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Tibetischer Schriftsteller Kalsang Tsultrim zum zweiten Mal festgenommenIGFM München
Kalsang Tsultrim, der auch unter dem Pseudonym Gyitsang Takmig bekannt ist, wurde am 16. Dezember 2010 im Bezirk Sangchu ( chin. Xiahe ), TAP Kanlho ( chin. Gannan ), Provinz Gansu, erneut verhaftet.Das Public Security Bureau der Stadt Tsoe lud ihn vor, aber ließ ihn nach der Vernehmung nicht mehr los. Das Tibetische Zentrum für und erfuhr ...
Kalsang Tsultrim, der auch unter dem Pseudonym Gyitsang Takmig bekannt ist, wurde am 16. Dezember 2010 im Bezirk Sangchu ( chin. Xiahe ), TAP Kanlho ( chin. Gannan ), Provinz Gansu, erneut verhaftet. Das Public Security Bureau der Stadt Tsoe lud ihn vor, aber ließ ihn nach der Vernehmung nicht mehr los. Das Tibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie erfuhr von einer dortigen Quelle, daß er im Polizei-Haftzentrum der Stadt Tsoe festgehalten wird. Kalsang Tsultrim wurde erstmals am 27. Juli 2010 im Bezirk Dzoege, TAP Ngaba, Provinz Sichuan, wegen angeblichen politischen Fehlverhaltens festgenommen. Er hatte nämlich ein Video mit verbotenen Inhalten in Umlauf gebracht ( 1 ). Bei seiner Freilassung im Oktober 2010 befahl man ihm, seine alte Mobiltelefon-Nummer beizubehalten, und einer seiner Verwandten mußte sich schriftlich verpflichten, daß Kalsang sich an die von den Behörden gestellten Bedingungen halten würde. Sie sagten, daß sie ihn sechs Monate lang unter strenger Beobachtung halten würden, und falls er sich in dieser Zeit irgend etwas zuschulden kommen ließe, würde er erneut verhaftet werden, informierte ein Verwandter von Kalsang im Oktober 2010. Im August 2009, ein Jahr nach den massiven anti-chinesischen Unruhen in Tibet, war es Kalsang gelungen, seinen Video-Appell an den chinesischen Grenzkontrollen vorbei ins Ausland zu schicken. In dem Video fleht er die internationale Gesellschaft an, schnell zugunsten des tibetischen Volk zu handeln, damit die Repression ein Ende finde. Er sprach sich auch für die Rückkehr des Dalai Lama nach Tibet aus ( 2 ). In diesem Video informierte er ausführlich über die Ereignisse in Tibet seit der Flucht des Dalai Lama ins Exil, über das Leiden des tibetischen Volkes, seine Hoffnungen und Aspirationen. Er appellierte an die ganze Welt, sich dafür einzusetzen, daß die Repression in Tibet so schnell wie möglich ein Ende habe. Außer über die glorreichen vergangenen Zeiten Tibets sprach Kalsang auch von seiner Sorge um das Überleben der tibetischen Religion und Kultur, die Repression der letzten Jahre und die von den chinesischen Behörden begangenen schweren Menschenrechtsverletzungen in Tibet. Dem TCHRD zufolge nahm er sein einstündiges Video am 19. Juli 2009 auf. Später wurde es, ergänzt durch andere inhaltlich verwandte Videosequenzen und Bilder, in Form einer DVD herausgegeben. Diese fand in den tibetischen Gegenden von Gansu, Qinghai und Sichuan, also in Teilen der traditionellen Provinzen Amdo und Kham, weite Verbreitung. Kalsang wollte sein Video so viel wie möglich in Tibet verteilen, um in erster Linie das ungebildete und allgemeine Publikum aufzuklären über die wahre Geschichte des tibetischen Freiheitskampfes, die Forderung des Dalai Lama nach echter Autonomie und den Mittleren Weg sowie über die Menschenrechtssituation in Tibet. Er wollte der täglichen Dosis an Regierungspropaganda etwas entgegensetzen. Kalsang, der sich in dem Video als Gyitsang Takmig bezeichnet, ist ein Mönch des Klosters Gyitsang Gaden Choekhorling im Bezirk Sangchu, TAP Kanlho, Provinz Gansu. Dort kam es 2008 zu größeren Demonstrationen. Es heißt, er sei wegen seiner schriftstellerischen Tätigkeit in seiner Gegend ziemlich bekannt. Er schrieb u.a. das Buch Miyul la phulway jampa ( Dem Menschenreich dargebrachte Liebe ), das von den Sorgen und Nöten des tibetischen Volkes handelt. Kalsangs Festnahme fügt sich ein in das gegenwärtige Muster der Verfolgung tibetischer Intellektueller, wie Künstler, Schriftsteller, Blogger und anderer Kulturschaffender, ja sogar erfolgreicher Geschäftsleute, durch den Staat. ( 1 ) 23. August 2010, Noch ein tibetischer Intellektueller festgenommen - Kalsang Tsultrim, Autor eines mutigen Videos, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2010/KalsangTsultrim_.23.8.html ( 2 ) 1. September 2009: Videobotschaft von Kalsang Tsultrim an die freie Welt: Ruf nach der Rückkehr des Dalai Lama und dem Ende der Repression, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2009/KelsangTsultrimVideotext.html ( 3 ) Das Video in tibetischer Sprache gibt es bei Tibetonline: http://www.tibetonline.tv/videos/71/appeal-about-the-plight-of-tibetans Quelle: Tibetan Centre for Human Rights and Democracy, www.tchrd.org
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Tibetischer Mönch und Schriftsteller aus Kham in Lhasa verhaftetIGFM
Nach Auskunft des Abgeordneten des tibetischen Exilparlaments Geshe Monlam Tharchin nahm die chinesische Polizei am 29. Dezember 2010 einen tibetischen Schriftsteller in Lhasa fest.Der aus Chakra Palbar, unweit von Chamdo, in der ehemaligen Provinz Kham gebürtige Tenpa Lodoe, der unter dem Pseudonym Khang ga Khyampo schrieb, wurde von den des in ...
Nach Auskunft des Abgeordneten des tibetischen Exilparlaments Geshe Monlam Tharchin nahm die chinesische Polizei am 29. Dezember 2010 einen tibetischen Schriftsteller in Lhasa fest. Der aus Chakra Palbar, unweit von Chamdo, in der ehemaligen Provinz Kham gebürtige Tenpa Lodoe, der unter dem Pseudonym Khang ga Khyampo schrieb, wurde von den Mitarbeitern des Public Security Bureau in Lhasa zusammen mit einem Freund festgenommen. Den Freund ließen sie jedoch noch am selben Tag wieder frei. Lodoe erwarb sein Wissen in buddhistischer Philosophie im Kloster Palyul Ngagyur Densa Chenmo, dem Hauptkloster der Nyingmapa-Schulrichtung. Er gab ein Journal namens Vorwärtsschreiten ( Duenkyoed ) heraus und war ein angesehenes Mitglied der Kulturgesellschaft des Bezirks Palbar ( Lobkul tsokpa ). Zusammen mit anderen Mönchen gründete er eine Gruppe namens Der Zustand des Schneebergs ( Khangrii nesbab tsokpa ). Tenpa Lodoe tat sich mit dem ehrwürdigen Goyon, dem Herausgeber der Zeitschrift Seele der antiken Könige ( Purgyal kyi namshey ) zusammen und organisierte mehrere Konferenzen und Diskussionsforen an verschiedenen Orten Tibets. Am 24. Januar 2010 fand eine Schriftstellerkonferenz unter dem Motto Auf der Suche nach intellektuellen Eigentumsrechten ( Tsomrig gyi dakwang tsolwa ) in Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan, statt. Sein Freund Goyon, ein bekannter tibetischer Autor, wurde am 5. Juni 2010 festgenommen und einem harschen Verhör unterzogen. Die Peiniger wollten genaue Informationen über seine derzeitige Arbeit und eventuelle politische Inhalte aus ihm herauspressen. Sie schlugen ihn fortwährend und setzten ihm ihre geladenen Pistolen auf die Stirn. Als er schließlich aus der Haft entlassen wurde, war er in einem üblen Zustand ( 1 ). Zuletzt veranstaltete Lodoe am 20. Dezember 2010 im Tashi Delek Hotel in Palyul ein Diskussionsforum Über die Lage Tibets ( Khangrii nesbab lengwa ). Lodoe ist auch Autor zweier Bücher Meine Reise ins Ausland ( Nga miyul dodhue ) und Blick unter dem Mönchsgewand hervor ( Szen og ghi chimig ). Vor kurzem informierte er einen Freund per Telefon, daß die chinesischen Behörden seine Aktivitäten genau überwachten. Gegenwärtig wird er in einem Gefängnis in Lhasa festgehalten, weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt. Die Behörden in seiner Heimatstadt beschlagnahmten seinen Laptop, seine buddhistischen Schriften und Druckstöcke. Lodoe hatte nämlich vor kurzem eine kleine Druckerei in seiner Heimat gestartet, fügte Geshe Tharchin hinzu. Seine Angehörigen und Freunde machten sich große Sorgen wegen seiner Verhaftung, denn sie wissen nicht, wo er genau festgehalten wird. ( 1 ) 6. Juni 2010, Zwei tibetische Schriftsteller von chinesischer Polizei grausam mißhandelt, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ctc/2010/GoyonThuptenGedun_9.6.html Quelle: Phayul, www.phayul.com
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Sorge um drei zu extrem langen Haftstrafen verurteilte ranghohe tibetische MöncheIGFM München
Der Verbleib von drei tibetischen Mönchen des Klosters Drepung, Jamphel Wangchuk, Konchok Nyima, Ngawang Choenyi, ist unbekannt.Tibeter in Lhasa sind äußerst besorgt um das Schicksal von drei ranghöheren tibetischen Mönchen, die im April 2008 festgenommen wurden. Einer davon wurde in der Folge zu lebenslänglich und einer ...
Der Verbleib von drei tibetischen Mönchen des Klosters Drepung, Jamphel Wangchuk, Konchok Nyima, Ngawang Choenyi, ist unbekannt. Tibeter in Lhasa sind äußerst besorgt um das Schicksal von drei ranghöheren tibetischen Mönchen, die im April 2008 festgenommen wurden. Einer davon wurde in der Folge zu lebenslänglich und einer zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Man weiß nicht, wo sie sich befinden, noch wie ihr Zustand ist. Ebenso bleiben die gegen sie erhobenen Anklagen im Dunkeln. Mit ihrem friedlichen Protestmarsch vom 10. März 2008 setzten die Mönche von Drepung den Auftakt zu den landesweiten Demonstrationen vom Frühjahr 2008. Jamphel Wangchuk, 55, der Zuchtmeister im Loseling College von Drepung, wurde zu lebenslangem Freiheitsentzug verurteilt, und Konchok Nyima, 43, der Lehrer für die heiligen Schriften im Gomang College zu 20 Jahren. Ein dritter Mönch, der 38jährige Ngawang Choenyi, Lehrer für die heiligen Schriften im Ngakpa College von Drepung, verbüßt vermutlich eine Haftstrafe von 15 Jahren ( 1 ). Die drei Mönche werden unter den dort ansässigen Tibetern wegen ihrer Gelehrsamkeit hoch geachtet. Man nimmt aber an, dass sie an der Demonstration vom 10. März 2008 gar nicht teilgenommen haben. Die Behörden machten sich die Protestaktionen zunutze, um einflussreiche Mitglieder der Drepung Gemeinde, obwohl sie nicht politisch aktiv waren, festzunehmen. Ebenso ist der Verbleib zweier anderer zur selben Zeit in Drepung Festgenommener, des Mönches Ngawang Sertho und eines Kochs namens Gyakpa, unbekannt ( 1 ). Ein gleichzeitig festgenommener Mönch namens Gyalpo starb an den Folgen der Folterung im August 2009 ( 2 ). Nach Angaben der Tibetischen Exilregierung wurden 42 Drepung-Mönche seit März 2008 verurteilt. Ein Drepung-Mönch, Lobsang Wangchuk aus Lhasa, verlor sein Augenlicht nach schweren Mißhandlungen in der Haft an einem unbekannten Ort ( 3 ). Die Protestwelle von 2008, die von den chinesischen Sicherheitskräften mit extremer Härte niedergeschlagen wurde, begann mit einem wohlgeordneten Marsch mehrerer tibetischer Mönche des Klosters Drepung am 10. März 2008. Den Mönchen, die schon unter heftigen Einschränkungen zu leiden hatten, seit sie im Oktober 2007 versucht hatten, die Verleihung der Goldmedaille des US-Kongresses an den Dalai Lama zu feiern ( 4 ), stellten sich Sicherheitskräfte in den Weg. Auf diesen Vorfall hin wurde das Kloster Drepung abgeriegelt, und am 10. April 2008 sah man lauter Militärlastwagen, die sich in Richtung des Klosters bewegten. Die Mönche durften das Kloster nicht mehr verlassen, sie konnten sich sogar keine Nahrungsmittel mehr beschaffen. Im April 2008 überfielen Hunderte von bewaffneten Polizisten die drei Hauptklöster von Lhasa: Sera, Drepung und Ganden. Mehrere Nächte lang kam es in den frühen Morgenstunden zu diesen Überfällen. Hunderte von Mönchen wurden weggeschafft, einem Bericht zufolge wurden in der Morgendämmerung des 25. April 2008 sechshundert Drepung-Mönche, manche mit übergestülpter schwarzer Kapuze, abgeführt. Viele verfrachtete die Polizei per Eisenbahn nach Golmud in Qinghai, wo sie in ein Militärlager gesperrt wurden. Die Behörden behaupteten später, sie seien zu Studienzwecken dorthin gebracht worden ( 5 ). Seit die Drepung-Mönche am 10. März 2008 auf die Straße gingen, hat die chinesische Regierung das tibetische Volk mit Folter, Verschwindenlassen und willkürlichen Erschießungen einzuschüchtern versucht und gleichzeitig eine aggressive Propagandakampagne gegen den Dalai Lama gestartet. Die Behörden verschärften die patriotische Erziehungskampagne, um den Mönchen rechtliche Schulung zu bieten, weil religiöse Aktivitäten sich in den Rahmen des Gesetzes einzufügen haben. Die patriotische Erziehung wird in den tibetischen Klöstern durchgeführt, um die Kontrolle der Partei über die Religion zu verstärken und den Einfluß des Dalai Lama in der Gesellschaft zu untergraben. Mönche und Nonnen müssen öffentlich Erklärungen zur Diffamierung des Dalai Lama unterzeichnen. ( 1 ) 7. Oktober 2010 Überaus harte Urteile für zwei Mönche des Klosters Drepung, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2010/DrepungJampelWangchuk_7.10.html ( 2 ) 10. September 2009: Ein Mönch des Klosters Drepung starb nach schwerer Folterung in chinesischer Haft, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/diir/2009/NgawangWoebelDrepung_10.9.html ( 3 ) 14. Januar 2009, China intensiviert die Patriotische Erziehung im Kloster Drepung, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/diir/2009/42DrepungMoenche-inHaft_14.1.html ( 4 ) 23. Oktober 2007, Dalai Lama erhält US-Gold Medaille Tibeter zum Schweigen verurteilt, mehrere Personen festgenommen, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2007/Festnahmen_Medaille.html ( 5 ) 28. August 2008, Tibetische Mönche immer noch in Qinghai inhaftiert, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/RFA/2008/MoencheQinghaiHaft_28.8.html Quelle: Radio Free Asia, www.rfa.org, Phayul, www.phayul.com
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Tibetische Nonne in bedenklichem Gesundheitszustand aus der Haft entlassenIGFM München
Eine während der Protestaktionen 2008 inhaftierte tibetische Nonne ist in einem bedrohlichen Gesundheitszustand entlassen worden, wie ein Mönch namens Pema Tsewang des Klosters Sera dem Sender Voice of Tibet mitteilte.Taga, alias Tashi Yangtso, wurde am 20. Mai 2008 zusammen mit den Nonnen Achoe und Sochoe festgenommen, weil sie bei dem in im ...
Eine während der Protestaktionen 2008 inhaftierte tibetische Nonne ist in einem bedrohlichen Gesundheitszustand entlassen worden, wie ein Mönch namens Pema Tsewang des Klosters Sera dem Sender Voice of Tibet mitteilte. Taga, alias Tashi Yangtso, wurde am 20. Mai 2008 zusammen mit den Nonnen Achoe und Sochoe festgenommen, weil sie bei dem in ihrer Nähe gelegenen Kloster Dhargye im Bezirk Kardze, TAP Kardze, Sichuan, gegen die chinesische Regierung demonstriert hatten ( 1 ). Die drei Nonnen gehören dem Kloster Tehor Nyagye, Bezirk Kardze, an. Achoe stammt aus dem Dorf Rida, Soe Choekyi aus dem Dorf Lamna und Tashi Yangtso aus dem Dorf Noekab. Die drei waren in einer Haftanstalt in der Nähe von Chengdu inhaftiert. Quellen zufolge wurden sie von den chinesischen Aufsehern schwer gefoltert. Sochoe und Achoe wurden später freigelassen, weil sich ihr Zustand dermaßen verschlimmerte, daß die Behörden fürchteten, sie könnten in der Haft sterben. Taga war jedoch bis zum 19. November inhaftiert. Aus derselben Quelle verlautet, daß Tagas rechte Hand zwei Knochenbrüche aufweist und sie infolge der heftigen Schläge auf dem rechten Ohr nahezu taub geworden ist: Tagas Zustand ist sehr ernst, weil sie an Tuberkulose und Atembeschwerden leidet, Krankheiten, die sie sich im Gefängnis zugezogen hat. Sie wird derzeit in einem Krankenhaus in Chengdu behandelt. Um dieselbe Zeit im Mai 2008 nahmen die chinesischen Sicherheitskräfte außerdem 12 Nonnen aus dem Kloster Drakar, 55 Nonnen aus dem Kloster Pangri und mehrere Nonnen aus dem Kloster Ganden Choeling fest, die sich alle im Bezirk Kardze befinden. ( 1 ) 21. Mai 2008, Drei Nonnen aus dem Kloster Tehor Nyagay in Kardze verhaftet, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2008/NonennTehorNyagay_22.5.html Quelle: The Tibet Post International, www.tibetpost.net/
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Zwei tibetische Mönche aus Kham zu langen Haftstrafen verurteiltIGFM München
Am 25. Oktober 2010 verurteilte das Mittlere Volksgericht im Bezirk Jomda, Präfektur Chamdo, TAR, zwei buddhistische Mönche zu neuneinhalb Jahren Gefängnis, wie von Monlam Tharchin, einem Angehörigen des tibetischen Exilparlaments, mitgeteilt wurde.Bis zu ihrem Erscheinen vor Gericht war nichts mehr über den Verbleib der beiden ...
Am 25. Oktober 2010 verurteilte das Mittlere Volksgericht im Bezirk Jomda, Präfektur Chamdo, TAR, zwei buddhistische Mönche zu neuneinhalb Jahren Gefängnis, wie von Monlam Tharchin, einem Angehörigen des tibetischen Exilparlaments, mitgeteilt wurde. Bis zu ihrem Erscheinen vor Gericht war nichts mehr über den Verbleib der beiden im März festgenommenen Mönche Karma Palsang, 26, und Mipham Gelek, 22, aus dem Kloster Zighar, Bezirk Jomda, bekannt geworden. Die beiden wurden beschuldigt, in der Nacht des 10. Märzes 2010, dem 51. Jahrestag des tibetischen Volksaufstandes von 1959, Regierungsfahrzeuge angezündet zu haben. Sicherheitskräfte von der Bezirksregierung nahmen Karma und zwei weitere Personen des Klosters Zighar am 11. März 2010 fest. Alle drei kamen in das Bezirksgefängnis, doch zwei wurden später wieder freigelassen. Der Mönch Mipham Gelek wurde etwas später festgenommen und zusammen mit Karma eingesperrt ( 1 ). 2009 hatten tibetische Einwohner des Bezirks Jomda durch einen Landwirtschaftsboykott gegen die Unterdrückung durch die chinesische Besatzungsmacht und das grausame Vorgehen der Behörden gegen die Protestaktionen von 2008 protestiert. Während dieser Boykott-Kampagne im Mai letzten Jahres wurde ein Tibeter namens Tsering durch Schüsse verletzt und drei weitere, Paga, Lhadar und Samda, wurden von der Polizei verschleppt, nachdem sie sie zuerst mit dem Polizeiknüppel zusammengeschlagen hatte ( 2 ). Die chinesische Regierung stellte kostenlos landwirtschaftliche Fahrzeuge und andere Geräte zur Verfügung, um die Bauern zur Wiederaufnahme ihrer Felderbestellung zu bewegen, doch die Tibeterwiesen diese Geschenke zurück. Quellen zufolge handelte es bei den von den beiden Mönchen angezündeten Fahrzeugen um eben solche. ( 1 ) 25. März 2010 Zwei Mönche des Klosters Zighar im Bezirk Jomda, TAR, festgenommen, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/Phayul/2010/KarmaPaldenZighor_25.3.html 17. Juni 2009, Tibeter in Chamdo durch Polizeischüsse und Misshandlungen verletzt, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/Phayul/2009/SchuesseChamdo_17.6.html Quelle: Phayul, www.phayul.com
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Tibeter aus Lhasa wegen Demonstrationen von 2008 zum Tode mit Aufschub verurteiltigfm München
Ein chinesisches Gericht in der tibetischen Hauptstadt Lhasa verurteilte einen Tibeter zum Tode mit zweijährigem Vollstreckungsaufschub wegen seiner angeblichen Rolle bei den friedlichen Protestaktionen 2008.Einem der Tibetischen Exilregierung zugegangenen Bericht zufolge wurde der aus dem Bezirk Derge Palyul in Kham gebürtige Sonam Tsering ...
Ein chinesisches Gericht in der tibetischen Hauptstadt Lhasa verurteilte einen Tibeter zum Tode mit zweijährigem Vollstreckungsaufschub wegen seiner angeblichen Rolle bei den friedlichen Protestaktionen 2008. Einem der Tibetischen Exilregierung zugegangenen Bericht zufolge wurde der aus dem Bezirk Derge Palyul in Kham gebürtige Sonam Tsering etwa im Mai dieses Jahres zum Tode mit Aussetzung der Vollstreckung verurteilt. Das Gericht verurteilte ihn als Strafe für die führende Rolle, die er angeblich am 14. März 2008 bei einer Demonstration in Lhasa innehatte. Später setzte das Public Security Bureau ein Kopfgeld aus für Hinweise über den Aufenthaltsort von Sonam Tsering ( 1 ). Doch Sonam konnte sich mit Hilfe einiger patriotisch gesinnter Landsleute noch einige Zeit in der Nähe von Lhasa versteckt halten, bis er schließlich im Oktober 2009 festgenommen wurde. Es ist nicht bekannt, wo er sich befindet, ebensowenig, ob er überhaupt noch am Leben ist. Dasselbe Gericht verurteilte sieben weitere Tibeter zu verschieden langen Haftstrafen, weil sie angeblich Sonam Tsering nach den Protestaktionen von 2008 Unterschlupf gewährt hatten. Ihre Namen und Strafen sind: Tsewang Gyurmey 5 Jahre, Tashi Choedon aus Palyul 7 Jahre, Dolyang aus Markham 4 Jahre, Yang oder Kelyang aus Kongpo 7 Jahre, Yeshi Tsomo, eine Nonne aus Lhasa, 5 Jahre, Tayang aus Lhasa 5 Jahre und Pasang Tsering aus Lhasa 1 Jahr. Im März 2008 erhoben sich die Tibeter in ganz Tibet und demonstrieren gegen die Mißwirtschaft der VR China in Tibet. Bei diesen friedlichen Protestaktionen erschallte immer wieder der Ruf nach der Rückkehr des Dalai Lama und die Forderung nach den grundlegenden Menschenrechten für die Tibeter. Bei der brutalen Niederschlagung der Proteste kamen schätzungsweise 227 Tibeter ums Leben, während 6810 verhaftet wurden. 510 wurden bereits verurteilt. Als die Sicherheitskräfte der VR China willkürlich auf die Demonstranten schossen, kamen viele Tibeter ums Leben, bei der Verhaftung und in der Untersuchungshaft wurden sie schrecklich geschlagen und gefoltert. Der darauf folgenden grausamen Repressionswelle fielen etliche Tibeter zum Opfer oder nahmen sich das Leben, heißt es in einem umfassenden Bericht über den Volksaufstand von 2008 in Tibet, der kürzlich von dem Departement für Information und Internationale Beziehungen der Central Tibetan Administration ( CTA ) veröffentlicht wurde. Insgesamt wurden sieben Tibeter zum Tode verurteilt. An zwei von ihnen wurde das Todesurteil unmittelbar vollstreckt, während bei den fünf anderen die Vollstreckung zwei Jahre lang aufgeschoben wurde. Lobsang Gyaltsen und Loyak, beide 25, wurden am 20. Oktober 2009 hingerichtet ( 2 ); die fünf, deren Todesurteil einen Vollstreckungsaufschub hat, sind Tenzin Phuntsok, 27, Kangtsuk, 22, Penkyi 21, Pema Yeshi 28, und der 23jährige Sonam Tsering. Der Prozeß hatte nicht das Geringste mit einem fairen Verfahren zu tun, und den Angeklagten wurden keine unabhängigen Anwälte gestattet. 25. März 2008, Zahl der Todesopfer auf 79 angestiegen, über 1200 Festnahmen und mehr als 100 Verschwundene in Tibet, http://www.flexform.de/tmrlucdc 26. Oktober 2009, Offizielle Bestätigung der Hinrichtung von zwei Tibetern in Lhasa, http://www.flexform.de/tuyqkcdd Quelle: Department of Information & International Relations ( DIIR ), www.tibet.net
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Tibetischer Mönch nach Entlassung aus dem Gefängnis ernsthaft krankIGFM München
Ein tibetischer Mönch, der von den chinesischen Behörden drei Jahre lang in Haft gehalten wurde, verließ die Haftanstalt, wo er immer wieder gefoltert worden war, in einem bedenklichen Gesundheitszustand.Jamyang Tenzin wurde im Oktober 2007 festgenommen, weil er sich der politischen Umerziehung in seinem Kloster widersetzt hatte, welche ...
Ein tibetischer Mönch, der von den chinesischen Behörden drei Jahre lang in Haft gehalten wurde, verließ die Haftanstalt, wo er immer wieder gefoltert worden war, in einem bedenklichen Gesundheitszustand. Jamyang Tenzin wurde im Oktober 2007 festgenommen, weil er sich der politischen Umerziehung in seinem Kloster widersetzt hatte, welche die Behörden nach dem Konflikt um das Pferderennenfest in Lithang in der TAP Kardze ( chin. Ganzi ) anordneten. ( 1 ) Wie der in Indien lebende Mönch Lobsang Dawa Rinpoche unter Berufung auf Kontakte in Tibet mitteilt, stand seine Entlassung eigentlich für August an, aber er kam erst am 8. Oktober frei, weil er sich weigerte, die obligatorischen Dokumente zu unterschreiben und die ihm für die Entlassung gestellten Bedingungen zu akzeptieren. Die Tibeter dort wollten ihm einen ehrenvollen Empfang bereiten, aber die chinesischen Behörden verbaten jegliche Art der Zusammenkunft und drohten, ihn ins Gefängnis zurückzubefördern, falls er von seinen Landsleuten in besonderer Weise empfangen würde, fuhr Lobsang Dawa fort. Als seine Familie ihn aus dem Gefängnis abholte, merkten sie, daß er ein schweres Nieren- und Magen-Darm-Leiden hat. Sie brachten ihn in ein Krankenhaus in die Provinzhauptstadt Chengdu, aber sein Zustand ist immer noch sehr schlecht. Adruk Tseten, der in Indien lebt, bestätigte diesen Bericht aufgrund seiner eigenen separaten Quellen. Infolge der schweren Folterung und Schläge, die Jamyang Tenzin in der Haft erlitt, ist seine Gesundheit in einem besorgniserregenden Zustand. Er zog sich ein Nierenleiden zu und hat noch andere Schäden der inneren Organe davongetragen. Jamyang Tenzin war sehr kontaktfreudig, ehe er ins Gefängnis kam, sagte Adruk Tseten. Aber seit seiner Entlassung am 8. Oktober vermeidet er es, mit den Leuten zu reden und hält sich von anderen fern. Seine Angehörigen brachten ihn zweimal zur Behandlung nach Chengdu, aber jetzt ist er in einem örtlichen Krankenhaus in Lithang. In Lithang fand bis vor wenigen Jahren das traditionelle Pferderennen statt. Nach dem Zusammenstoß zwischen den dort ansässigen Tibetern und der Polizei im August 2007 wurde es verboten und fand seither nicht mehr statt. Bei dem Fest 2007 ergriff der Nomade Rongyal Adrak das Mikrophon eines chinesischen Offiziellen und setzte sich vor der versammelten Menge für den im Exil lebenden Dalai Lama ein. Er wurde sofort in Haft genommen und später wegen des Versuchs der Spaltung des Landes und der Untergrabung der Staatsgewalt zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. ( 2 ) ( 1 ) 8. Oktober 2007 Zwei Tibeter in Lithang nach patriotischer Umerziehung festgenommen, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2007/AdrukKalgyam_JamyangTenzin.html ( 2 ) 2. August 2010 Seltenes Bildmaterial des kühnen Protestes von Rongye Adak am 1. August 2007 in Lithang, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ftc/2010/RongyeAdrak_3.8.html Quelle Radio Free Asia, www.rfa.org
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Nepal nimmt sieben Tibeter fest, buddhistisches Fest verhindertIGFM München
Die nepalesischen Behörden nahmen am 25. Oktober in der Gegend von Thankote in Westnepal sieben Tibeter fest, wie von dem Sender Voice of Tibet berichtet wird. Noch am selben Tag wurden sie der Immigrationsbehörde in Kathmandu überstellt.In dem Immigrationsdepartment wurden sie stundenlang vernommen. Dabei stellte sich heraus, daß ...
Die nepalesischen Behörden nahmen am 25. Oktober in der Gegend von Thankote in Westnepal sieben Tibeter fest, wie von dem Sender Voice of Tibet berichtet wird. Noch am selben Tag wurden sie der Immigrationsbehörde in Kathmandu überstellt. In dem Immigrationsdepartment wurden sie stundenlang vernommen. Dabei stellte sich heraus, daß drei von ihnen chinesische Reisedokumente hatten, während vier im Besitz des indischen Registrierungsausweises waren ( eine den Tibetern von der indischen Regierung ausgestellte Aufenthaltsgestattung ). Den vier Tibetern mit dem indischen Ausweis wurde wegen illegalen Betretens nepalesischen Territoriums eine Geldstrafe von 15.000 Nepalesischen Rupien auferlegt und befohlen, innerhalb von sieben Tagen Nepal zu verlassen. Den anderen dreien wurden ihre chinesischen Reisedokumente abgenommen. Ihre Namen sind nicht bekannt, doch wurden sie als eine 70jährige Frau aus Utsang, einen 64jährigen Mann aus Amdo und einen 57jährigen Mann aus Kham beschrieben. Erst kürzlich sprengte die nepalesische bewaffnete Polizei die vorläufigen Wahlen der Tibeter und konfiszierte die Wahlurnen wenige Minuten vor dem Abschluß der Wahl. Die gewaltsame Beendigung des Wahlgangs folgte auf den Besuch einer hochrangigen 21 Personen umfassenden chinesischen Delegation unter der Führung von He Yong, dem Sekretär des 17. Zentralkomitees der KPCh, im vergangenen Monat in Nepal. Während des Besuchs habe die chinesische Delegation sich über die Ein-China-Politik Nepals und die Wachsamkeit der Regierung im Hinblick auf die Tibet-Problematik zufrieden geäußert. Vor dem Besuch der Delegation vereinbarten die Regierungen der beiden Länder, eine gemeinsame Einrichtung zu schaffen, damit Informationen über anti-chinesische Aktivitäten in Nepal einander sofort zugänglich gemacht werden können. Nepal, wo heute etwa 20.000 Tibeter leben, beherbergt seit Jahrzehnten tibetische Exilanten, wird aber nun von China immer stärker unter Druck gesetzt, keine politischen Aktivitäten der Tibeter mehr zuzulassen. Unter Pekings Einfluß und in der Abwesenheit einer stabilen Regierung in dem verarmten Land werden die tibetischen Flüchtlinge in Nepal immer angreifbarer, und die Flüchtlinge sehen sich der Gefahr der Festnahme und Abschiebung ausgesetzt. Indessen bekräftigte der Präsident Nepals, Dr Ram Baran Yadav, der kürzlich die tibetische Hauptstadt Lhasa besuchte, die Ein-China-Politik seines Landes. Er versicherte dem Gouverneur der Autonomen Region Tibet, Pema Thinley, daß sein Land keine anti-chinesischen Aktivitäten auf seinem Boden dulden werde. Zwei Tage nach dem Besuch des nepalesischen Präsidenten in Lhasa hinderte die Polizei in Kathmandu die Tibeter daran, ein religiöses Fest zu begehen. Die Behörden in Nepal gehen jetzt nicht nur gegen politische Zusammenkünfte sondern sogar gegen die religiösen Aktivitäten der Tibeter vor. Am Freitag waren zahlreiche Tibeter zu der Namgyal Mittelschule in der Nähe von Swayambhunath auf dem Weg, um das Fest Lhabab Dhuchen zu feiern und Gebete darzubringen. Bedauerlicherweise waren Hunderte von Sicherheitskräften und Polizisten im Einsatz, um uns das Fest zu vereiteln, sie ließen uns nicht dorthin gelangen, berichtete Rigzin aus Kathmandu der Tibet Post International. Dieses Fest symbolisiert den Herabstieg Buddhas vom Himmel auf die Erde, um den Dharma zu predigen. Es fällt auf den 22. Tag des 9. Monats des tibetischen Kalenders, also Ende Oktober/Anfang November. Der tibetisch-buddhistischen Tradition zufolge führen die Gläubigen an diesem Tag, der nichts mit der politischen Problematik Tibets zu tun hat, heilsame Handlungen durch und rezitieren Gebete. Quelle: Phayul, www.phayul.com, The Tibet Post International, http://www.thetibetpost.com
Adelheid Dnges IGFM Packenreiterstr. 18 81247 Mnchen Telefon: 089/8113574 Fax: - Internet: http://www.igfm-muenchen.de EMail: tibet@igfm-muenchen.de
Tibetische Sprache in Gefahr, Studentenprotest an der Minderheitenuniversität in BeijingIGFM München
Wie von den internationalen Medien berichtet, protestierten tibetische Schüler und Studenten in Rebkong und Chabcha in Amdo ( Qinghai ) sowie in Tawu in Kham ( Sichuan ) gegen die Pläne der Regierung, die Hauptunterrichtssprache auf Chinesisch umzustellenInzwischen gab es auch in Peking eine Protestaktion, bei der über 400 Studenten der ...
Wie von den internationalen Medien berichtet, protestierten tibetische Schüler und Studenten in Rebkong und Chabcha in Amdo ( Qinghai ) sowie in Tawu in Kham ( Sichuan ) gegen die Pläne der Regierung, die Hauptunterrichtssprache auf Chinesisch umzustellen Inzwischen gab es auch in Peking eine Protestaktion, bei der über 400 Studenten der Abteilung für tibetische Studien der Minzu Universität Chinas ( früher die Zentrale Universität für Nationale Minderheiten ) am 22. Oktober um Mittag auf ihrem Campus demonstrierten. Sie trugen Banner, auf denen auf Tibetisch und Chinesisch Gleichheit unter den Nationalitäten, Freiheit der Sprache stand. Bald tauchten der Kanzler der Universität und der kommunistische Parteisekretär auf, die die Studenten aufforderten, ihre Anliegen zu Papier zu bringen, was sie dann höheren Instanzen vorlegen würden. Einige Bilder zeigen größere Studentengruppen auf einem Gehweg sowie uniformierte Wachleute, die um die Studenten herumlaufen. Die Kundgebung wurde nach etwa zwei Stunden friedlich beendet, über Festnahmen wurde noch nichts bekannt. In den letzten Tagen veröffentlichten viele Tibeter ihre Ansichten zu der Problematik um ihre Sprache auch Online. Auf populären Networking-Seiten wie RenRen und MyBudala erschienen Bilder und Updates. So informiert etwa ein Eintrag auf Tibetisch: Heute um 12 Uhr protestierten 400 Studenten der Minzu Universität Chinas für die Freiheit der Sprache. Dies war die erste Protestbekundung tibetischer Studenten an der Minzu Universität seit der Mahnwache vom 17. März 2008, bei der sie all derjenigen ihrer Landsleute gedachten, die bei den Massendemonstrationen vom März 2008 ihr Leben verloren. Die Bilder über den Protest in Peking, die bei High Peaks Pure Earth, www.highpeakspureearth.com, zu sehen sind, wurden von einem tibetischen Studenten ins Netz gestellt. Der Slogan Gleichheit unter den Nationalitäten, Freiheit der Sprache, den die tibetischen Schüler in Amdo vielfach verwendeten, erschien auch Online. Die Fotoserien werden über die sozialen Netzwerke ausgetauscht, wobei eine mit dem Kommentar Ausgezeichnet versehen wurde. An der Minzu Universität werden Studenten aus den Gegenden der nationalen Minderheiten ausgebildet, die dann später in ihren Heimatgebieten für die Regierung arbeiten sollen. Es gibt Abteilungen für die verschiedenen Kulturen in China, und über 600 Tibeter leben auf dem Campus. Indessen äußerten sich chinesische Regierungsvertreter zum ersten Mal zu den geplanten Bildungsreformen und den Protestkundgebungen. Wang Yubo, der Chef der Bildungsbehörde von Qinghai sagte, die neue Regelung sei gedacht, um sowohl Chinesisch als auch die Sprachen der Minderheiten zu fördern. In dieser Aussage sehen viele jedoch ein Ausweichmanöver, um die Medien umzustimmen. So nannte Free Tibet, London, das Statement eine Lüge, um die Medien von Tibet abzulenken; später werden die Reformen und Festnahmen dann hinter geschlossenen Türen vorgenommen werden. Wang Yubo fuhr fort: Der Plan zielt darauf ab, das zu stärken, was schwächer ist, und nicht die eine Sprache auf Kosten der anderen zu schwächen. In Gegenden, wo die Bedingungen noch nicht reif sind, würden die Änderungen nicht gewaltsam eingeführt werden. Was die Kriterien für eine solche Unterscheidung sind, führte er jedoch nicht aus. Radio Free Asia meldete weiterhin, daß am Freitag tibetische Schüler in Gepasumso ( chin. Tongde ), TAP Tsolho, Qinghai, demonstrierten. Etwa 500 Schüler seien zu dem Verwaltungszentrum des Bezirks Tongde marschiert. Sie riefen Gleichheit für alle Nationalitäten, Freiheit für alle Sprachen und trugen ein riesiges Banner mit der Aufschrift Die tibetische Sprache wird nicht untergehen. Die meisten waren von der Höheren Schule von Tongde. Viel mehr wollten teilnehmen, aber nur etwa 500 bis 600 gelang es, den Campus zu verlassen. Als sie bei den Verwaltungsgebäuden ankamen, erschienen einige Lehrer und Beamte des Public Security Bureau und umstellten sie. Diese versuchten, die Schüler zu beruhigen und sagten, daß man sich mit ihrem Anliegen befassen würde, verlautet aus einer dortigen Quelle. Inzwischen wurde bekannt, daß ein höherer Verwaltungsbeamter und Vertreter der Bildungsbehörde am Mittwoch ein Lehrerausbildungsinstitut in Rebkong aufsuchten und den Studenten damit drohten, daß sie hinausgeworfen würden, falls sie weitere Protestmärsche veranstalteten. Quelle: The Tibet Post International, http://www.thetibetpost.com
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Avatar in Tibet - von WoeserIGFM München
High Peaks Pure Earth, www.HighPeaksPureEarth.com, übersetzte einen Blogeintrag von Woeser, den sie ursprünglich zur Ausstrahlung durch Radio Free Asia am 1. September verfaßte und dann auf ihrem Blog am 8. September einstellte. Darin nimmt Woeser Bezug auf die jüngsten Protestaktionen in Tibet gegen die Ausbeutung der des Landes ( ...
High Peaks Pure Earth, www.HighPeaksPureEarth.com, übersetzte einen Blogeintrag von Woeser, den sie ursprünglich zur Ausstrahlung durch Radio Free Asia am 1. September verfaßte und dann auf ihrem Blog am 8. September einstellte. Darin nimmt Woeser Bezug auf die jüngsten Protestaktionen in Tibet gegen die Ausbeutung der Naturschätze des Landes und den exzessiven Bergbau. Die Bilder von einer der Protestaktionen vom Mai 2010 in Namling in der Präfektur Shigatse, die ursprünglich an Radio Free Asia gesandt wurden, hat sie in ihren Blog übernommen ( 1 ). Kürzlich hörte man aus mehreren Quellen, daß bei Protestaktionen in Osttibet im August 2010 einige Tibeter erschossen wurden, Radio Free Asia sprach von mindestens vier Toten ( 2 ). Chinesische Staatsmedien berichteten jedoch von nur einem Todesopfer und 17 verletzten Polizisten ( 3 ). Hier folgt nun Woesers Blog Avatar in Tibet: Ausbeutung und der Kampf dagegen, wie sie in dem Kassenschlager-Film Avatar den Zuschauern vorgeführt werden, sind zu einer immer häufigeren Erscheinung überall in Tibet geworden. Ich meine hiermit die gewissenlosen Ausbeutungsmaßnahmen im Bergbau, die als wirtschaftliche Entwicklungsprojekte verbrämt werden, was dazu führte, daß den ortsansässigen Tibeter ihr grundlegendes Recht auf Leben genommen wurde. Es kam sogar soweit, daß Tibeter, die Gesuche an die Behörden richteten, von der bewaffneten Polizei totgeschossen wurden. Eben das geschah am 17. August in Kham in Osttibet, einer Region, die es in Begriffen landschaftlicher Schönheit und Naturschätze mit der Szenerie in Avatar aufnehmen kann. Heute wird diese Region administrativ als Bezirk Palyul in der Tibetisch-Autonomen Präfektur Kardze bezeichnet. Nach Aussage der dort Ansässigen waren mehrere Hundert Tibeter vor die örtlichen Regierungsgebäude gezogen und hatten die Einstellung der Bergbauaktivitäten gefordert. Ihr Protest endete mit Blutvergießen, mindestens drei Personen wurden erschossen, mehr als 30 verletzt und zahlreiche festgenommen. Weil dieses Ereignis durch die ausländischen Medien ging, räumte Xinhua tatsächlich ein, daß es zu Protesten gekommen war und daß Tibeter erschossen wurden. Sie tischten jedoch eine ganz andere, eine phantastische Version der Geschichte auf: Nicht nur behauptete Xinhua, daß die lokalen Behörden überhaupt keine Schuld träfe, sondern es hieß auch, daß die Tibeter die Polizei angegriffen hätten, weshalb diese Warnschüsse abgeben mußte; und dabei sei versehentlich ein Tibeter von einer Kugel getroffen worden. Ihre Erklärung, warum es zu diesem Vorfall gekommen war, ist gar noch lächerlicher: Nicht etwa, daß die tibetischen Demonstranten ein Ende des Bergbaus gefordert hätten; nein, sie verlangten, daß ein ortsansässiger han-chinesischer Goldgräber, der festgenommen worden sei, weil er die Weidegründe ruiniert habe, freigelassen werden sollte. Das ergibt doch überhaupt keinen Sinn, und eine so lückenhafte, widersinnige Geschichte wird keinen überzeugen. Die Behörden wissen wohl nicht, wie sie sich rechtfertigen sollen und präsentieren daher der Welt diese lachhafte Geschichte. Meinen sie denn, irgend jemand auf der Welt sei so dumm, ihnen das zu glauben? Ich war früher einmal im Bezirk Palyul, es ist eine entlegene Gegend, schwierig zu erreichen, von steil aufragenden Bergen umgeben und von reißenden Flüssen durchschnitten. An jeder der zwei Zufahrtsstraßen sind Schlagbäume, so daß es für Leute von außerhalb sehr schwierig ist, in das Gebiet hineinzugelangen. Daher wissen sie auch kaum, was drinnen geschieht. 2008 beispielsweise kam es in vielen tibetischen Gegenden zu kriegsähnlichen Massakern, von denen die Außenwelt nie etwas erfuhr. Hirten in Schaffell-Chubas ritten auf ihren Pferden durch die Gegend, riefen ka hee hee und spornten andere zum Aufstand an. Dafür wurden sie von der Militärpolizei mit modernen Feuerwaffen unter Beschuß genommen. Ein bewaffneter Polizist, der von Chengdu nach Lithang abkommandiert worden war, stellte später Bilder der neuen handgeführten Maschinengewehre ins Internet und kommentierte stolz: Diese blasen allen Gangstern innerhalb eines Umkreises von 100 m die Köpfe von den Schultern. Mit Gangstern meinte er die unbewaffneten und wehrlosen Tibeter, und der einzige Grund, warum ihre Köpfe weggeblasen werden, ist, daß sie auf die Straße gingen und aus Protest ihre Stimmen erhoben. Aber wollen wir von etwas anderem reden als den Blutlachen von vor zwei Jahren, die nie mehr verschwinden werden. In der Tat ist es genau wie bei jenem eingeborenen Volk in Avatar, das bei dem Versuch, sein Heimatland zurückzugewinnen, mit nichts als seinem eigenen Fleisch und Blut gegen die Waffen der Söldnerarmee kämpfen muß. Seit vielen Jahren ist das nun die Geschichte des tibetischen Volkes: Die Tibeter haben es selbst seit Generationen am eigenen Leib erfahren müssen. Ich möchte noch über ähnliche Ereignisse reden, wie die, die im Bezirk Palyul der Region Kham geschahen. Früher in diesem Jahr, am 21. Mai, gingen einige Tibeter aus dem Dorf Solchen im Bezirk Namling der Präfektur Shigatse zu der Dorfverwaltung, um gegen eine Bergbaugesellschaft aus Weifang, Provinz Shangdong, zu protestieren ( 4 ). Sie argumentierten, der Bergbau würde zu ökologischen Schäden führen, zur Verschmutzung des Trinkwassers und zu Problemen mit ihrem Vieh. Die dortigen Behörden entsandten eintausend paramilitärisch ausgerüstete Polizeikräfte, um mit diesen emanzipierten Leibeigenen aufzuräumen, die bei ihrer Protestaktion sogar die chinesische Flagge mit sich trugen ( siehe Bild 3 ). Ein paar Tibeter wurden geschlagen und viele festgenommen. Jemand, der damals am Schauplatz des Geschehens war, machte einige Aufnahmen und sandte sie an den tibetischen Dienst von Radio Free Asia. Ich verneige mich vor dem Mut dieser Person. Auf diesen Bildern können wir sehr deutlich feststellen, wie viel Ironie in der Realität liegen kann: Die chinesische Regierung behauptet, daß sie vor 50 Jahren die Leibeigenen befreite, die ein elendes Leben geführt hätten, und seitdem würden Zehntausende von emanzipierten Leibeigenen ein glückliches Leben führen, das beste Leben in der ganzen Geschichte Tibets und so weiter und so fort. Ja, diese Bilder führen uns vor Augen, wie die emanzipierten Leibeigenen auf dem Boden knien müssen. Wie ist es denn möglich, daß die Armee, welche sie befreite, sie jetzt mit ihren tödlichen Waffen bedroht? Oder sind etwa diese älteren Menschen, diese Frauen und gutmütigen Hirten alle die heimlichen Separatisten des Dorfes? Wenn diese Leute tatsächlich Separatisten sind, dann ist doch die Logik der vergangenen 50 Jahre eines befreiten Lebens im Glück gar nicht so überzeugend! ( 1 ) Hier sind die Bilder durch Anklicken in größerem Format zu sehen: http://woeser.middle-way.net/2010/07/8.html ( 2 ) 28. August 2010: Polizei schießt auf Tibeter, die gegen Goldabbau protestieren - vermutlich vier Todesopfer, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/RFA/2010/VierTotePalyaul_26.8.html ( 3 ) 3. September 2010: Xinhua berichtet von nur einem Toten bei den Protestaktionen gegen den Golderzabbau in Palyul, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/Phayul/2010/XinhuaBerichtPalyul_1.9.html ( 4 ) 24. Juni 2010: Proteste gegen Bergbau im Bezirk Namling: Fünfzig Tibeter festgenommen, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/Phayul/2010/MineProtestNamling.html
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