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Für Gourmets und Gesundheitsbewusste: Hongkongs Fachmessen im August
Frankfurt am Main/22. Mai 2011
Auf gleich drei Messen lädt das Hong Kong Trade Development Council (HKTDC) vom 11. bis 15. August 2011 zu geschmacklichen Entdeckungsreisen ein: der HKTDC Food Expo 2011, der Hong Kong International Tea Fair und der Heilmittelmesse HKTDC International Conference & Exhibition of the Modernization of Chinese ...
Frankfurt am Main/22. Mai 2011
Auf gleich drei Messen lädt das Hong Kong Trade Development Council (HKTDC) vom 11. bis 15. August 2011 zu geschmacklichen Entdeckungsreisen ein: der HKTDC Food Expo 2011, der Hong Kong International Tea Fair und der Heilmittelmesse HKTDC International Conference & Exhibition of the Modernization of Chinese Medicine & Health Products (ICMCM). Für Gourmets und Gesundheitsbewusste ist der Termin wie immer ein Muss.
Dass Nahrungsmittel, Heilmittel und Tee als Dreiklang präsentiert werden, hat einen guten Grund: Im asiatischen Kulturkreis beeinflussen sie nicht nur den Alltag und die Kochkunst, sondern auch die Lebensenergie, das Qi – allerdings nur dann, wenn die einzelnen Komponenten qualitativ hochwertig und in ihrer Zusammenstellung perfekt aufeinander abgestimmt sind. Die Basis bilden frische, gesunde Zutaten. Mögen sich bei deren Wahl angesichts exotischer Delikatessen wie Schlange, Haifischflossen oder Schwalbennester die öst-westlichen Geister scheiden – die Qualität ist immer entscheidend.
Hohe Anforderungen an Lebensmittelsicherheit
Im Food-verliebten Hongkong gelten hohe Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit, nicht zuletzt deshalb, weil die Metropole kulinarisch sehr weltoffen ist, selbst nur wenig produziert und daher von Importen abhängt. Wie genau es die Hongkonger Regierung mit der Kontrolle von Nahrungsmitteln nimmt, zeigt etwa ein Blick auf die Website des Center of Food Safety. Hier werden alle Fakten und Ergebnisse rund um Nahrungsmittel im Detail der Öffentlichkeit zugänglich gemacht – ein Thema das nach der Atom-Katastrophe in Japan im März 2011 noch mehr Bedeutung erhielt. Japan ist schließlich Hongkongs viertwichtigster Lebensmittellieferant und die japanische Küche hoch angesehen. Entsprechend streng sind die Kontrollen bei den aus Japan importierten Lebensmitteln: Seit März werden sie täglich auf Radioaktivität getestet und die Ergebnisse veröffentlicht. Bisher ist alles im grünen Bereich, einer kulinarischen Entdeckungsreise auf den Messen steht also nichts im Wege.
Große Reichweite: Fachpublikum und Konsumenten
Wie in den Jahren zuvor, richtet sich die Food Expo sowohl an Händler, Hersteller und Lieferanten als auch an die Öffentlichkeit. Ganz gleich, ob Abalone, Ginseng oder Barolo – Spezialitäten aus aller Welt sollen ihre Konsumenten finden. Daher gliedert sich die Food-Messe in die Trade und Public Hall. Während die Public Hall vom 11. bis zum 15. August 2011 allen Besuchern offensteht, ist die Trade Hall an den ersten beiden Messetagen, also vom 11. bis 12. August, dem Fachpublikum vorbehalten. Am letzten Messe-Tag sind dann beide Hallen für die Öffentlichkeit zugänglich. Erwartet werden 2011 rund xxx Aussteller. Im vergangenen Jahr kamen 741 Aussteller aus 22 Ländern. Die größten Länderpavillons boten China, Japan und Korea mit ihrer faszinierenden regionalen Vielfalt. Aus Europa nutzten Österreich, die Schweiz und Italien erstmals das Angebot, ihre Produkte dem asiatischen Markt vorzustellen. Über 12.100 Fachbesucher und insgesamt 371.000 Messegäste interessierten sich für die Neuheiten und Raritäten aus allen Teilen der Welt.
Pasta trifft Nachtmarkt
Das Ausstellungs- und Rahmenprogramm 2010 bot zahlreiche kulinarische Highlights: die „Premium Food Zone“ mit über 30 Markenprodukten, der neue Messebereich für Nudeln und Pasta, die erweiterte Halle 3 mit all ihren Themen von Backwaren über Biokost bis hin zu Küchengeräten oder die Halle 3 F mit ihrem Nachtbasar. Darüber hinaus erwiesen sich Koch-Shows mit Michelin-Köchen, Seminare zu gesundem Essen und Wettbewerbe mit TV-Stars als Publikumsmagnet. Das Programm 2011 gibt es in Kürze unter diesem Link angesehen werden.
Die Themenbereiche der Food-Expo 2011 im Überblick:
1. Lebensmittel und Getränke:
· Backwaren
· Alkoholische Getränke
· nicht alkoholische Getränke
· Plätzchen, Snacks und Süßigkeiten
· Haltbare Lebensmittel (Konserven, Tiefkühlkost und eingelegte Lebensmittel)
· Halbfertig- und Fertigprodukte
· Molkereiprodukte
· Obst und Gemüse
· Bioprodukte
· Fleisch- und Geflügel
· Reis
· Nudeln und Pasta
· Saucen und Gewürze
· Fisch- und Meeresfrüchte
2. Küchengeräte
3. Lebensmittelverpackungen, Beschriftungen sowie Produkte und Services zu Sicherheit und Vertrieb
4. Produkte, Maschinen und Services rund um die Verarbeitung von Lebensmitteln
5. Regierungsorganisationen und Handelsgesellschaften
Alles für ein gutes Qi – die Heilmittelmesse
Welche Heilmittel oder -methoden sich nach der Traditionellen Chinesischen Medizin positiv auf den Organismus auswirken, wer sie anbietet und welche neuen Forschungsergebnisse vorliegen – dies präsentiert vom 11. bis 15. August 2011 die 10. IHKTDC International Conference & Exhibition of the Modernization of Chinese Medicine & Health Products (ICMCM). Die vom HKTDC und der Modernized Chinese Medicine International Association Ltd. veranstaltete Heilmittelmesse bietet eine schier unübersehbare Fülle an Heilkräutern und Extrakten.
Im Jahr 2010 Jahr demonstrierten über 130 Aussteller aus 13 Ländern auf einer Fläche über 4.200 Quadratmetern ihre Kompetenz. In Gruppenpavillons stellten sich chinesische Provinzen, etwa Gansu, Jilin, Ningxia und Qinghai vor, auch Korea und Kanada präsentierten ihr Können gemeinschaftlich. Wie in den Vorjahren waren die ersten beiden Messetage für das Fachpublikum reserviert. Neben der zweitägigen Fachkonferenz mit führenden Experten konnte sich auch die Öffentlichkeit in Foren und Seminaren über neue Forschungsergebnisse informieren, etwa zum Thema Prävention und Stärkung durch Chinesische Medizin oder zum Einfluss von Emotionen auf die Gesundheit. Wie groß das Interesse an Traditioneller Chinesischer Medizin ist, belegten die Besucherzahlen des Vorjahres: Über 10.200 Fachbesucher aus 50 Ländern und über 95.000 Messegäste informierten sich rund um das wichtige Thema Gesundheit.
Die Themen der ICMCM 2011 im Überblick:
Das Hong Kong Trade Development Council (HKTDC), gegründet 1966, ist eine halbstaatliche Non-Profit-Organisation zur Förderung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen Hongkongs. Mit einem weltweiten Netz von mehr als 40 Niederlassungen in rund 30 Ländern bietet das HKTDC eine Plattform für Geschäftskontakte mit China und Asien. Die vom HKTDC organisierten Messen und Ausstellungen sowie Business Missions ermöglichen Unternehmen den Kontakt mit Hongkong und dem chinesischen Festland.
Hong Kong Trade Development Council (HKTDC) Koesling,Christiane Kreuzerhohl 5-7 60439 Frankfurt http://www.hktdc.com/ christiane.koesling[at]hktdc.org
Zwei Tibeter aus Kanlho, einer ein Jugendlicher, zu harten Strafen verurteiltIGFM München
Ein chinesisches Gericht in der TAP Kanlho ( chin. Gannan ), Provinz Gansu, verurteilte zwei Tibeter einer davon ein Jugendlicher wegen ihrer gegen die Regierung gerichteten Proteste zu Haftstrafen verschiedener Länge.Dies teilte der im Exil lebende Dolkar Kyab, der Kontakte zu der Region hat, dem Sender Voice of Tibet mit. Der 16jährige ...
Ein chinesisches Gericht in der TAP Kanlho ( chin. Gannan ), Provinz Gansu, verurteilte zwei Tibeter einer davon ein Jugendlicher wegen ihrer gegen die Regierung gerichteten Proteste zu Haftstrafen verschiedener Länge. Dies teilte der im Exil lebende Dolkar Kyab, der Kontakte zu der Region hat, dem Sender Voice of Tibet mit. Der 16jährige Thupten Dhargye wurde zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, weil er am 14. November 2010 zusammen mit seinem Freund Dorpel, 15, im Bezirk Machu antichinesische Parolen und Freiheit für Tibet gerufen hatte. Lang lebe Seine Heiligkeit der Dalai Lama riefen sie, ehe sie von den Sicherheitskräften festgenommen wurden. Dorpel wurde in der Untersuchungshaft so heftig gefoltert, daß seine Gesundheit schwer geschädigt wurde. Das Gericht überließ ihn seinen Angehörigen, ohne ihn zu verurteilen. Diese hatten keine Ahnung von der Festnahme ihres Sohnes gehabt. Dolkar Kyab fügte hinzu, das Mittlere Volksgericht von Kanlho habe das Urteil gefällt, ohne sich an das für Jugendliche per Gesetz im Strafprozess vorgeschriebene Verfahren zu halten. Dem Gesetz zuwider bekamen Thuptens Angehörige kein einziges Dokument, keinen Haftbefehl, nichts zu sehen. Sie durften ihn auch nicht in der Untersuchungshaft besuchen oder bei der Verhandlung dabei sein, sagte Kyab. Indessen verurteilte dasselbe Gericht am 26. November 2010 einen weiteren Tibeter, den 38jährigen Goshul Lobsang, wegen seiner angeblichen Beteiligung an den antichinesischen Protestaktionen von 2008 zu elf Jahren Gefängnis. Goshul, der aus einer armen Familie kommt, eine Frau und einen 9jährigen Sohn hat, wurde am 10. September 2010 festgenommen. Quelle Phayul, www.phayul.com
Adelheid Dnges IGFM Packenreiterstr. 18 81247 Mnchen Telefon: 089/8113574 Fax: - Internet: http://www.igfm-muenchen.de EMail: tibet@igfm-muenchen.de
Tibetischer Schriftsteller Kalsang Tsultrim zum zweiten Mal festgenommenIGFM München
Kalsang Tsultrim, der auch unter dem Pseudonym Gyitsang Takmig bekannt ist, wurde am 16. Dezember 2010 im Bezirk Sangchu ( chin. Xiahe ), TAP Kanlho ( chin. Gannan ), Provinz Gansu, erneut verhaftet.Das Public Security Bureau der Stadt Tsoe lud ihn vor, aber ließ ihn nach der Vernehmung nicht mehr los. Das Tibetische Zentrum für und erfuhr ...
Kalsang Tsultrim, der auch unter dem Pseudonym Gyitsang Takmig bekannt ist, wurde am 16. Dezember 2010 im Bezirk Sangchu ( chin. Xiahe ), TAP Kanlho ( chin. Gannan ), Provinz Gansu, erneut verhaftet. Das Public Security Bureau der Stadt Tsoe lud ihn vor, aber ließ ihn nach der Vernehmung nicht mehr los. Das Tibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie erfuhr von einer dortigen Quelle, daß er im Polizei-Haftzentrum der Stadt Tsoe festgehalten wird. Kalsang Tsultrim wurde erstmals am 27. Juli 2010 im Bezirk Dzoege, TAP Ngaba, Provinz Sichuan, wegen angeblichen politischen Fehlverhaltens festgenommen. Er hatte nämlich ein Video mit verbotenen Inhalten in Umlauf gebracht ( 1 ). Bei seiner Freilassung im Oktober 2010 befahl man ihm, seine alte Mobiltelefon-Nummer beizubehalten, und einer seiner Verwandten mußte sich schriftlich verpflichten, daß Kalsang sich an die von den Behörden gestellten Bedingungen halten würde. Sie sagten, daß sie ihn sechs Monate lang unter strenger Beobachtung halten würden, und falls er sich in dieser Zeit irgend etwas zuschulden kommen ließe, würde er erneut verhaftet werden, informierte ein Verwandter von Kalsang im Oktober 2010. Im August 2009, ein Jahr nach den massiven anti-chinesischen Unruhen in Tibet, war es Kalsang gelungen, seinen Video-Appell an den chinesischen Grenzkontrollen vorbei ins Ausland zu schicken. In dem Video fleht er die internationale Gesellschaft an, schnell zugunsten des tibetischen Volk zu handeln, damit die Repression ein Ende finde. Er sprach sich auch für die Rückkehr des Dalai Lama nach Tibet aus ( 2 ). In diesem Video informierte er ausführlich über die Ereignisse in Tibet seit der Flucht des Dalai Lama ins Exil, über das Leiden des tibetischen Volkes, seine Hoffnungen und Aspirationen. Er appellierte an die ganze Welt, sich dafür einzusetzen, daß die Repression in Tibet so schnell wie möglich ein Ende habe. Außer über die glorreichen vergangenen Zeiten Tibets sprach Kalsang auch von seiner Sorge um das Überleben der tibetischen Religion und Kultur, die Repression der letzten Jahre und die von den chinesischen Behörden begangenen schweren Menschenrechtsverletzungen in Tibet. Dem TCHRD zufolge nahm er sein einstündiges Video am 19. Juli 2009 auf. Später wurde es, ergänzt durch andere inhaltlich verwandte Videosequenzen und Bilder, in Form einer DVD herausgegeben. Diese fand in den tibetischen Gegenden von Gansu, Qinghai und Sichuan, also in Teilen der traditionellen Provinzen Amdo und Kham, weite Verbreitung. Kalsang wollte sein Video so viel wie möglich in Tibet verteilen, um in erster Linie das ungebildete und allgemeine Publikum aufzuklären über die wahre Geschichte des tibetischen Freiheitskampfes, die Forderung des Dalai Lama nach echter Autonomie und den Mittleren Weg sowie über die Menschenrechtssituation in Tibet. Er wollte der täglichen Dosis an Regierungspropaganda etwas entgegensetzen. Kalsang, der sich in dem Video als Gyitsang Takmig bezeichnet, ist ein Mönch des Klosters Gyitsang Gaden Choekhorling im Bezirk Sangchu, TAP Kanlho, Provinz Gansu. Dort kam es 2008 zu größeren Demonstrationen. Es heißt, er sei wegen seiner schriftstellerischen Tätigkeit in seiner Gegend ziemlich bekannt. Er schrieb u.a. das Buch Miyul la phulway jampa ( Dem Menschenreich dargebrachte Liebe ), das von den Sorgen und Nöten des tibetischen Volkes handelt. Kalsangs Festnahme fügt sich ein in das gegenwärtige Muster der Verfolgung tibetischer Intellektueller, wie Künstler, Schriftsteller, Blogger und anderer Kulturschaffender, ja sogar erfolgreicher Geschäftsleute, durch den Staat. ( 1 ) 23. August 2010, Noch ein tibetischer Intellektueller festgenommen - Kalsang Tsultrim, Autor eines mutigen Videos, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2010/KalsangTsultrim_.23.8.html ( 2 ) 1. September 2009: Videobotschaft von Kalsang Tsultrim an die freie Welt: Ruf nach der Rückkehr des Dalai Lama und dem Ende der Repression, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2009/KelsangTsultrimVideotext.html ( 3 ) Das Video in tibetischer Sprache gibt es bei Tibetonline: http://www.tibetonline.tv/videos/71/appeal-about-the-plight-of-tibetans Quelle: Tibetan Centre for Human Rights and Democracy, www.tchrd.org
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Chinesischer Wissenschaftler bestätigt menschliches Verschulden an der Erdrutsch-Tragödie in DrugchuIGFM München
Im Bezirk Drugchu ( chin. Zhouqu ), Provinz Gansu, beutete der Mensch die Berge, das Wasser und die Flüsse aus - die Natur rächte sich durch mächtige Schlammlawinen ( 1 ).Die ungezügelte Ausbeutung der Naturschätze hat ein gewaltiges Risikopotential für Naturkatastrophen mit sich gebracht: Am 8. August 2010 kam es zu den ...
Im Bezirk Drugchu ( chin. Zhouqu ), Provinz Gansu, beutete der Mensch die Berge, das Wasser und die Flüsse aus - die Natur rächte sich durch mächtige Schlammlawinen ( 1 ). Die ungezügelte Ausbeutung der Naturschätze hat ein gewaltiges Risikopotential für Naturkatastrophen mit sich gebracht: Am 8. August 2010 kam es zu den verheerenden Erdrutschen in der Gegend von Drugchu, die Tausende von Menschen töteten. Das schrieb ein führender chinesischer Wissenschaftler in einem Artikel in China Dialogue. Über 1.239 Menschen kamen ums Leben, und von 505 fehlt jegliche Spur. Jiang Gaoming, der Forschungsleiter an dem Institut für Botanik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, führt drei Hauptfaktoren an, welche zusammengenommen für die Katastrophe verantwortlich sind: rücksichtslose Abholzung, die Anlage von Staudämmen zur Wasserkraftnutzung und den Bau von Wohnhäusern direkt an den Flußufern. Die Gegend war für ihre Wälder, reichen Wasservorräte, fruchtbaren Böden und ihr angenehmes Klima bekannt. Aber nach dem Schlagen von 10 Milliarden Kubikmetern Holz sic! Es handelt sich offenbar um die ohnehin bereits sehr beachtliche Menge von mehreren Dutzend Millionen Kubikmeter Holz und der Anlage einer großen Anzahl von Stauwehren zur Nutzung der Wasserkraft blieben die Berge der Gegend kahl zurück, so daß sie die Niederschlagsmengen nicht mehr aufnehmen können, sagte er. Jiang belegte seine Befunde durch Statistiken über die Waldbestände in der Gegend. Der Bezirk Drugchu, der für seine reiche Vegetation bekannt ist, besteht zu 65% oder 1.940 qkm aus für Wälder tauglichen Geländes; 820 qkm oder 45% davon waren tatsächlich bewaldet, was über dem natürlichen Durchschnitt von 22% liegt. Unglücklicherweise wurden diese Wälder durch drei Jahrzehnte Abholzung erschreckend dezimiert. In den 70er Jahren wurden bereits jedes Jahr 80.000 Kubikmeter Holz geschlagen. Unkontrolliertes Baumfällen und Holzhandel resultierten schließlich darin, daß die Waldbestände des Bezirks jedes Jahr um 100.000 Kubikmeter verringert wurden, führte er weiter aus. Auf die verheerenden Schlammlawinen vom vergangenen August hin stellten Reporter fest, daß die Abhänge über dem Tal des Sanyan, eine der am schlimmsten betroffenen Zonen, gänzlich baumlos und nur spärlich mit Gebüsch bewachsen waren. Ohne die Vegetation konnte der starke Regen ungehindert das Erdreich und die Steine lockern, und dadurch Erdrutsche auslösen, welche Leib und Leben und Hab und Gut der Bewohner weiter unten bedrohten. Zweitens hat der massenhafte Stauwehrbau zusätzlich zu der Entwaldung die Gegend äußerst fragil gemacht. Es wurden, ohne der Ökologie weiter stromaufwärts auch nur einen einzigen Gedanken zu schenken, sage und schreibe eintausend größere und kleinere Stauwehre am Verlauf des Hauptflusses Bailong gebaut, wodurch die Wahrscheinlichkeit wuchs, daß Schlammlawinen entstehen. Der Bailong fließt zudem durch eine erdbebengefährdete Zone, und das Brechen von Steinen am Ufer des Flusses zum Bau der Dämme hat die Abhänge weiter destabilisiert, sagte Herr Jiang. Ferner beobachtete er, daß Anlagen zur Wasserkraftnutzung oft mit den Zielen des Umweltschutzes in Konflikt geraten So führte der Bau von Staudämmen immer wieder zur Zerstörung der Waldreserven, aber wenn die Forstwissenschaftler Einspruch erhoben, war das meistens wirkungslos. Von 2003 bis 2007 wurden in Drugchu Verträge für 53 Wasserkraftprojekte unterzeichnet, 41 davon sind inzwischen fertiggestellt worden oder befinden sich im Bau, und die restlichen 12 werden bald folgen. Insgesamt machen sie 80% der Entwicklungsprojekte des Bezirks aus. Schätzungen zufolge führt die Anlage von 41 Stauwehren zum Aushub von 38,3 Millionen Kubikmeter Sediment und zum Verlust von 749.000 Tonnen Erdreich. Nach Fertigstellung der Staudämme durchtränkt das Wasser die Abhänge und löst die Erde heraus, was eine Situation schafft, in der es jederzeit zu Erdrutschen kommen kann. Die Entnahme großer Sandmengen läßt ein von Steinbrocken übersätes Flußbett zurück. Sie können vom Hochwasser mitgerissen werden, was diese Wasserfluten noch viel gefährlicher macht, sagte er. Das dritte Hauptproblem ist der Mangel an urbaner Planung und der Bau von Wohnhäusern nahe am Flußufer. Obwohl die Schlammlawinen und Erdrutsche die Bewohner vor Ort für die drohende Gefahr sensibilisiert haben, läßt die urbane Planung immer noch zu wünschen übrig, und es wird weiterhin auf riskantem Gelände gebaut. Die enge Talsohle, in der Drugchu liegt, macht gerade mal 12 qm aus. Die Bevölkerung wuchs seit Jahrzehnten, und der einzige Ort, wo man noch bauen kann, ist am Flußufer. Bauträger sehen die Flüsse Sanyan und Luojia nun als ihre einzig noch vorhandene Option und kaufen dort Land zu Bauzwecken auf, fügte Jiang hinzu. Die Errungenschaften der Wirtschaftsentwicklung sind weit weniger wertvoll als grüne Berge und klare Flüsse. Und es ist gewöhnlich die lokale Bevölkerung, welche die volle Wucht der Umweltkatastrophen abbekommt. Das Leid in Drugchu ist ein umweltbedingtes Leid. Es ist an der Zeit, die menschliche Entwicklung so zu gestalten, daß vermieden wird, die Umwelt, das Leben und den Besitz der Menschen nur um des wirtschaftlichen Gewinns willen zu gefährden, schloß Herr Jiang. Jiang Gaoming verwendete für Drugchu natürlich den chinesischen Namen Zhouqu in seinem Artikel. ( 1 ) 10. August 2010,. Die Erdrutschkatastrophe in Zhouqu ( Drugchu ) - von Menschenhand gemacht? http://www.igfm-muenchen.de/tibet/Phayul/2010/Mudslide-manmade_10.8.html Bild: Die Schlammlawine hinterläßt eine Spur der Verwüstung
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Jahresbericht 2010 des Tibetischen Zentrums für Menschenrechte und Demokratie: Die Menschenrechtssituation in Tibetigfm münchen
Das Tibetan Centre for Human Rights and Democracy ( TCHRD ) hat seinen Jahresbericht 2010 zur Menschenrechtssituation in Tibet veröffentlicht. Dieser neunzigseitige Bericht ( 1 ) dokumentiert Verstöße im Bereich der bürgerlichen und politischen Rechte, der Religionsfreiheit, des Rechts auf Bildung und des Rechts auf und politische ...
Das Tibetan Centre for Human Rights and Democracy ( TCHRD ) hat seinen Jahresbericht 2010 zur Menschenrechtssituation in Tibet veröffentlicht. Dieser neunzigseitige Bericht ( 1 ) dokumentiert Verstöße im Bereich der bürgerlichen und politischen Rechte, der Religionsfreiheit, des Rechts auf Bildung und des Rechts auf Lebensunterhalt. Bürgerliche und politische Freiheiten Auch 2010 war bei der Regierung der VR China keine Lockerung ihrer Politik zu erkennen. Am 30. Dezember 2010 waren 831 politische Gefangene in Tibet bekannt, von denen 360 rechtskräftig von einem Gericht verurteilt worden sind und zwölf eine lebenslange Haftstrafe verbüßen. Man weiß von 188 Tibetern, die im Laufe des Jahres festgenommen wurden und sich in Haft befinden; 71 von ihnen wurden bereits gerichtlich verurteilt. Das harte Vorgehen gegen Intellektuelle und Persönlichkeiten des kulturellen Lebens setzte sich auch dieses Jahr fort. Seit 2008 wurden über 60 tibetische Autoren, Blogger, Intellektuelle und Kulturschaffende verhaftet. Die Behörden hatten prominente Tibeter im Visier, die bis dahin als vorbildliche Persönlichkeiten galten. Am 23. August 2010 verkündete die chinesische Regierung Reformen in Bezug auf die Anwendung der Todesstrafe: Sie gilt nun nicht mehr für finanzielle Verbrechen. Obwohl diese Reform willkommen ist, wirkt sie sich in Tibet kaum aus. Seit dem Frühjahr 2008 wurden neun Tibeter zum Tode verurteilt, von denen zwei bereits exekutiert worden sind. Die übrigen sieben wurden zum Tode mit zweijährigem Aufschub verurteilt. 2010 wurden drei Tibeter, Sonam Tsering, Lama Lhaka und Sodor aus dem Kloster Kolu in Chamdo zum Tode mit zwei Jahren Aufschub verurteilt ( 2 ). Im Mai dieses Jahres gab China neue Verordnungen heraus, denen zufolge Beweise, die illegal durch Folter erzwungen wurden, in Fällen von drohender Todesstrafe und anderer strafrechtlicher Verfolgung nicht verwendet werden dürfen. China hat die Folter zwar theoretisch bereits 1996 verboten; unter Zwang erhaltene Beweise wurden jedoch trotzdem routinemäßig akzeptiert, denn die Definition illegaler Handlungen war so vage, dass die Polizei verschiedene Techniken einsetzte, um das Verbot zu umgehen. In Unruheregionen wie Tibet wird Folter in Haftanstalten und Gefängnissen regelmäßig praktiziert. Die Polizei greift auf unmenschliche Techniken und Foltermethoden zurück, um vor Gericht Beweise präsentieren zu können. Das Recht auf Bildung Im Laufe des Jahres kam es in Tibet bei mehreren Gelegenheiten zu Schüler- und Studentenprotesten, mit denen diese ihre Beschwerden und Sorgen in Bezug auf soziale und politische Fragen zum Ausdruck brachten. Im März und April 2010 war die Zahl von Verhaftungen und Ausschlüssen tibetischer Lehrer und Schüler aus Schulen und akademischen Institutionen Osttibets besonders hoch. Am 19. Oktober 2010 gingen Tausende tibetischer Schüler aus sechs verschiedenen Schulen im Bezirk Rebkong ( chin. Tongren ) der tibetischen autonomen Präfektur ( TAP ) Malho in Qinghai auf die Straße, um gegen die vorgesehenen Änderungen im Bildungssystem zu protestieren, die die tibetische Sprache ins Abseits drängen sollen. Die Proteste breiteten sich später auf andere Gebiete in Tibet und darüber hinaus aus, teilweise sogar auf so weit entfernte Institutionen wie die Universität für Nationale Minderheiten in Beijing. Dort protestierten am 22. Oktober 600 tibetische Studenten für den Schutz der tibetischen Sprache. Die Proteste entzündeten sich an einer Anordnung der Regierung von Qinghai, dass alle Unterrichtsstunden und Schulbücher an Grundschulen ab 2015 auf Chinesisch sein sollen; nur der Tibetisch- und Englischunterricht ist hiervon ausgenommen ( 3 ). Die Regierung argumentierte, der Vorschlag, Mandarin an Schulen zur Pflicht zu machen, werde die tibetischen Schüler den anderen Staatsangehörigen gleichstellen, ihnen Möglichkeiten im Wirtschaftsleben eröffnen und sie in die größere chinesische Gemeinschaft integrieren. Die Tibeter riefen dagegen dazu auf, die tibetische Sprache als Teil der tibetischen Identität und Grundlage ihrer Religion und Kultur zu bewahren, was an die umfassendere Frage der kulturellen und ethnischen Identität anknüpft. Leider betrachten die staatlichen Behörden es als staatsfeindlich, für kulturelle Einzigartigkeit einzutreten, auf seine Kultur stolz zu sein und sie zu fördern. Die bald in ganz Tibet umgesetzte Verwendung von Mandarin als obligatorische erste Sprache wird sich in drastischer Weise negativ auf das Leben der Tibeter auswirken. Das chinesische Gesetz sieht zwar den Schutz und die Förderung von Sprachen ethnischer Minderheiten vor, die Wirklichkeit ist jedoch anders. Im Licht der chinesischen Verfassung sowie des nationalen und internationalen Rechts hat der Staat der VR China die Verantwortung, die tibetische Sprache zu schützen. Die von der Provinzregierung Qinghais vorgeschlagene Änderung im Bildungssystem steht von Grund auf im Widerspruch zu allen Rechtsvorschriften. Religionsfreiheit Im Laufe des Jahres waren die jahrhundertealte Praxis des traditionellen tibetischen Buddhismus und die monastische Gemeinschaft einem weiteren Schlag der Kommunistischen Partei Chinas ( KPCh ) ausgesetzt. Im September 2010 erließ das Staatliche Amt für Religiöse Angelegenheiten ( SARA ) die Anordnung Nr. 8 Maßnahme für das Management tibetischer buddhistischer Klöster und Tempel. Die Verordnung mit 44 Artikeln, die am 1. November 2010 in Kraft trat, behindert die jahrhundertealten Praktiken des tibetischen Buddhismus, schränkt die Beziehungen zwischen Meister und Schüler ein und gibt den Behörden eine solide gesetzliche Grundlage in die Hand, um Klosterinstitutionen wie auch Mönche und Nonnen kontrollieren zu können. Diese Verordnung ist eine Verstärkung der rechtlichen Instrumente, die sich primär gegen den Einfluss des Dalai Lama und anderer führender Persönlichkeiten des Tibetischen Buddhismus richten, von denen die meisten im indischen Exil leben und dort ihre Religion lehren ( 4 ). Was als Steigerung der Kontrolle in den Klosterinstitutionen Tibets interpretiert werden könnte, ist die Tatsache, dass das United Front Work Department ( UFWD ) der KPCh vom 14. bis 15. August eine Konferenz über die demokratische Verwaltung der klösterlichen Institutionen abhielt. Sie fand in Shigatse statt und veranlasste die Leiter von Klosterinstitutionen und lokale UFWD-Leiter in der TAR wie auch tibetischer Gebiete in vier Provinzen, die Zügel in den religiösen Institutionen tibetischer Regionen fester anzuziehen. Während der Versammlung bemerkte der Leiter des UFWD, Du Qingli, dass die patriotische und die Rechtserziehung verstärkt werden sollen, um die Mönche und Nonnen dazu zu bringen, sich an die Gesetze des Landes zu halten und freiwillig die Einheit der Nation, der Nationalitäten und die soziale Stabilität zu schützen ( 5 ). Recht auf Lebensunterhalt In Beijings Diskurs über Tibet gab es schon immer zwei Schwerpunkte: Einerseits den der Entwicklung, andererseits den der Stabilität. Da über 80 Prozent der Tibeter in ländlichen Gebieten leben, sind der großen Mehrheit der ethnischen Tibeter auf dem Land die Vorteile der Westlichen Entwicklungsstrategie nicht zugänglich. Nur wenig von dem für die Entwicklung vorgesehenen Geld sickerte zu den ärmsten Teilen der Gesellschaft durch. China behauptet zwar, den ökonomischen Rechten seiner Bevölkerung Vorrang zu geben, setzte in Tibet jedoch keine an deren Rechten und Bedürfnissen orientierten Entwicklungsansätze um, was extreme Schwierigkeiten für das Leben der Nomaden und Bauern mit sich brachte. Nachdem der UN-Sonderberichterstatter über das Recht auf Nahrung, Olivier De Schutter, seinen Besuch vom 15. bis 23. Dezember in der VR China beendet hatte, erklärte er der Regierung in seinem Fazit über die Umsiedlung zahlreicher tibetischer Nomaden im Rahmen der politischen Richtlinie Tiere entfernen, damit Gras wachsen kann ( Tuimu Huancao ), man solle die Nomaden nicht zwingen, ihr Vieh zu verkaufen, und sie nicht zwangsweise umsiedeln ( 6 ). Zehn Jahre nach dem vierten Arbeitsforum zu Tibet wurde vom 18. bis 20. Januar 2010 das fünfte Arbeitsforum in Beijing abgehalten. Präsident Hu Jintao und über 300 hochrangige Partei-, Regierungs- und Militärführer nahmen an der Versammlung teil. Erstmals schloss das fünfte Arbeitsforum zu Tibet im Gegensatz zu den vorangegangenen vier Arbeitsforen alle tibetischen Gebiete mit ein, die zu den Provinzen Sichuan, Qinghai, Gansu und Yunnan gehören. In dem Forum wurde festgelegt, dass die Politik in allen tibetischen Gebieten der VR China jeweils den regionalen Bedürfnissen angepasst werden solle. Nach zehn Jahren der ambitionierten Westlichen Entwicklungsstrategie haben die Behörden offenbar erkannt, dass die Kluft zwischen Arm und Reich größer geworden ist; dementsprechend besteht Ungleichheit in Bezug auf die sozialen Einrichtungen und das Bildungsniveau der Menschen. Das Fünfte Arbeitsforum zu Tibet betonte, dass man sich auf die Verbesserung der Lebensgrundlagen der ländlichen Bevölkerung konzentriere. Im Gegensatz zu früheren Arbeitsforen gab es im fünften Forum keine Listen von Großprojekten, obwohl es sehr gut sein kann, dass dies nur deswegen der Fall war, weil die aufwendigen Projekte mit hohen Kosten im zwölften Fünfjahresplan für die Jahre 2011 bis 2016 bekannt gegeben werden. Im Jahr 2010 verloren Tausende bei dem Erdbeben in Kyegudo ( chin. Jiegu ) und bei der Erdrutsch-Katastrophe in Drugchu ihr Leben. Während anzuerkennen ist, dass die Regierung bei der Nothilfe für das vom Erdbeben erschütterte Kyegudo sehr gute Unterstützung leistete, hat der Staat jedoch unglücklicherweise dem Dalai Lama den Zugang zu dem Gebiet verwehrt obwohl dieser direkt darum bat, die Region besuchen zu dürfen, um Gebete zu sprechen und die trauernden Familien zu trösten. Der Regierung wäre allerdings seitens der Tibeter wie auch international viel Bewunderung gewiss gewesen, hätte sie die Politik einmal beiseite geschoben und zugelassen, dass menschliche Emotionen und Spiritualität eine Verbindung eingehen. Der Schlüssel, das Herz und den Geist des tibetischen Volkes zu gewinnen, liegt darin, sich mit dem Dalai Lama zu verbinden. Der Staat sollte eine mutige Vision haben, die Tibet-Frage durch den Dialog mit dem Dalai Lama zu lösen und so ein stabiles Umfeld gewährleisten, in dem das tibetische und chinesische Volk in Harmonie leben können. ( 1 ) Der vollständige Bericht im pdf-Format kann heruntergeladen werden unter http://www.tchrd.org/publications/annual_reports/2010/ar2010.pdf ( 2 ) 20. November 2010 Tibeter wegen Demonstrationen von 2008 zum Tode mit Aufschub verurteilt, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/diir/2010/SonamTseringTodesurteil_20.11.html ( 3 ) 5. November 2010 Unfreiheit der Sprache: Chinesische Bildungspolitik für die tibetische Sprache tödlich, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2010/Tibetisch_bedroht_5.11.html ( 4 ) 11. Oktober 2010 Neue Bestimmungen für die Klöster in Tibet bezwecken, den Einfluss aus dem Ausland auszuschalten, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ctc/2010/NeueRegeln_27.11.html ( 5 ) 21. August 2010 Konferenzen auf hoher Ebene über die öffentliche Sicherheit und die Aktivitäten der Klöster in Tibet, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2010/PSB-Konferenz.html ( 6 ) 23. Dezember 2010 UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf angemessene Ernährung: Tibetische Nomaden sollten nicht zwangsangesiedelt werden, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ftc/2010/UN_Tib.Nomaden_23.12.html
Adelheid Dnges IGFM Packenreiterstr. 18 81247 Mnchen Telefon: 089/8113574 Fax: - Internet: http://www.igfm-muenchen.de EMail: tibet@igfm-muenchen.de
"Pemakoe, das letzte Paradies auf Erden, verschwindet"igfm München
Strassenanbindung des letzten per Auto noch nicht zugänglichen Bezirks Metok in Tibet1818 gründeten die Briten den Great Trigonometrical Survey, die Vorläuferorgansation des Survey of India ( der ältesten Abteilung der indischen Regierung: http://dst.gov.in/scientific_services/survey.htm ). Sie dachten, der beste Weg zur Eroberung ...
Strassenanbindung des letzten per Auto noch nicht zugänglichen Bezirks Metok in Tibet 1818 gründeten die Briten den Great Trigonometrical Survey, die Vorläuferorgansation des Survey of India ( der ältesten Abteilung der indischen Regierung: http://dst.gov.in/scientific_services/survey.htm ). Sie dachten, der beste Weg zur Eroberung des Subkontinents sei, ihn und das, was jenseits von ihm liegt, zu vermessen. Sie setzten ihre besten Landvermesser ein. George Everest, nach dem später der höchste Gipfel des Planeten benannt wurde, war einer von ihnen. Eines der Hauptziele der Vermessung war, eine bessere geographische Vorstellung von den entlegenen Himalaya-Regionen, besonders von Tibet, zu gewinnen. Die erfinderischen Engländer setzten Einheimische ( die sie pundits nannten ) ein, um das Dach der Welt zu vermessen ( und auszuspionieren ). Einer dieser pundits war der aus Sikkim gebürtige Kintup, alias KP. Er wurde mit einer besonderen Mission nach Tibet geschickt: Den Verlauf des Yarlung Tsangpo zu erforschen. Floß der mächtige südostwärts verlaufende Fluß wie der Mekong nach Burma oder floß er nach Indien. Nach mehreren abenteuerlichen Jahren ( ein paar Monate arbeitete er als Sklave in einem entlegenen Dorf in Südtibet ) fand der des Lesens und Schreibens unkundige KP heraus, dass der Yarlung Tsangpo und der Brahmaputra ein und derselbe Fluß sind. Eine Strecke von etwa 120 Meilen des Flusslaufes, über welche der Brahmaputra von einer Höhe von 12.000 Fuß auf 3.000 Fuß abfällt, konnte er jedoch nicht auskundschaften. KP versuchte, dem Fluß stromabwärts zu folgen, aber kam nur bis zu einer Pemakoe genannten Gegend, die 40 Meilen nördlich des britischen Territoriums in Assam ( dem heutigen Arunachal Pradesh ) liegt. KP versuchte dann, markierte Baumstämme den Fluß hinunterzuschicken, weil er sehen wollte, ob sie Assam erreichten. Unglücklicherweise konnte er seine Botschaft nicht nach Britisch-Indien vermitteln, und als er 1884 ( nach vier Jahren Wanderung über Gebirgspfade ) nach Assam zurückkehrte, glaubte ihm keiner seine Geschichte. Erst einige Jahre später fand das Vermessungsamt einige Baumstämme in Bengalen, und das machte KP berühmt. Am Vorabend des Besuchs des chinesischen Premier Wen Jiabao in Indien trumpften mehrere offizielle chinesische Websites mit der Nachricht auf, dass diese Gegend, die auch als Metok ( chin. Motuo ) bekannt ist, letztendlich geöffnet wurde. Das chinesische Fernsehen verkündete stolz: Motuo Traum des Anschlusses an die Außenwelt wird wahr. Ein CCTV-Reporter präzisierte: Motuo ist der einzige Bezirk unseres Landes, der noch nicht per Auto zugänglich ist. Der Bezirk befindet sich im Südosten der TAR. Wegen der harten natürlichen Gegebenheiten galt der Bau einer Straße dorthin früher als ein Traum. Jedoch soll in einer Woche der größte Tunnel fertig gestellt werden. Für den Motuo-Highway wird dann ein Traum wahr werden. Warum kam diese Nachricht, die ernste strategische Implikationen für Indien hat, und die Schlagzeilen in China machte, erst einen Tag vor Wens Ankunft in Delhi heraus? Das erinnert mich an AB Vajpayees Besuch in China im Februar 1979. Er war der erste indische Staatsmann, der Peking seit dem Krieg von 1962 besuchte. Mitten während seines Besuchs griff China Vietnam an. Bei seiner Rückkehr informierte der zukünftige Premierminister das Parlament: Als diese ernste Entwicklung durch Berichte bestätigt wurde, strich ich sofort den Rest meines Programms in China. Oder wieder während des Besuchs des indischen Präsidenten Venkataraman im Mai 1992: Der Besuch wurde überschattet von Pekings Beschluß, einen 420 Kilotonnen Nukleartest in einem vertikalen unterirdischen Schacht durchzuführen. Er soll einer der heftigsten seit Jahren gewesen sein. Warum hört Peking mit dieser Taktik nicht endlich auf? Ehe er nach Islamabad aufbrach, sprach der gute Wen mit indischen Journalisten. Er sagte ihnen: Ich weiß, dass es über 500 Zeitungen in Indien gibt, und dass das indische System auf Pressefreiheit beruht. Aber gleichzeitig glaube ich, dass die Medien eine größere Rolle bei der Förderung der Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern spielen sollten. Verhilft jedoch eine laut hinausposaunte Ankündigung, dass die PLA bis in die entlegensten Winkel an der tibetisch-indischen Grenze vorgedrungen ist, dazu, die Freundschaft zu fördern? Oder war es nur eine Botschaft an Delhi, dass Peking im Falle eines Konflikts bereit ist? Xinhua berichtete: Der Bau eines Tunnels für eine Straße, die Tibets Bezirk Metok ( in späteren Verlautbarungen wurde der tibetische Name verwendet ) mit der Außenwelt verbindet, war vollendet, als das Gestein im letzten Abschnitt weggesprengt wurde. Die Mannschaft kündigte den Erfolg der Sprengung an, für die über 152 kg Sprengstoff eingesetzt wurden, und die Arbeiter trafen sich von beiden Seiten. Die Bauarbeiter brauchten über zwei Jahre, um den 3.310 km langen Galongla Tunnel, der in einer Höhe von 3.750 m verläuft, fertigzustellen. Er bildet einen Teil einer Fernstraße, die den Bezirk Metok mit der Außenwelt verbinden soll und die 2010 vollendet sind wird. Es mag schon stimmen, dass Metok der letzte Bezirk ohne eine Straßenanbindung in China war, aber wer würde glauben, dass all dieser Aufwand lediglich für eine winzige Bevölkerung von 11.000 Menschen getrieben wurde? Die 117 km lange Metok-Fernstraße wird die indische Grenze mit der Staatsstraße 318 verbinden, die in Shanghai beginnt und durch die Provinzen Zhejiang, Anhui, Hubai, Chongqing und Sichuan verlaufend über Lithang, Batang, Markham und Bomi Osttibet erreicht, dann nach Lhasa weiterführt und an der Grenze zu Nepal ( Zhangmu ) endet. Die neue Straße wird bei Bomi auf diese strategische Achse stoßen. Xinhua versicherte, dass der neue Tunnel die Fahrzeit dramatisch verkürzt, weil die Fahrt durch den Tunnel nur eine halbe Stunde dauern wird, wobei 90 km Straße zwischen dem Ende des Tunnels und dem Bezirk Metok, Präfektur Nyingchi, noch zu bauen sind. Die Stadt Nyingchi, die 200 km von Bomi entfernt liegt, wird bereits durch einen der größten Flugplätze in Tibet bedient. Er kann jährlich Hunderttausende von Touristen bewältigen, die von den Schluchten des Brahmaputra angezogen werden. Sogar noch bedenklicher: Ingenieure, die für das Projekt der Ableitung des Wassers des Yarlung Tsangpo nordwärts über Hunderte von Kilometern gebirgigen Geländes nach den nordwestlichen Provinzen Xinjiang und Gansu tätig waren, planten das Hauptwasserkraftwerk in der Gegend von Metok ( 1 ). Sie wussten, dass die Schluchten des Brahmaputra eines der höchsten Potentiale an Wasserkraft in der Welt bergen. Für Südasien und insbesondere für Indien sind die Kolossalität des Entwurfs und seine Nähe zu der indischen Grenze nicht zu leugnen. Es wird natürlich eine politische Entscheidung sein, aber die neue Straße macht sie nun praktisch denkbar. Für die Tibeter ist die Region eine der ursprünglichsten ihres Landes. Sie betrachten die Gegend um die große Flußbiegung des Brahmaputra als die Wohnstätte der Göttin Dorjee Pagmo, der Schutzgottheit Tibets. Viele glauben, dass Pemakoe ein heiliges Reich ist, das oft in ihren Schriften erwähnt wird: Das letzte verborgene Shangrila. Es heißt auch, dass der große trantrische Meister aus Indien Padmasambhava den Ort im 8. Jahrhundert besuchte und die dortigen Geister zähmte und ihnen auftrug, die spirituellen Schriften für zukünftige Generationen zu bewahren Diese Region empfängt im Unterschied zu anderen Teilen Tibets eine Menge Regen, und um die große Flußbiegung findet man die seltensten Pflanzen- und Tierarten. Obwohl noch nicht voll dokumentiert, räumt der chinesische Staat ein, dass die Gegend über 60% der biologischen Ressourcen des tibetischen Hochlands beherbergt. Es mag für China die Erfüllung eines Traumes sein, für Indien ist es ein Albtraum. Vor einigen Jahren, als Xi Jinping Parteisekretär der Provinz Zhejiang an der Ostküste Chinas war, erklärte er: Wir müssen Maos strategisches Konzept der Einheit von Soldaten und dem Volk umsetzen, daher sollten sowohl die Armee als auch die regionalen Zivilbehörden emsig alle Ressourcen koordinieren und bereithalten im Vorbereitung auf einen militärischen Kampf gegen Chinas Feinde. Es besteht kein Zweifel, daß die neue Straße noch ganz anderen als den offiziell vorgegebenen Zwecken dient ( 2 ). ( 1 ) Lesenswert ist die ausführliche und fundierte Recherche von Gabriel Lafitte, dem Entwicklungsexperten und Ökologieberater der tibetischen Regierung im Exil, über die im 12. Fünfjahresplan Chinas 2011-2015 geplanten Megastaudämme in Tibet und Hintergrundinformationen hierzu, die bei Phayul in der Rubrik Opinions unter dem Titel DAMMING TIBET TO SAVE CHINA: HYDROPOWERS COMING GOLDEN DECADE erschien: http://www.flexform.de/tkqoxcgc ( 2 ) 31. Dezember 2010 The End of Shangrila von Claude Arpi, http://www.indiandefencereview.com/geopolitics/The-end-of-Shangrila.html Quelle: Phayul, www.phayul.com, Artikel von Claude Arpi
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Leben eines tibetischen politischen Gefangenen in GefahrIGFM München
Der politische Gefangene Jigme Gyatso, ein ehemaliger buddhistischer Mönch, der im Gefängnis Chushul nahe Lhasa eine Haftstrafe von 18 Jahren verbüßt, ist als Folge extremer Folterung in einem bedenklichen Gesundheitszustand, wie die Tibetische Zentralverwaltung in Dharamsala vor kurzem erfuhr.1996 klagte das Mittlere Volksgericht ...
Der politische Gefangene Jigme Gyatso, ein ehemaliger buddhistischer Mönch, der im Gefängnis Chushul nahe Lhasa eine Haftstrafe von 18 Jahren verbüßt, ist als Folge extremer Folterung in einem bedenklichen Gesundheitszustand, wie die Tibetische Zentralverwaltung in Dharamsala vor kurzem erfuhr. 1996 klagte das Mittlere Volksgericht von Lhasa Jigme Gyatso und einige Einwohner von Lhasa wegen konterrevolutionärer Aktivitäten an. Jigme Gyatso wurde in der Folge zu einer 15jährigen Haftstrafe verurteilt, die er im Drapchi Gefängnis zu verbüßen hatte, wo er Zwangsarbeit leisten mußte ( 1 ). Im Gefängnis rief Jigme Parolen für ein langes Leben des Dalai Lama, was ihm eine zweijährige Verlängerung seiner Haftstrafe einbrachte. Trotzdem blieb er seiner Überzeugung treu, wofür er schwer gefoltert und geschlagen wurde. Er wurde zusehends schwächer ( 2 ). Auch nachdem er vom Gefängnis Drapchi nach Chushul verlegt wurde, gingen die heftigen Schläge weiter. Sein gesundheitlicher Zustand hat sich dermaßen verschlechtert, daß man nun befürchtet, er wird nicht mehr lange überleben. Er wurde von anderen Gefangenen isoliert, und in letzter Zeit wurde ihm dreimal das Recht auf den Besuch seiner Angehörigen verweigert. Am 27. November 2005 traf ihn der damalige UN-Sonderberichterstatter für Folter Dr. Manfred Nowak anläßlich eines offiziellen Besuchs im Gefängnis Chushur. Dr. Nowak forderte daraufhin die Freilassung des Häftlings: Da er wegen eines politischen Delikts, vermutlich auf der Basis von durch Folter erzwungenen Aussagen verurteilt wurde, appelliert der Sonderberichterstatter an die chinesische Regierung, ihn zu entlassen ( 3 ). Jigme Gyatso wurde 1961 in Sangchu in Amdo geboren. Bis zu seiner Verhaftung wohnte er in Lhasa, seine Mutter starb zwei Jahre, nachdem er festgenommen wurde. Jigme war einer der ersten Tibeter, die sich in Sangchu, Labrang, TAP Kanlho, Provinz Gansu, für die gerechte Sache Tibets einsetzten. Als er in Lhasa wohnte, tat er sich mit anderen tibetischen Freunden zusammen und engagierte sich für eine Reihe von Tibet-Aktivitäten. Obwohl sie durch die kontinuierlichen Schläge in chinesischer Gefangenschaft körperlich sehr geschwächt sind, bewahrten viele Tibeter wie Jigme ihre geistige Stärke, ihren Mut und ihre Entschlossenheit, trotz der Repression nicht nachzugeben. ( 1 ) Human Rights Update, Februar 1999 ( 9 ) 15 Jahre Urteil wegen Ausübung der Menschenrechte, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/HRU/1999/HRU-1999-02.html ( 2 ) 20. April 2009 Das TCHRD fordert die Freilassung des schwerkranken Jigme Gyatso, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2009/JigmeGyatso_totkrank_20.4.html ( 3 ) 26. März 2006, Seltener Augenzeugenbericht: Der UN-Sonderberichterstatter für Folter verurteilt die Mißhandlung von tibetischen Gefangenen, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ICT/2006/ManfredNowak.htm Quelle: Department of Information and International Relations, www.tibet.net
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Tibetischer Mönch und Schriftsteller Sungrab Gyatso zu drei Jahren verurteiltigfm München
Laut einer dem Tibetischen Zentrum für Menschenrechte und Demokratie ( TCHRD ) zugegangenen Information verurteilte das Mittlere Volksgericht von Kanlho Sungrab Gyatso, einen Mönch des Klosters Mura, zu drei Jahren Gefängnis. Sunrab Gyatso wurde zunächst am 17. März 2008 im Bezirk Machu ( chin. Maqu ), TAP Kanlho, Provinz aber ...
Laut einer dem Tibetischen Zentrum für Menschenrechte und Demokratie ( TCHRD ) zugegangenen Information verurteilte das Mittlere Volksgericht von Kanlho Sungrab Gyatso, einen Mönch des Klosters Mura, zu drei Jahren Gefängnis.
Sunrab Gyatso wurde zunächst am 17. März 2008 im Bezirk Machu ( chin. Maqu ), TAP Kanlho, Provinz Gansu, festgenommen, aber nach wenigen Tagen wieder entlassen. Am 18. Mai 2008 wurde er erneut in Machu festgenommen und auch wieder entlassen. Seit seiner letzten Festnahme am 25. März 2010 befindet er sich in Haft. Die Behörden legten ihm zur Last, die friedliche Demonstration der Schüler im Bezirk Machu im März 2010 angeführt zu haben ( 1 ). Der heute 34jährige Sunrab Gyatso, gebürtig aus der Gegend von Mura, ist ein Mönch des Klosters Mura im Bezirk Machu. Er ist Herausgeber des Magazins Rewa-kang-lam ( Marsch der Hoffnung ), und weiterhin Mitglied der Gesellschaft zur Wiederbelebung der Muttersprache ( Bod-amae-rangke-larso-tsokpa ). Außerdem unterrichtet er an der Schule zur Beseitigung der Unwissenheit in der tibetischen Sprache in Tsa-thang ( bod yig yig-mo sel-wae lobdae ). ( 1 ) 16. März 2010 Tibetische Schüler in Machu protestieren trotz scharfer Sicherheitsmaßnahmen, zahlreiche Festnahmen, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/RFA/2010/SchuelerprotestMachu_16.3.html Quelle: Tibetan Centre for Human Rights and Democracy, www.tchrd.org
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China siedelt im Rahmen seines umstrittenen Programms 6000 tibetische Nomaden in Shangri-la umIGFM München
Dharamsala, 29. November: Wie staatlich kontrollierte Nachrichtenmedien berichteten, gab die chinesische Regierung am Sonntag bekannt, man habe im Rahmen eines Regierungsprogramms etwa 6000 Viehhirten aus 1300 Nomadenfamilien im Kreis Shangri-la ( tib. Gyalthang ) in der Tibetisch- Autonomen Präfektur Deqen ( tib. Dechen ), Provinz Yunnan, in die ...
Dharamsala, 29. November: Wie staatlich kontrollierte Nachrichtenmedien berichteten, gab die chinesische Regierung am Sonntag bekannt, man habe im Rahmen eines Regierungsprogramms etwa 6000 Viehhirten aus 1300 Nomadenfamilien im Kreis Shangri-la ( tib. Gyalthang ) in der Tibetisch- Autonomen Präfektur Deqen ( tib. Dechen ), Provinz Yunnan, in festen Behausungen angesiedelt eine umstrittene Praxis, die Menschenrechtsgruppen zufolge mit gravierenden Übergriffen einhergeht. Von 2009 bis 2010 waren im sogenannten Kreis Shangri-la 2135 Häuser errichtet worden, berichtete Chinas Tibet-Online-Nachrichtendienst. Im Bericht hieß es, man werde 111.780:900 Yuan dafür bereitstellen, in diesem Jahr 6000 tibetische Nomadenhirten aus 1300 Familien in festen Behausungen anzusiedeln. Der bei den Tibetern traditionell unter der Bezeichnung Gyalthang bekannte Kreis wurde früher von der chinesischen Regierung als Zhongdian bezeichnet. In dem Bestreben, den Tourismus in der Gegend zu fördern, benannten ihn die chinesischen Behörden im Jahr 2001 neu nach dem fiktiven Land Shangri-la aus dem Roman von James Hilton Lost Horizon ( Der verlorene Horizont ). Die chinesische Politik, tibetischen Nomaden und Hirten eine sogenannte moderne Lebensweise aufzunötigen und sie in festen Behausungen anzusiedeln, stieß bei Menschenrechtsgruppen und Beobachtern auf Bedenken. Tibet-Beobachtern, chinesischen und ausländischen Umweltschützern zufolge könnten durch die Umsiedlung die Armut und der Niedergang von Familien verschärft werden, die Überweidung durch eingezäuntes Vieh könnte zu Bodenerosion führen. 2006 lancierte die chinesische Regierung ein Fünfjahres-Ansiedlungsprojekt, das darauf abzielte, Bauern und nomadische Viehhirten aus den tibetischen Nomadengebieten in festen Ziegelsteinhäusern ansässig zu machen. Sobald diese Häuser fertig seien, so hieß es damals in den staatlichen Medien, hätten 80 Prozent der Bauern und Viehhirten der Region Ende 2010 eine feste Behausung. China bezeichnet das Projekt als Programm für komfortables Wohnen. Das erklärte Ziel besteht darin, Tibet ein moderneres Gepräge zu verleihen, das seit 1950, als chinesische Truppen in die Region einmarschierten, unter chinesischer Kontrolle steht. Die chinesische Regierung behauptet, die neuen Wohnsiedlungen an den Hauptstraßen, die manchmal nur ein bis zwei Kilometer vom bisherigen Zuhause der umgesiedelten Menschen entfernt sind, würden Kleinbauern und Viehhirten einen besseren Zugang zu Arbeit und Bildung ermöglichen und außerdem dem Umweltschutz und der Gesundheit von Bauern und Viehhirten förderlich sein. Chinas Behauptungen zufolge verzeichnet Tibet ein zweistelliges wirtschaftliches Wachstum, wobei Bauern und Viehhirten die Nutznießer der Wirtschaftsentwicklung unter chinesischer Herrschaft seien. Aus unabhängigen Berichten geht jedoch etwas ganz anderes hervor. Chinas weiter gestecktes Ziel ist offenbar eine Neugestaltung Tibets einer Region mit eigener Kultur, Sprache und eigener religiöser Tradition , um eine noch stärkere politische Kontrolle über die Bevölkerung ausüben zu können. Die Zwangsumsiedlung der nomadischen tibetischen Bevölkerung in der sogenannten Autonomen Region Tibet ( TAR ) und in den angrenzenden Provinzen Sichuan, Gansu und Qinghai Provinzen mit ethnisch tibetischer Bevölkerung und nun auch in Yunnan begann eigentlich schon im Jahr 2000 und wird seit 2003 intensiver fortgeführt. Beobachtern zufolge ist das großangelegte Umsiedlungsprogramm im Zusammenhang mit Pekings 1999 gestartetem Programm zur Entwicklung des armen, widerspenstigen Westens Chinas zu sehen, mit dem dieser an den aufstrebenden Osten angebunden werden soll. Seit dieser Zeit zwingt China, wie Menschenrechtsgruppen berichten, auch die tibetischen Nomaden, sich in permanenten Siedlungen niederzulassen angeblich, um Land für die Entwicklung zu räumen, wodurch jedoch vielen von ihnen die Möglichkeit zum Bestreiten ihres Lebensunterhalts genommen wird. In Erwartung der Millionen von Touristen, die im Olympia-Jahr 2008 Tibet besuchen sollten, wurde das Umsiedlungsprojekt auf dem gesamten tibetischen Hochland vehement vorangetrieben. In den Monaten vor den Olympischen Spielen berichteten die staatlichen Medien von einer vermehrten Umsiedlung der nomadisierenden Hirten in Qinghai, Sichuan und Gansu ebenso wie in der TAR in feste Behausungen eine Maßnahme, die in erster Linie dem Schutz der Umwelt und der Anhebung des Lebensstandards der Bevölkerung dienen würde. Alleine von 20062007 siedelte die chinesische Regierung etwa 250.000 tibetische Bauern und Hirten aus ihren verstreuten Weilern in die neuen sozialistischen Dörfer um, was etwa einem Zehntel der Bevölkerung entspricht. Unabhängigen Berichten zufolge wurden sie gezwungen, die neuen Häuser großenteils auf eigene Kosten zu bauen, ohne dass sie jemals nach ihrer Zustimmung gefragt worden wären ( 1 ). Dies bedeutete, dass diese tibetischen Nomaden ihre traditionelle Lebensweise aufgeben mussten, was für viele von ihnen frustrierend war und sie in die Verzweiflung trieb. Sie waren nicht in der Lage, ihren Lebensunterhalt in einer Weise zu verdienen, die nicht ihrer Tradition und Erfahrung entsprach. Außerdem bedeutete die Umsiedlung in fest gebaute Häuser nach dem Bericht von Human Rights Watch von 2007 für die zumeist nomadischen Hirten oftmals die Schlachtung ihrer Tiere sowie anschließende Arbeitslosigkeit, weil ihnen die für andere Tätigkeiten notwendigen Kenntnisse fehlen ( 2 ). Andere Tibeter werden dem Bericht zufolge gewaltsam vertrieben, um Platz für öffentliche Bauprojekte wie Staudämme und Straßen zu schaffen. China behauptet, dank seiner Verwaltung habe sich die hauptsächlich buddhistische Himalaya-Region zu einer modernen Gesellschaft entwickelt. Kritiker halten dem entgegen, die Modernisierung des Landes sei den Tibetern von den chinesischen Behörden gewaltsam aufgezwungen worden und gehe einher mit drakonischen Maßnahmen zur Einschränkung der Freiheit der Meinungsäußerung, der Freiheit, eine Religion ihrer Wahl zu praktizieren, sowie einer gewaltigen Einschränkung der wirtschaftlichen Möglichkeiten der Einheimischen. Während Hunderte Millionen von Dollar in den Straßenbau und Entwicklungsprojekte in Tibet gesteckt werden, unterhält China eine große Militärpräsenz in Tibet und hält die Bevölkerung mit einem riesigen Überwachungsapparat von Videokameras und Informanten auf den Straßen der Städte und in den Klöstern unter Kontrolle, um die aufmüpfige Himalaya-Region in den Griff zu bekommen und Aufstände, wie die, die im März 2008 ausbrachen, zukünftig im Keim ersticken zu können. ( 1 ) 27. Dezember 2008 China siedelte 2008 über 300.000 Tibeter in festen Behausungen an, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/Phayul/2008/SocialistVillages_27.12.html ( 2 ) 10 June 2007, HRW-Report: No One Has the Liberty to Refuse - Tibetan Herders Forcibly Relocated in Gansu, Qinghai, Sichuan, and the Tibet Autonomous Region, http://www.hrw.org/en/reports/2007/06/10/no-one-has-liberty-refuse Quelle: Phayul, www.phayul.com
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Presseerklärung des Tibetischen Zentrums für Menschenrechte und Demokratie zum Tag der MenschenrechteIGFF München
Heute, am 10. Dezember 2010, ist der 62. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Gleichzeitig feiern wir die Auszeichnung von Liu Xiaobo mit dem Friedensnobelpreis, der ihm eigentlich heute in Oslo verliehen werden sollte. Das tibetische Volk steht im Kampf um die Menschenrechte und um die Freiheit in der Volksrepublik China ( VRC ...
Heute, am 10. Dezember 2010, ist der 62. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Gleichzeitig feiern wir die Auszeichnung von Liu Xiaobo mit dem Friedensnobelpreis, der ihm eigentlich heute in Oslo verliehen werden sollte. Das tibetische Volk steht im Kampf um die Menschenrechte und um die Freiheit in der Volksrepublik China ( VRC ) solidarisch an der Seite von Millionen chinesischer Bürger. Mit dem ungeheuren wirtschaftlichen Fortschritt der vergangenen drei Jahrzehnte wäre es für China nun an der Zeit, echte bürgerliche und politische Reformen einzuführen. Obwohl Mitglied des UN-Sicherheitsrates und Unterzeichnerstaat der Charta der Vereinten Nationen, steht China an der Spitze der Länder, die die Menschenrechte massiv verletzen. Besonders gravierend sind diese Verletzungen in Minderheitenregionen wie Tibet und Ostturkestan. Die chinesische Regierung schlägt weiterhin hart zu gegen friedliche Demonstranten, und die Freiheit der Meinungsäußerung wird heutzutage in China drastisch eingeschränkt. Friedlich Protestierende kommen, ohne daß in einem fairen Gerichtsverfahren ein Urteil gefällt worden wäre, einfach ins Gefängnis, und oftmals lassen die staatlichen Organe sie auch spurlos verschwinden. Im Januar 2010 diskutierten die Teilnehmer an einer Sitzung des fünften Zentralkomitees der KPCh und des Staatsrates in Peking, wie Entwicklung und langfristige Stabilität in Tibet am besten zu verwirklichen seien. In ähnlicher Weise veranstaltete das Ministerium für Öffentliche Sicherheit der VRC eine zweitägige Tagung der Public Security Bureaus der ethnisch tibetischen Gebiete im heutigen China, also der TAR und der vier Provinzen Qinghai, Sichuan, Gansu und Yunnan. Dabei ging es um einen Erfahrungsaustausch bei der Wahrung der öffentlichen Sicherheit und um den Kampf gegen die separatistische Bewegung, sowie darum, wie man den augenblicklichen Herausforderungen in den tibetischen Gebieten am besten begegnen könnte ( 1 ). Dieses Jahr gab es noch viel mehr Festnahmen von tibetischen Intellektuellen, Mönchen, Umweltaktivisten und sogar Sängern. Sie wurden nicht nur wegen unhaltbarer, fadenscheiniger Beschuldigungen verhaftet, sondern auch ohne faire und ordentliche Gerichtsverfahren verurteilt. So wurden beispielsweise Sonam Tsering ( 2 ), Pema Yeshi, Lama Lhaka, Soedo und andere zum Tode mit zweijährigem Vollstreckungsaufschub verurteilt. Gekoe Jamphel Wangchuk ( 3 ), Tsewang Rigzin und Dorjee Tashi vom Kloster Drepung wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Und viele andere Tibeter sind ebenfalls hinter Gittern verschwunden. Über 3000 tibetische politische Gefangene, die ihr Recht auf freie Rede ausübten, sitzen in den chinesischen Gefängnissen in Tibet. Tenzin Delek Rinpoche, ein hoch verehrter religiöser Würdenträger, verbüßt eine lebenslange Gefängnisstrafe. Runggye Adak, ein tibetischer Nomade, wurde zu acht Jahren verurteilt, nur weil er den rechtmäßigen Wunsch nach der Rückkehr des Dalai Lama nach Tibet äußerte ( 4 ). Dhondup Wangchen, ein tibetischer Amateurfilmer, wurde zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, weil er in einem Dokumentarfilm die wahren Sehnsüchte der Tibeter in Tibet offenlegte ( 5 ). Und von Gendun Choekyi Nyima, dem 11. Panchen Lama Tibets, fehlt seit 16 Jahren jegliche Spur. In Tibet verletzt die chinesische Regierung heutzutage systematisch die Religionsfreiheit. In den Klöstern in ganz Tibet führen chinesische Kader die patriotische Umerziehung durch. Wenn die Mönche sich diesen Schulungen widersetzen, werden sie entweder verhaftet oder des Klosters verwiesen. In einigen Fällen führte diese Kampagne zur gänzlichen Schließung von Klöstern. Das Staatliche Amt für Religionsangelegenheiten führte eine neue Verordnung über die Leitung tibetischer Klöster und die Ausübung der Religion ein. Dieses Gesetz hat das Leben und die Funktionsweise der Klöster, wie sie seit Jahrhunderten gang und gäbe waren, völlig durcheinander gebracht. Es hat die Bande zwischen dem Lama geistlicher Lehrer und seinen Schülern zerrissen. Die meisten der hohen buddhistischen Lamas leben inzwischen im Exil. Infolge dieses neuen Gesetzes ist es nun für sie fast unmöglich geworden, ihre Klöster in Tibet zu besuchen. Das wird den ohnehin schon vorhandenen Bruch zwischen den Lamas und ihren Schülern in Tibet noch vertiefen. Das gesamte religiöse System wird durch die neuen Maßnahmen schwer in Mitleidenschaft gezogen werden. Am 19. Oktober 2010 gingen Tausende tibetischer Schüler und Studenten in Rebkong ( chin. Tongren ) in der TAP Malho, Provinz Qinghai, auf die Straße, um gegen die geplanten Reformen im Bildungssystem zu protestieren, welche den Tibetern nur zum Nachteil gereichen werden. Bei den Kundgebungen forderten die Schüler Gleichheit für alle Nationalitäten und Freiheit der Sprache. Sogar in Peking protestierten die Studenten. Bei einer Konferenz der Abteilung für Bildung der Provinzregierung von Qinghai, bei der es um die anvisierten Reformen ging, forderte der Kommunistische Parteisekretär und Vorsitzende, daß fortan alle Fächer auf Mandarin zu unterrichten und die Schulbücher in Chinesisch zu verfassen seien, ausgenommen die sprachlichen Fächer Tibetisch und Englisch. Und schließlich ist es nicht nur diese eklatante Verletzung der Religionsfreiheit, welche den Tibetern das Leben so unerträglich macht. Die Verletzung der grundlegenden Menschenrechte auf allen Ebenen unter der Besatzung Chinas ist für das tibetische Volk deprimierend. Wir, vom Tibetischen Zentrum für Menschenrechte und Demokratie ( TCHRD ) appellieren daher an das UN-Hochkommissariat für Menscherechte und an alle staatlichen und nichtstaatlichen Verbände und Organisationen, deren Thema die Menschenrechte sind, ihre Aufmerksamkeit der ernsten und sich stetig verschlimmernden Menschenrechtslage im besetzten Tibet zuzuwenden. Wir rufen sie und alle Menschen guten Willens auf, die chinesische Regierung zu drängen, alle unschuldigen Gefangenen freizulassen, die verhaftet wurden, weil sie ihre Religion friedlich ausübten. Wir appellieren an sie, uns dabei zu helfen, all jene, die an unbekannten Orten festgehalten werden, ausfindig zu machen. Und sie mögen sich dafür einsetzen, daß jene Gefangenen, die in einem juristischen Prozeß abgeurteilt werden, ein faires und gerechtes Verfahren erhalten. Ein Thema, mit dem sich die internationale Gesellschaft und ihre Entscheidungsträger dringend befassen sollten, ist Chinas Absicht, in der Provinz Qinghai die ehemalige nordosttibetische Provinz Amdo, aus welcher der Dalai Lama stammt Chinesisch zur Unterrichtssprache zu erklären. Wenn die Regierung diese neue Verordnung nicht überdenkt und revidiert, dann wird sie bald auch in anderen Teilen Tibets eingeführt werden. Das wird sich drastisch auf die tibetische Kultur auswirken und das Ende der tibetischen nationalen Identität bedeuten. Wir, vom Tibetischen Zentrum für Menschenrechte und Demokratie ( TCHRD ) möchten diese Gelegenheit wahrnehmen, um unsere Solidarität mit all unseren tibetischen Landsleuten zu bekunden, die weiterhin in Tibet Unsägliches erleiden. Wir möchten gleichzeitig all jenen Regierungen, Politikern, Organisationen und Einzelpersonen, die uns zur Seite stehen und ihre Stimme für eine Besserung der trostlosen Menschenrechtslage in Tibet erheben, unseren tief empfundenen Dank aussprechen. Kontakt: Ms. Tenzin Norkyi ( English ) / Mr. Jampel Monlam ( Tibetisch, Chinesisch ), Tel: +91 1892 223363, 229225, 225874 ( 1 ) 21. August 2010, Konferenzen auf hoher Ebene über die öffentliche Sicherheit und die Aktivitäten der Klöster in Tibet, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2010/PSB-Konferenz.html ( 2 ) 20. November 2010 Tibeter in Lhasa zum aufgeschobenen Tode verurteilt, http://igfm-muenchen.de/tibet/diir/2010/SonamTseringTodesurteil_20.11.html ( 3 ) 7. Oktober 2010 Überaus harte Urteile für zwei Mönche des Klosters Drepung, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2010/DrepungJampelWangchuk_7.10.html ( 4 ) 3. August 2010 Seltenes Bildmaterial des kühnen Protestes von Rongye Adak am 1. August 2007 in Lithang, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ftc/2010/RongyeAdrak_3.8.html ( 5 ) 6. Januar 2010 Chinesisches Gericht in Xining verurteilt Dhondup Wangchen zu sechs Jahren Gefängnis, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/diir/2010/DhondupWangchen6Jahre.html Quelle: Tibetan Centre for Human Rights and Democracy, www.tchrd.org
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