshe Monlam Tharchin nahm die chinesische Polizei am 29. Dezember 2010 einen tibetischen Schriftsteller in Lhasa fest.Der aus Chakra Palbar, unweit von Chamdo, in der ehemaligen Provinz Kham gebürtige Tenpa Lodoe, der unter dem Pseudonym Khang ga Khyampo schrieb, wurde von den des in ...
Nach Auskunft des Abgeordneten des tibetischen Exilparlaments Geshe Monlam Tharchin nahm die chinesische Polizei am 29. Dezember 2010 einen tibetischen Schriftsteller in Lhasa fest. Der aus Chakra Palbar, unweit von Chamdo, in der ehemaligen Provinz Kham gebürtige Tenpa Lodoe, der unter dem Pseudonym Khang ga Khyampo schrieb, wurde von den Mitarbeitern des Public Security Bureau in Lhasa zusammen mit einem Freund festgenommen. Den Freund ließen sie jedoch noch am selben Tag wieder frei. Lodoe erwarb sein Wissen in buddhistischer Philosophie im Kloster Palyul Ngagyur Densa Chenmo, dem Hauptkloster der Nyingmapa-Schulrichtung. Er gab ein Journal namens Vorwärtsschreiten ( Duenkyoed ) heraus und war ein angesehenes Mitglied der Kulturgesellschaft des Bezirks Palbar ( Lobkul tsokpa ). Zusammen mit anderen Mönchen gründete er eine Gruppe namens Der Zustand des Schneebergs ( Khangrii nesbab tsokpa ). Tenpa Lodoe tat sich mit dem ehrwürdigen Goyon, dem Herausgeber der Zeitschrift Seele der antiken Könige ( Purgyal kyi namshey ) zusammen und organisierte mehrere Konferenzen und Diskussionsforen an verschiedenen Orten Tibets. Am 24. Januar 2010 fand eine Schriftstellerkonferenz unter dem Motto Auf der Suche nach intellektuellen Eigentumsrechten ( Tsomrig gyi dakwang tsolwa ) in Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan, statt. Sein Freund Goyon, ein bekannter tibetischer Autor, wurde am 5. Juni 2010 festgenommen und einem harschen Verhör unterzogen. Die Peiniger wollten genaue Informationen über seine derzeitige Arbeit und eventuelle politische Inhalte aus ihm herauspressen. Sie schlugen ihn fortwährend und setzten ihm ihre geladenen Pistolen auf die Stirn. Als er schließlich aus der Haft entlassen wurde, war er in einem üblen Zustand ( 1 ). Zuletzt veranstaltete Lodoe am 20. Dezember 2010 im Tashi Delek Hotel in Palyul ein Diskussionsforum Über die Lage Tibets ( Khangrii nesbab lengwa ). Lodoe ist auch Autor zweier Bücher Meine Reise ins Ausland ( Nga miyul dodhue ) und Blick unter dem Mönchsgewand hervor ( Szen og ghi chimig ). Vor kurzem informierte er einen Freund per Telefon, daß die chinesischen Behörden seine Aktivitäten genau überwachten. Gegenwärtig wird er in einem Gefängnis in Lhasa festgehalten, weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt. Die Behörden in seiner Heimatstadt beschlagnahmten seinen Laptop, seine buddhistischen Schriften und Druckstöcke. Lodoe hatte nämlich vor kurzem eine kleine Druckerei in seiner Heimat gestartet, fügte Geshe Tharchin hinzu. Seine Angehörigen und Freunde machten sich große Sorgen wegen seiner Verhaftung, denn sie wissen nicht, wo er genau festgehalten wird. ( 1 ) 6. Juni 2010, Zwei tibetische Schriftsteller von chinesischer Polizei grausam mißhandelt, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ctc/2010/GoyonThuptenGedun_9.6.html Quelle: Phayul, www.phayul.com
Adelheid Dnges IGFM Packenreiterstr. 18 81247 Mnchen Telefon: 089/8113574 Fax: - Internet: http://www.igfm-muenchen.de EMail: tibet@igfm-muenchen.de
Tibeter aus Lhasa wegen Demonstrationen von 2008 zum Tode mit Aufschub verurteiltigfm München
Ein chinesisches Gericht in der tibetischen Hauptstadt Lhasa verurteilte einen Tibeter zum Tode mit zweijährigem Vollstreckungsaufschub wegen seiner angeblichen Rolle bei den friedlichen Protestaktionen 2008.Einem der Tibetischen Exilregierung zugegangenen Bericht zufolge wurde der aus dem Bezirk Derge Palyul in Kham gebürtige Sonam Tsering ...
Ein chinesisches Gericht in der tibetischen Hauptstadt Lhasa verurteilte einen Tibeter zum Tode mit zweijährigem Vollstreckungsaufschub wegen seiner angeblichen Rolle bei den friedlichen Protestaktionen 2008. Einem der Tibetischen Exilregierung zugegangenen Bericht zufolge wurde der aus dem Bezirk Derge Palyul in Kham gebürtige Sonam Tsering etwa im Mai dieses Jahres zum Tode mit Aussetzung der Vollstreckung verurteilt. Das Gericht verurteilte ihn als Strafe für die führende Rolle, die er angeblich am 14. März 2008 bei einer Demonstration in Lhasa innehatte. Später setzte das Public Security Bureau ein Kopfgeld aus für Hinweise über den Aufenthaltsort von Sonam Tsering ( 1 ). Doch Sonam konnte sich mit Hilfe einiger patriotisch gesinnter Landsleute noch einige Zeit in der Nähe von Lhasa versteckt halten, bis er schließlich im Oktober 2009 festgenommen wurde. Es ist nicht bekannt, wo er sich befindet, ebensowenig, ob er überhaupt noch am Leben ist. Dasselbe Gericht verurteilte sieben weitere Tibeter zu verschieden langen Haftstrafen, weil sie angeblich Sonam Tsering nach den Protestaktionen von 2008 Unterschlupf gewährt hatten. Ihre Namen und Strafen sind: Tsewang Gyurmey 5 Jahre, Tashi Choedon aus Palyul 7 Jahre, Dolyang aus Markham 4 Jahre, Yang oder Kelyang aus Kongpo 7 Jahre, Yeshi Tsomo, eine Nonne aus Lhasa, 5 Jahre, Tayang aus Lhasa 5 Jahre und Pasang Tsering aus Lhasa 1 Jahr. Im März 2008 erhoben sich die Tibeter in ganz Tibet und demonstrieren gegen die Mißwirtschaft der VR China in Tibet. Bei diesen friedlichen Protestaktionen erschallte immer wieder der Ruf nach der Rückkehr des Dalai Lama und die Forderung nach den grundlegenden Menschenrechten für die Tibeter. Bei der brutalen Niederschlagung der Proteste kamen schätzungsweise 227 Tibeter ums Leben, während 6810 verhaftet wurden. 510 wurden bereits verurteilt. Als die Sicherheitskräfte der VR China willkürlich auf die Demonstranten schossen, kamen viele Tibeter ums Leben, bei der Verhaftung und in der Untersuchungshaft wurden sie schrecklich geschlagen und gefoltert. Der darauf folgenden grausamen Repressionswelle fielen etliche Tibeter zum Opfer oder nahmen sich das Leben, heißt es in einem umfassenden Bericht über den Volksaufstand von 2008 in Tibet, der kürzlich von dem Departement für Information und Internationale Beziehungen der Central Tibetan Administration ( CTA ) veröffentlicht wurde. Insgesamt wurden sieben Tibeter zum Tode verurteilt. An zwei von ihnen wurde das Todesurteil unmittelbar vollstreckt, während bei den fünf anderen die Vollstreckung zwei Jahre lang aufgeschoben wurde. Lobsang Gyaltsen und Loyak, beide 25, wurden am 20. Oktober 2009 hingerichtet ( 2 ); die fünf, deren Todesurteil einen Vollstreckungsaufschub hat, sind Tenzin Phuntsok, 27, Kangtsuk, 22, Penkyi 21, Pema Yeshi 28, und der 23jährige Sonam Tsering. Der Prozeß hatte nicht das Geringste mit einem fairen Verfahren zu tun, und den Angeklagten wurden keine unabhängigen Anwälte gestattet. 25. März 2008, Zahl der Todesopfer auf 79 angestiegen, über 1200 Festnahmen und mehr als 100 Verschwundene in Tibet, http://www.flexform.de/tmrlucdc 26. Oktober 2009, Offizielle Bestätigung der Hinrichtung von zwei Tibetern in Lhasa, http://www.flexform.de/tuyqkcdd Quelle: Department of Information & International Relations ( DIIR ), www.tibet.net
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Mindestens 10 Tibeter in Nagchu wegen Protesten gegen Bergbau festgenommenIGFM München
Die Behörden sind entschlossen, die Arbeiten an einem umstrittenen Projekt fortzusetzen.Die chinesischen Behörden in der Autonomen Region Tibet ( TAR ) unterdrückten Protestaktionen gegen den Abbau von Bodenschätzen an einem heiligen Berg, sperrten die Protestierenden ein und warnten die dortige Bevölkerung vor weiteren Seit ( ...
Die Behörden sind entschlossen, die Arbeiten an einem umstrittenen Projekt fortzusetzen. Die chinesischen Behörden in der Autonomen Region Tibet ( TAR ) unterdrückten Protestaktionen gegen den Abbau von Bodenschätzen an einem heiligen Berg, sperrten die Protestierenden ein und warnten die dortige Bevölkerung vor weiteren Demonstrationen. Seit September haben Tibeter im Bezirk Driru ( chin. Biru ) der Präfektur Nagchu in der TAR versucht, chinesische Arbeiter daran zu hindern, am Salween ( Gyalmo Ngulchu ), der in der Nähe eines heiligen Berges vorbeifließt, einen Staudamm zu bauen. Sie glauben, daß die Chinesen dort nicht nur einen Staudamm bauen, sondern auch nach Bodenschätzen graben wollen. Der heilige Berg, der Lhachen Naglha Dzambha heißt, ist für die Tibeter seit alters her als Stätte der Anbetung von Bedeutung. Ein tibetischer Mönch in Indien sagte unter Berufung auf Quellen in Tibet: Es wird gemunkelt, daß die chinesischen Geologen in dem Berg Spuren reicher Goldvorkommen entdeckt haben. Die meisten Tibeter, die bei den Protestaktionen im September gegen den Abbau von Bodenschätzen führende Rollen spielten, sind jetzt inhaftiert worden, verlautet aus einer Quelle aus Tibet, die anonym bleiben möchte. Drei andere Tibeter, die nicht direkt an dem Protest beteiligt waren, reichten bei den Lokalbehörden in Nagchu eine Petition ein. Alle drei, die die Quelle als Buphel, Tsegon und Samten nannte, wurden sofort in Gewahrsam genommen, heißt es weiter. Die drei Männer seien am 28. September festgenommen und zwei Tage lang inhaftiert gewesen. Später habe man sie auf Zahlung eines Lösegeldes von 50.000 Yuan ( US$ 7.500 ) wieder laufen lassen, aber Tsegon und Samten seien am 30. September erneut festgenommen worden. Wegen der Proteste seien die Arbeiten an dem Projekt vorerst eingestellt worden. Beamte der lokalen Behörden gingen in die einzelnen Dörfer der Gegend und zwangen die Bewohner, sich durch einen Daumenabdruck auf ein Schriftstück zu verpflichten, daß sie nicht weiter protestieren würden. Es wurde ihnen erklärt, daß der Staudamm ein größeres staatliches Entwicklungsprojekt sei und man drohte ihnen mit Festnahme, Gefängnis oder gar dem Tod, falls sie ihren Widerstand nicht aufgeben würden, sagte der Mann weiter. Der tibetische Mönch aus Indien nannte zwei der Anführer des ursprünglichen Protests mit Dorje Draktsel und Palden Choedrak. Indessen sagte Ngawang Tharchin, ein Reporter aus Dharamsala, er habe erfahren, daß etwa zehn tibetische Anführer auf die Protestaktionen hin festgenommen worden seien. Weitere Details weiß ich nicht, die Leute dort haben zu große Angst, mehr zu sagen. Am 4. oder 5. Oktober wandten sich Bewohner und Beamte der Ortschaften Dathang und Tsachu an die Behörden und ersuchten diese, die Bauaktivitäten an dem heiligen Berg einzustellen. Statt ihrer Bitte stattzugeben, wurden zwanzig Personen festgehalten, und etliche geschlagen. Als sich dann die Frauen der zwei Ortschaften um die Freilassung ihrer Männer bemühten, versprachen die Behörden, sie alle bis auf einen wieder laufen zu lassen. Den Behörden zufolge sollen die Arbeiten an dem Projekt nächstes Jahr beginnen. Ein Polizeioffizier des Bezirks Driru, den RFA telefonisch kontaktierte, meinte: Ich weiß nicht viel über diese Vorfälle, und verwies an eine andere Telefonnummer, von der aber keine Antwort erfolgte. Ein Reporter eines staatlichen tibetischen Volkssenders in Lhasa sagte, er wisse nichts über die Vorfälle, und außerdem sind wir gar nicht berechtigt, über solche Ereignisse zu berichten, sie müssen geheim bleiben, wir dürfen über nichts berichten, was die harmonische Gesellschaft in Frage stellen könnte. Der Bergwerksbetrieb in tibetischen Gebieten führte schon mehrfach zu Konfrontationen mit den ansässigen Tibetern, die den chinesischen Firmen vorwerfen, daß sie bei der Ausbeutung der Naturschätze Tibets ihre Stätten spiritueller Bedeutung verwüsten und die Umwelt verschmutzen. Im August feuerten chinesische Sicherheitskräfte in der Provinz Sichuan in eine Menge von Tibetern, die gegen den Bergwerksbetrieb im Bezirk Palyul in der TAP Kardze protestierten ( 1 ), und im Mai wandten sich Dorfbewohner im Bezirk Markham in der TAR gegen den Abbau von Bodenschätzen an einem ihnen heiligen Berg ( 2 ). Viele Tibeter glauben, daß das verheerende Erdbeben in Kyegudo in der Provinz Qinghai und die Erdrutsche und Murenabgänge in Drugchu in der Provinz Gansu mit durch den Bergwerksbetrieb und den Aushub des Erdreiches verursacht wurden. ( 1 ) Polizei schießt auf Tibeter, die gegen Goldabbau protestieren - vermutlich vier Todesopfer ( RFA ), http://www.igfm-muenchen.de/tibet/RFA/2010/VierTotePalyaul_26.8.html ( 2 ) Protest gegen Abbau von Bodenschätzen in Markham, 13 Tibeter festgenommen ( RFA ), http://www.igfm-muenchen.de/tibet/RFA/2010/MarkhamMining_17.5.html Quelle: Radio Free Asia, www.rfa.org
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Avatar in Tibet - von WoeserIGFM München
High Peaks Pure Earth, www.HighPeaksPureEarth.com, übersetzte einen Blogeintrag von Woeser, den sie ursprünglich zur Ausstrahlung durch Radio Free Asia am 1. September verfaßte und dann auf ihrem Blog am 8. September einstellte. Darin nimmt Woeser Bezug auf die jüngsten Protestaktionen in Tibet gegen die Ausbeutung der des Landes ( ...
High Peaks Pure Earth, www.HighPeaksPureEarth.com, übersetzte einen Blogeintrag von Woeser, den sie ursprünglich zur Ausstrahlung durch Radio Free Asia am 1. September verfaßte und dann auf ihrem Blog am 8. September einstellte. Darin nimmt Woeser Bezug auf die jüngsten Protestaktionen in Tibet gegen die Ausbeutung der Naturschätze des Landes und den exzessiven Bergbau. Die Bilder von einer der Protestaktionen vom Mai 2010 in Namling in der Präfektur Shigatse, die ursprünglich an Radio Free Asia gesandt wurden, hat sie in ihren Blog übernommen ( 1 ). Kürzlich hörte man aus mehreren Quellen, daß bei Protestaktionen in Osttibet im August 2010 einige Tibeter erschossen wurden, Radio Free Asia sprach von mindestens vier Toten ( 2 ). Chinesische Staatsmedien berichteten jedoch von nur einem Todesopfer und 17 verletzten Polizisten ( 3 ). Hier folgt nun Woesers Blog Avatar in Tibet: Ausbeutung und der Kampf dagegen, wie sie in dem Kassenschlager-Film Avatar den Zuschauern vorgeführt werden, sind zu einer immer häufigeren Erscheinung überall in Tibet geworden. Ich meine hiermit die gewissenlosen Ausbeutungsmaßnahmen im Bergbau, die als wirtschaftliche Entwicklungsprojekte verbrämt werden, was dazu führte, daß den ortsansässigen Tibeter ihr grundlegendes Recht auf Leben genommen wurde. Es kam sogar soweit, daß Tibeter, die Gesuche an die Behörden richteten, von der bewaffneten Polizei totgeschossen wurden. Eben das geschah am 17. August in Kham in Osttibet, einer Region, die es in Begriffen landschaftlicher Schönheit und Naturschätze mit der Szenerie in Avatar aufnehmen kann. Heute wird diese Region administrativ als Bezirk Palyul in der Tibetisch-Autonomen Präfektur Kardze bezeichnet. Nach Aussage der dort Ansässigen waren mehrere Hundert Tibeter vor die örtlichen Regierungsgebäude gezogen und hatten die Einstellung der Bergbauaktivitäten gefordert. Ihr Protest endete mit Blutvergießen, mindestens drei Personen wurden erschossen, mehr als 30 verletzt und zahlreiche festgenommen. Weil dieses Ereignis durch die ausländischen Medien ging, räumte Xinhua tatsächlich ein, daß es zu Protesten gekommen war und daß Tibeter erschossen wurden. Sie tischten jedoch eine ganz andere, eine phantastische Version der Geschichte auf: Nicht nur behauptete Xinhua, daß die lokalen Behörden überhaupt keine Schuld träfe, sondern es hieß auch, daß die Tibeter die Polizei angegriffen hätten, weshalb diese Warnschüsse abgeben mußte; und dabei sei versehentlich ein Tibeter von einer Kugel getroffen worden. Ihre Erklärung, warum es zu diesem Vorfall gekommen war, ist gar noch lächerlicher: Nicht etwa, daß die tibetischen Demonstranten ein Ende des Bergbaus gefordert hätten; nein, sie verlangten, daß ein ortsansässiger han-chinesischer Goldgräber, der festgenommen worden sei, weil er die Weidegründe ruiniert habe, freigelassen werden sollte. Das ergibt doch überhaupt keinen Sinn, und eine so lückenhafte, widersinnige Geschichte wird keinen überzeugen. Die Behörden wissen wohl nicht, wie sie sich rechtfertigen sollen und präsentieren daher der Welt diese lachhafte Geschichte. Meinen sie denn, irgend jemand auf der Welt sei so dumm, ihnen das zu glauben? Ich war früher einmal im Bezirk Palyul, es ist eine entlegene Gegend, schwierig zu erreichen, von steil aufragenden Bergen umgeben und von reißenden Flüssen durchschnitten. An jeder der zwei Zufahrtsstraßen sind Schlagbäume, so daß es für Leute von außerhalb sehr schwierig ist, in das Gebiet hineinzugelangen. Daher wissen sie auch kaum, was drinnen geschieht. 2008 beispielsweise kam es in vielen tibetischen Gegenden zu kriegsähnlichen Massakern, von denen die Außenwelt nie etwas erfuhr. Hirten in Schaffell-Chubas ritten auf ihren Pferden durch die Gegend, riefen ka hee hee und spornten andere zum Aufstand an. Dafür wurden sie von der Militärpolizei mit modernen Feuerwaffen unter Beschuß genommen. Ein bewaffneter Polizist, der von Chengdu nach Lithang abkommandiert worden war, stellte später Bilder der neuen handgeführten Maschinengewehre ins Internet und kommentierte stolz: Diese blasen allen Gangstern innerhalb eines Umkreises von 100 m die Köpfe von den Schultern. Mit Gangstern meinte er die unbewaffneten und wehrlosen Tibeter, und der einzige Grund, warum ihre Köpfe weggeblasen werden, ist, daß sie auf die Straße gingen und aus Protest ihre Stimmen erhoben. Aber wollen wir von etwas anderem reden als den Blutlachen von vor zwei Jahren, die nie mehr verschwinden werden. In der Tat ist es genau wie bei jenem eingeborenen Volk in Avatar, das bei dem Versuch, sein Heimatland zurückzugewinnen, mit nichts als seinem eigenen Fleisch und Blut gegen die Waffen der Söldnerarmee kämpfen muß. Seit vielen Jahren ist das nun die Geschichte des tibetischen Volkes: Die Tibeter haben es selbst seit Generationen am eigenen Leib erfahren müssen. Ich möchte noch über ähnliche Ereignisse reden, wie die, die im Bezirk Palyul der Region Kham geschahen. Früher in diesem Jahr, am 21. Mai, gingen einige Tibeter aus dem Dorf Solchen im Bezirk Namling der Präfektur Shigatse zu der Dorfverwaltung, um gegen eine Bergbaugesellschaft aus Weifang, Provinz Shangdong, zu protestieren ( 4 ). Sie argumentierten, der Bergbau würde zu ökologischen Schäden führen, zur Verschmutzung des Trinkwassers und zu Problemen mit ihrem Vieh. Die dortigen Behörden entsandten eintausend paramilitärisch ausgerüstete Polizeikräfte, um mit diesen emanzipierten Leibeigenen aufzuräumen, die bei ihrer Protestaktion sogar die chinesische Flagge mit sich trugen ( siehe Bild 3 ). Ein paar Tibeter wurden geschlagen und viele festgenommen. Jemand, der damals am Schauplatz des Geschehens war, machte einige Aufnahmen und sandte sie an den tibetischen Dienst von Radio Free Asia. Ich verneige mich vor dem Mut dieser Person. Auf diesen Bildern können wir sehr deutlich feststellen, wie viel Ironie in der Realität liegen kann: Die chinesische Regierung behauptet, daß sie vor 50 Jahren die Leibeigenen befreite, die ein elendes Leben geführt hätten, und seitdem würden Zehntausende von emanzipierten Leibeigenen ein glückliches Leben führen, das beste Leben in der ganzen Geschichte Tibets und so weiter und so fort. Ja, diese Bilder führen uns vor Augen, wie die emanzipierten Leibeigenen auf dem Boden knien müssen. Wie ist es denn möglich, daß die Armee, welche sie befreite, sie jetzt mit ihren tödlichen Waffen bedroht? Oder sind etwa diese älteren Menschen, diese Frauen und gutmütigen Hirten alle die heimlichen Separatisten des Dorfes? Wenn diese Leute tatsächlich Separatisten sind, dann ist doch die Logik der vergangenen 50 Jahre eines befreiten Lebens im Glück gar nicht so überzeugend! ( 1 ) Hier sind die Bilder durch Anklicken in größerem Format zu sehen: http://woeser.middle-way.net/2010/07/8.html ( 2 ) 28. August 2010: Polizei schießt auf Tibeter, die gegen Goldabbau protestieren - vermutlich vier Todesopfer, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/RFA/2010/VierTotePalyaul_26.8.html ( 3 ) 3. September 2010: Xinhua berichtet von nur einem Toten bei den Protestaktionen gegen den Golderzabbau in Palyul, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/Phayul/2010/XinhuaBerichtPalyul_1.9.html ( 4 ) 24. Juni 2010: Proteste gegen Bergbau im Bezirk Namling: Fünfzig Tibeter festgenommen, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/Phayul/2010/MineProtestNamling.html
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Tibetischer Mönch aus Chamdo zu 13 Jahren Gefängnis verurteiltIGFM München
Wie Tibet Post International aus zuverlässiger Quelle erfuhr, wurde ein tibetischer Mönch namens Wangdu Gyatso am 8. September 2010 von einem Mittleren Volksgericht in der Präfektur Chamdo, TAR, zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er sich gegen die chinesische Regierung aufgelehnt hatte.Am 2. August 2009 ging er ganz alleine in ...
Wie Tibet Post International aus zuverlässiger Quelle erfuhr, wurde ein tibetischer Mönch namens Wangdu Gyatso am 8. September 2010 von einem Mittleren Volksgericht in der Präfektur Chamdo, TAR, zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er sich gegen die chinesische Regierung aufgelehnt hatte. Am 2. August 2009 ging er ganz alleine in die Stadt Chamdo und protestierte gegen die chinesische Regierung, er forderte Freiheit für Tibet und die Rückkehr des Dalai Lama. Wangdu Gyatso ist ein Mönch aus dem Kloster von Palyul, Bezirk Dege, wo er seine religiösen Studien betrieb. Er wurde noch am Tag seiner Protestaktion festgenommen und war danach verschwunden. Seine Familie hörte bis zu dem Datum der Verurteilung nichts mehr von ihm. Wangdu Gyatso wurde 1994 im Dorf Rasa, Tal Lingchung, Bezirk Gonjo, Präfektur TAR, geboren. Er ist der fünfte Sohn seiner Eltern Pema Yeshi und Tsega. In jungen Jahren trat er in das Kloster Gara ein, wo er rituelle Gebete und die Ausführung der Riten erlernte, später wechselte er in das monastische College des Klosters Palyul über, wo er sich mit buddhistischer Philosophie befaßte. Sein Vater war bereits im Gefängnis, 1959 nahmen ihn die Chinesen fest. Auf die Festnahme seines Sohnes hin verlor der Vater seine staatliche Anstellung. Die Familie hat keine Ahnung, wo der Sohn seit der Verurteilung inhaftiert ist. The Tibet Post International, http://www.thetibetpost.com
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Xinhua berichtet von nur einem Toten bei der Auseinandersetzung wegen des Golderzabbaus in OsttibetIGFM München
Am Montag, den 30. August, berichteten die staatlichen chinesischen Medien, bei einer Demonstration letzte Woche habe die Polizei eine Runde von Warnschüssen abgegeben, wobei ein Tibeter durch einen Irrläufer getötet worden sei.Es handelt sich hierbei offensichtlich um denselben Vorfall, über den tibetische Nachrichtendienste im und ...
Am Montag, den 30. August, berichteten die staatlichen chinesischen Medien, bei einer Demonstration letzte Woche habe die Polizei eine Runde von Warnschüssen abgegeben, wobei ein Tibeter durch einen Irrläufer getötet worden sei. Es handelt sich hierbei offensichtlich um denselben Vorfall, über den tibetische Nachrichtendienste im Exil letzte Woche berichteten, und bei dem mindestens drei Tibeter getötet und 30 weitere schwer verletzt wurden, als die Polizei das Feuer auf unbewaffnete Demonstranten eröffnete, die gegen die Erweiterung eines Goldbergwerks protestierten. Die Umwelt in der Gegend trug bereits beachtliche Schäden davon. In einer Nachricht von Radio Free Asia ist die Rede davon, daß bei der Demonstration im Bezirk Palyul ( chin. Baiyu ), TAP Kardze ( chin. Ganzi ), Provinz Sichuan, sogar vier Tibeter ums Leben kamen. Die chinesische staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete am Montag, ein 47jähriger Tibeter namens Babo sei von einem Irrläufer getötet worden, als die Polizei Warnschüsse abgab. Babo habe eine Gruppe von Dörflern angeführt, die die Polizei angegriffen hätten, als es wegen des Mineralabbaus in der Gegend zu einer Auseinandersetzung kam. Diesem Bericht zufolge, der von AP und Reuters am 30. August zitiert wurde, hätte die Polizei zuvor einen Geschäftsmann namens Fu Liang aus der Stadt Mianyang in Sichuan festgenommen, weil er zusammen mit einigen Bewohnern des Dorfes Jiaxu illegal Golderz geschürft und die Weidegebiete des Bezirks dadurch geschädigt habe. Daraufhin seien 30 Dorfbewohner, angeführt von Babo, auf ihren Motorrädern zu der Polizeistation geeilt, um Fu Liangs Freilassung zu fordern. Sie hätten dabei die Polizei mit Messern, Keulen und Steinen angegriffen. Die Polizei mußte Warnschüsse abfeuern, um den Disput zu beenden, und merkte erst später, daß Babo tödlich verwundert worden war. Er wurde eiligst in ein Krankenhaus gebracht, starb aber am 16. August, heißt es bei Xinhua unter Berufung auf einen lokalen Regierungssprecher. Vier Polizisten seien ebenfalls schwer verwundet und 35 Dorfbewohner wegen ihres Angriffs festgenommen worden. Laut Xinhua ereignete sich der Vorfall am 15. August, aber warum die Nachricht erst am 30. August veröffentlicht wurde, wird nicht erwähnt. Die tibetischen Nachrichtendienste im Ausland hatten vorher darüber berichtet: Voice of Tibet ( VOT ) am 23. August, Phayul.com am 24. August und Radio Free Asia ( RFA ) am 26. August ( 1 ). Ebensowenig erwähnt Xinhua die drei anderen Tibeter, die bei dem Vorfall ums Leben gekommen sein könnten. Der Bergbau in Tibet ist eine sehr strittige Angelegenheit. Die Tibeter sind als gläubige Buddhisten traditionsgemäß der Überzeugung, daß die Natur heilig ist und nicht gestört werden darf. Aber nachdem nun immer mehr Bergwerksgesellschaften in Tibet operieren, ist das empfindliche Ökosystem der Region zunehmend gefährdet. Umweltaktivisten sagen, chinesische und ausländische Bergbauunternehmen würden sich die problematische Lage in Tibet zunutze machen und den bisher noch unerschlossenen Reichtum des Landes an Bodeschätzen rücksichtslos auszubeuten. Das tibetische Volk wird dabei nicht nach seiner Meinung gefragt. Die sporadischen Protestaktionen der Tibeter im Exil und der tiefe Schmerz der Tibeter in Tibet, die keine Stimme und kein Mitspracherecht haben, sind zu schwach, um die Autorität Chinas in Frage zu stellen, das die reichen Mineralvorkommen der Region, die bis zu der Besetzung Tibets unangetastet waren, eigenmächtig ausbeutet. In letzter Zeit kam es in verschiedenen Teilen der Region immer wieder zu Protestaktionen von Tibetern gegen die umweltschädigenden Bergwerksoperationen. Der jüngste Vorfall ist bei weitem der folgenschwerste. Am 15. Mai 2010 schoß die Polizei auf Tibeter in einer Zementfabrik in Amdo, als Ortsansässige, die sich um die Verschmutzung durch die Fabrik sorgten, eine Straße neu anlegten, die der Erweiterung der Fabrik zum Opfer gefallen war ( 2 ). Und am 4. Mai 2010 protestierten Tibeter in Markham ( Kham ) gegen die Wiederaufnahme der Arbeit im Bergwerk ( 3 ). Am 21. Mai nahm die Polizei im Bezirk Namling der Präfektur Shigatse, TAR, etwa 30 Tibeter fest, die gegen den Bergwerksbetrieb in ihrer Gegend protestierten ( 4 ). Die chinesische Regierung begann mit der Erschließung und Gewinnung von Bodenschätzen in Tibet in den 50er Jahren. Dieser Industriezweig gewann dann während der Wirtschaftsreformen der 80er und 90er Jahre zunehmend an Bedeutung, blieb jedoch noch relativ klein. Erst seitdem der Bedarf an Rohstoffen in China wuchs und nicht mehr gedeckt werden konnte, wurde der Abbau der Bodenschätze in Tibet forciert. Mit dem Ausbau der Infrastruktur sind die Minerallager immer leichter zugänglich geworden. Ein schlechtes Management und die behördliche Kontrolle über den Bergbau haben sich teilweise sehr negativ auf die Umwelt ausgewirkt. Die Interessen der Ortsansässigen werden jenen der Beamtenschaft und des Staates untergeordnet. Der Bergbau hat in vielen Gegenden bereits schwere Umweltschäden verursacht wie die Degradation des Erdreichs, Verschmutzung des Geländes und der Wasserläufe, Schädigung des Viehbestands und Minderung der Artenvielfalt. ( 1 ) Polizei schießt auf Tibeter, die gegen Goldabbau protestieren - vermutlich vier Todesopfer http://www.igfm-muenchen.de/tibet/RFA/2010/VierTotePalyaul_26.8.html ( 2 ) Protest gegen Verschmutzung durch Zementfabrik in Labrang: 15 Tibeter durch Polizeischüsse verwundet ( RFA ) http://www.igfm-muenchen.de/tibet/RFA/2010/Zementfabrik-Schuesse_18.5.html ( 3 ) Protest gegen Abbau von Bodenschätzen in Markham, 13 Tibeter festgenommen ( RFA ), http://www.igfm-muenchen.de/tibet/RFA/2010/MarkhamMining_17.5.html ( 4 ) Proteste gegen Bergbau im Bezirk Namling: Fünfzig Tibeter festgenommen, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/Phayul/2010/MineProtestNamling.html Quelle: Phayul, www.phayul.com
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Polizei schießt auf Tibeter, die gegen Goldabbau protestieren - vermutlich vier TodesopferIGFM München
Mindestens vier Tibeter könnten bei einem Zusammenstoß mit der Polizei wegen der geplanten Vergrößerung eines Bergwerks im Bezirk Palyul ( chin. Baiyu ) in der TAP Kardze ( Ganzi ), Provinz Sichuan, getötet worden sein.Wie aus tibetischen Quellen verlautet, ging die Polizei mit tödlicher Gewalt gegen eine Gruppe von vor, ...
Mindestens vier Tibeter könnten bei einem Zusammenstoß mit der Polizei wegen der geplanten Vergrößerung eines Bergwerks im Bezirk Palyul ( chin. Baiyu ) in der TAP Kardze ( Ganzi ), Provinz Sichuan, getötet worden sein. Wie aus tibetischen Quellen verlautet, ging die Polizei mit tödlicher Gewalt gegen eine Gruppe von Tibetern vor, die sich gegen eine Ausweitung des Golderzbergbaus wandten, weil dieser ihrer Umwelt enormen Schaden zufüge. Mindestens vier Personen seien ums Leben gekommen, als die Polizeioffiziere mit scharfer Munition auf eine vor den Gebäuden der Bezirksregierung versammelte Menschenmenge schossen. Bei dieser Schießerei am 17. August wurden bis zu 30 Tibeter verwundet, einige davon so schwer, daß sie nun in der Provinzhauptstadt Chengdu ärztlich behandelt werden. Die Zahl der Toten konnte aus unabhängiger Quelle noch nicht bestätigt werden. Ein in Nepal lebender Tibeter, Drakpa Yeshe, sagte am 25. August, er habe mit seinen Verwandten in der betreffenden Gegend gesprochen. "Die Schwerverletzten wurden in ein Krankenhaus nach Chengdu gebracht. Zwei von ihnen sollen in kritischem Zustand sein". Der in Indien lebende Mönch Drime Gyaltsen sagte, er habe aus Quellen in Palyul erfahren, daß zusätzliche Sicherheitskräfte in die Gegend entsandt worden seien, um potentielle Unruhen im Keim zu ersticken: "Truppenverstärkungen trafen in den benachbarten Bezirken Kardze und Dege ein. Im Augenblick sind alle nach Palyul führenden Straßen blockiert, und die Bewohner dürfen sich nicht frei bewegen". Auf einen Anruf bei der Polizeistation von Palyul hin antwortete der diensthabende Beamte, er sei erst kürzlich eingestellt worden und daher nicht genau im Bilde über das Geschehen. "Dieser Vorfall ist noch nicht ganz geklärt. Ich kenne keine Einzelheiten. Rufen Sie morgen an, dann sind meine Vorgesetzten im Büro". Drime Gyaltsen fuhr fort, am oder um den 13. August herum seien einige Tibeter, angeführt von Tashi Sangpo, aus dem zur Gemeinde Tromtar gehörenden Dorf Sharchu Gyashoe zu der Bezirksverwaltung gegangen, um ihre Bedenken über eine Ausweitung der Bergbauaktivitäten in der Gegend vorzubringen. Sie klagten, daß der von der chinesischen Gesellschaft Kartin betriebene Golderzabbau ihrem Ackerland und den Weidegebieten bereits schweren Schaden zugefügt habe. Die Äcker hätten ihre Fruchtbarkeit verloren und außerdem sei die Gegend von zu vielen Menschen überschwemmt worden. "Die Beamten in der Bezirksverwaltung wollten ihre Beschwerden jedoch nicht hören und ließen die Tibeter statt dessen festnehmen", fuhr Drime Gyaltsen fort. "Die tibetischen Dorfbewohner sahen in dieser Handlung eine beabsichtigte Schikane, und etwa 40 weitere Tibeter eilten in die Bezirkshauptstadt, um die Freilassung der Festgenommen sowie eine Entschädigung für den Verlust ihres Ackerlandes zu fordern". Die Tibeter harrten drei Tage vor dem Gebäuden der Bezirksregierung aus, bis die Polizei in den frühen Morgenstunden des vierten Tages ein Gas gegen sie einsetzte, das sie handlungsunfähig machen sollte, um sie dann in bereitstehenden Fahrzeugen wegzuschaffen, berichtete Gyaltsen weiter. "Als einige durch das Gas betäubte Protestierende in die Fahrzeuge gezwängt wurden, fingen die anderen, die unbeeinträchtigt geblieben waren, an zu schreien und zu protestieren. In diesem Augenblick schossen die Polizisten auf sie." "Als erstes richteten sie ihre Feuerwaffen gegen Tashi Sangpo, Er wurde ins Bein getroffen, und einige Verwandte stürzten zu seiner Hilfe herbei. In dem Tumult der Schießerei wurde ein Tibeter auf der Stelle getötet und etwa 30 verletzt. Fünf davon seien schwer verletzt worden". "Bei dem Handgemenge erlitten auch zwei Polizisten Verletzungen, einer wurde am Auge verwundet und der andere erlitt Verletzungen an Armen und Beinen". Die tibetische Website Phayul.com berichtete, drei Tibeter seien bei dem Vorfall ums Leben gekommen, darunter Tashi Sangpos Verwandte Soeso und Papho. Ein Beamter in der Bezirksverwaltung von Palyul sagte am Telefon, die Verhandlungen mit den tibetischen Bittstellern seien noch im Gange. "Bezüglich dieses Vorfalls wurden einige Kompromisse geschlossen und Verhandlungen werden geführt", sagte er. "Wir sind uns bewußt, daß die Bergwerksoperationen sich negativ auf die Umwelt auswirken. Die chinesische Regierung wird daher die Aktivitäten zum Goldabbau untersuchen lassen." Seit fast 20 Jahren betreibt die Bergbaugesellschaft Kartin aus Shanghai Goldminen in der Gegend, doch im August 2006 steigerte sie deren Kapazität und begann mit dem Goldabbau im großen Maßstabe. Im Verlauf der letzten vier Jahre hat die Firma immer mehr schweres Gerät und Maschinen herangeschafft, um ihre Operationen auszuweiten. Die meisten Angestellten der Firma sind aus Shanghai. Zusätzlich zu den Bedenken wegen der Verschmutzung der Umwelt machen sich die dortlebenden Tibeter auch Sorgen, daß eine Ausweitung des Bergbaus zu Naturkatastrophen führen könnte. Die Bezirke Drugchu ( chin. Zhouqu ) in der Provinz Gansu und Gyegudo ( chin. Yushu ) in der Provinz Qinghai wurden erst kürzlich von entsetzlichen Katastrophen wie Schlammlawinen und einem verheerenden Erdbeben heimgesucht. Viele Tibeter in der Gegend glauben, daß diese teilweise von dem Bergbau und der Ausschachtung des Erdreichs verursacht wurden. Tibet, das auf Chinesisch Xizang, die "Westliche Schatztruhe", genannt wird, verfügt mit über die größten Goldvorkommen in ganz China. Die Bergbauoperationen in den tibetischen Gebieten Chinas haben schon öfters zu Konfrontationen mit den einheimischen Tibetern geführt, die den chinesischen Firmen vorwerfen, daß sie bei dem ausbeuterischen Abbau der örtlichen Bodenschätze ihre Stätten spiritueller Bedeutung schänden und die Umwelt schwer verschmutzen. Quelle: Radio Free Asia, www.rfa.org
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