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Zwei Tibeter aus Kanlho, einer ein Jugendlicher, zu harten Strafen verurteiltIGFM München
Ein chinesisches Gericht in der TAP Kanlho ( chin. Gannan ), Provinz Gansu, verurteilte zwei Tibeter einer davon ein Jugendlicher wegen ihrer gegen die Regierung gerichteten Proteste zu Haftstrafen verschiedener Länge.Dies teilte der im Exil lebende Dolkar Kyab, der Kontakte zu der Region hat, dem Sender Voice of Tibet mit. Der 16jährige ...
Ein chinesisches Gericht in der TAP Kanlho ( chin. Gannan ), Provinz Gansu, verurteilte zwei Tibeter einer davon ein Jugendlicher wegen ihrer gegen die Regierung gerichteten Proteste zu Haftstrafen verschiedener Länge. Dies teilte der im Exil lebende Dolkar Kyab, der Kontakte zu der Region hat, dem Sender Voice of Tibet mit. Der 16jährige Thupten Dhargye wurde zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, weil er am 14. November 2010 zusammen mit seinem Freund Dorpel, 15, im Bezirk Machu antichinesische Parolen und Freiheit für Tibet gerufen hatte. Lang lebe Seine Heiligkeit der Dalai Lama riefen sie, ehe sie von den Sicherheitskräften festgenommen wurden. Dorpel wurde in der Untersuchungshaft so heftig gefoltert, daß seine Gesundheit schwer geschädigt wurde. Das Gericht überließ ihn seinen Angehörigen, ohne ihn zu verurteilen. Diese hatten keine Ahnung von der Festnahme ihres Sohnes gehabt. Dolkar Kyab fügte hinzu, das Mittlere Volksgericht von Kanlho habe das Urteil gefällt, ohne sich an das für Jugendliche per Gesetz im Strafprozess vorgeschriebene Verfahren zu halten. Dem Gesetz zuwider bekamen Thuptens Angehörige kein einziges Dokument, keinen Haftbefehl, nichts zu sehen. Sie durften ihn auch nicht in der Untersuchungshaft besuchen oder bei der Verhandlung dabei sein, sagte Kyab. Indessen verurteilte dasselbe Gericht am 26. November 2010 einen weiteren Tibeter, den 38jährigen Goshul Lobsang, wegen seiner angeblichen Beteiligung an den antichinesischen Protestaktionen von 2008 zu elf Jahren Gefängnis. Goshul, der aus einer armen Familie kommt, eine Frau und einen 9jährigen Sohn hat, wurde am 10. September 2010 festgenommen. Quelle Phayul, www.phayul.com
Adelheid Dnges IGFM Packenreiterstr. 18 81247 Mnchen Telefon: 089/8113574 Fax: - Internet: http://www.igfm-muenchen.de EMail: tibet@igfm-muenchen.de
Tibetischer Schriftsteller Kalsang Tsultrim zum zweiten Mal festgenommenIGFM München
Kalsang Tsultrim, der auch unter dem Pseudonym Gyitsang Takmig bekannt ist, wurde am 16. Dezember 2010 im Bezirk Sangchu ( chin. Xiahe ), TAP Kanlho ( chin. Gannan ), Provinz Gansu, erneut verhaftet.Das Public Security Bureau der Stadt Tsoe lud ihn vor, aber ließ ihn nach der Vernehmung nicht mehr los. Das Tibetische Zentrum für und erfuhr ...
Kalsang Tsultrim, der auch unter dem Pseudonym Gyitsang Takmig bekannt ist, wurde am 16. Dezember 2010 im Bezirk Sangchu ( chin. Xiahe ), TAP Kanlho ( chin. Gannan ), Provinz Gansu, erneut verhaftet. Das Public Security Bureau der Stadt Tsoe lud ihn vor, aber ließ ihn nach der Vernehmung nicht mehr los. Das Tibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie erfuhr von einer dortigen Quelle, daß er im Polizei-Haftzentrum der Stadt Tsoe festgehalten wird. Kalsang Tsultrim wurde erstmals am 27. Juli 2010 im Bezirk Dzoege, TAP Ngaba, Provinz Sichuan, wegen angeblichen politischen Fehlverhaltens festgenommen. Er hatte nämlich ein Video mit verbotenen Inhalten in Umlauf gebracht ( 1 ). Bei seiner Freilassung im Oktober 2010 befahl man ihm, seine alte Mobiltelefon-Nummer beizubehalten, und einer seiner Verwandten mußte sich schriftlich verpflichten, daß Kalsang sich an die von den Behörden gestellten Bedingungen halten würde. Sie sagten, daß sie ihn sechs Monate lang unter strenger Beobachtung halten würden, und falls er sich in dieser Zeit irgend etwas zuschulden kommen ließe, würde er erneut verhaftet werden, informierte ein Verwandter von Kalsang im Oktober 2010. Im August 2009, ein Jahr nach den massiven anti-chinesischen Unruhen in Tibet, war es Kalsang gelungen, seinen Video-Appell an den chinesischen Grenzkontrollen vorbei ins Ausland zu schicken. In dem Video fleht er die internationale Gesellschaft an, schnell zugunsten des tibetischen Volk zu handeln, damit die Repression ein Ende finde. Er sprach sich auch für die Rückkehr des Dalai Lama nach Tibet aus ( 2 ). In diesem Video informierte er ausführlich über die Ereignisse in Tibet seit der Flucht des Dalai Lama ins Exil, über das Leiden des tibetischen Volkes, seine Hoffnungen und Aspirationen. Er appellierte an die ganze Welt, sich dafür einzusetzen, daß die Repression in Tibet so schnell wie möglich ein Ende habe. Außer über die glorreichen vergangenen Zeiten Tibets sprach Kalsang auch von seiner Sorge um das Überleben der tibetischen Religion und Kultur, die Repression der letzten Jahre und die von den chinesischen Behörden begangenen schweren Menschenrechtsverletzungen in Tibet. Dem TCHRD zufolge nahm er sein einstündiges Video am 19. Juli 2009 auf. Später wurde es, ergänzt durch andere inhaltlich verwandte Videosequenzen und Bilder, in Form einer DVD herausgegeben. Diese fand in den tibetischen Gegenden von Gansu, Qinghai und Sichuan, also in Teilen der traditionellen Provinzen Amdo und Kham, weite Verbreitung. Kalsang wollte sein Video so viel wie möglich in Tibet verteilen, um in erster Linie das ungebildete und allgemeine Publikum aufzuklären über die wahre Geschichte des tibetischen Freiheitskampfes, die Forderung des Dalai Lama nach echter Autonomie und den Mittleren Weg sowie über die Menschenrechtssituation in Tibet. Er wollte der täglichen Dosis an Regierungspropaganda etwas entgegensetzen. Kalsang, der sich in dem Video als Gyitsang Takmig bezeichnet, ist ein Mönch des Klosters Gyitsang Gaden Choekhorling im Bezirk Sangchu, TAP Kanlho, Provinz Gansu. Dort kam es 2008 zu größeren Demonstrationen. Es heißt, er sei wegen seiner schriftstellerischen Tätigkeit in seiner Gegend ziemlich bekannt. Er schrieb u.a. das Buch Miyul la phulway jampa ( Dem Menschenreich dargebrachte Liebe ), das von den Sorgen und Nöten des tibetischen Volkes handelt. Kalsangs Festnahme fügt sich ein in das gegenwärtige Muster der Verfolgung tibetischer Intellektueller, wie Künstler, Schriftsteller, Blogger und anderer Kulturschaffender, ja sogar erfolgreicher Geschäftsleute, durch den Staat. ( 1 ) 23. August 2010, Noch ein tibetischer Intellektueller festgenommen - Kalsang Tsultrim, Autor eines mutigen Videos, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2010/KalsangTsultrim_.23.8.html ( 2 ) 1. September 2009: Videobotschaft von Kalsang Tsultrim an die freie Welt: Ruf nach der Rückkehr des Dalai Lama und dem Ende der Repression, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2009/KelsangTsultrimVideotext.html ( 3 ) Das Video in tibetischer Sprache gibt es bei Tibetonline: http://www.tibetonline.tv/videos/71/appeal-about-the-plight-of-tibetans Quelle: Tibetan Centre for Human Rights and Democracy, www.tchrd.org
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Vereinzelte Protestbekundungen gefolgt von Festnahmen in TibetIGFM München
Wie Radio Free Asia berichtet, kam es seit dem tibetischen Volksaufstand vom März 2008 immer wieder zu sporadischen Demonstrationen oder Ein-Mann-Protesten in letzter Zeit sind es drei Fälle, wo die Betreffenden schwer geschlagen und dann abgeführt wurden.Am 14. November marschierten zwei oder drei Schüler aus Protest zu dem von in ...
Wie Radio Free Asia berichtet, kam es seit dem tibetischen Volksaufstand vom März 2008 immer wieder zu sporadischen Demonstrationen oder Ein-Mann-Protesten in letzter Zeit sind es drei Fälle, wo die Betreffenden schwer geschlagen und dann abgeführt wurden. Am 14. November marschierten zwei oder drei Schüler aus Protest zu dem Bezirkszentrum von Machu in der TAP Kanlho ( chin. Gannan ), Provinz Gansu. Sie kamen etwa eine halbe Meile weit, trugen ein weißes Banner vor sich her und forderten die Unabhängigkeit Tibets, verlautet aus einer dortigen Quelle. Dann kam die Polizei, packte die Schüler in ihre Fahrzeuge und fuhr weg. Einige Tibeter, die sich dort versammelt hatten, versuchten ihnen zu folgen, aber die Fahrzeuge waren zu schnell weg. Die Schüler gehen vermutlich auf die Oberschule von Machu, doch die Lehrer dort haben zu große Angst, als daß sie etwas über ihre Identität preisgeben würden. Am 29. Oktober marschierte ein Mann ganz alleine um den Potala Palast in Lhasa und rief dabei durch ein Megaphon Parolen, u.a. die Forderung nach der Unabhängigkeit Tibets, ehe er von der Polizei festgenommen wurde. Warum setzt uns China solchem Leid und Schmerz aus? Die Chinesen sollten nach China zurückkehren, soll er gerufen und auch die Rückkehr des Dalai Lama gefordert haben. Einem Augenzeugen zufolge kamen bald zehn Polizisten angerannt, welche den Mann schrecklich schlugen und ihn in einem Fahrzeug wegbrachten. Viele der Umstehenden, welche den Vorfall gesehen hatten, waren in Tränen ausgebrochen und machten ihr Mißfallen über die Polizeiaktion deutlich, indem sie ihrem Mitgefühl mit dem Abgeführten laut Ausdruck verliehen. Bei einem dritten Vorfall wurde der Manager eines Gästehauses in Lhasa, das von dem Ba Choede Kloster in Bathang betrieben wird, am 20. November ohne einen Haftbefehl oder ohne Nennung eines Grundes von der Polizei weggeholt. Der Festgenommene, Yeshe Dorje, war ein Mönch in dem Kloster seiner Heimatstadt und verwaltete das Gästehaus seit diesem Jahr. Nach Angabe seiner Freunde hörte die Geheimpolizei seit einiger Zeit seine Telefongespräche ab und verfolgte seine Aktivitäten. Quelle: Tibetan Review, http://www.tibetanreview.net/
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Harte Maßnahmen gegen tibetische Schulen in AmdoIGFM München
Die chinesischen Behörden wiesen die Forderung der Schüler nach der Verwendung der tibetischen Sprache im Unterricht zurück.Die Behörden in der westchinesischen Provinz Gansu verschärften die Überwachung von tibetischen Oberschulen, nachdem es am Wochenende zu einer kleineren Demonstration zugunsten der tibetischen Sprache ...
Die chinesischen Behörden wiesen die Forderung der Schüler nach der Verwendung der tibetischen Sprache im Unterricht zurück. Die Behörden in der westchinesischen Provinz Gansu verschärften die Überwachung von tibetischen Oberschulen, nachdem es am Wochenende zu einer kleineren Demonstration zugunsten der tibetischen Sprache gekommen war. Gonpo, ein Mitarbeiter des Norbulingka Institutes in Dharamsala in Nordindien, berichtete, ein erneuter Protest tibetischer Oberschüler habe die Behörden veranlaßt, noch mehr Polizeikräfte um die Schulen herum und auf dem Campus des Colleges zu stationieren. Sogar in den Klassenzimmern werden die Schüler genau überwacht. Ihre Eltern erhielten eine Vorladung zu dem Bezirkszentrum von Machu, wo sie an Zusammenkünften mit den örtlichen Regierungsvertretern teilnehmen müssen. Den Rektoren der Schulen wurde gekündigt, und ebenso zwei Lehrern. Er sagte, die zwei Rektoren seien an andere Stellen innerhalb der Schulbehörde versetzt worden, während ihre Stellvertreter in gänzlich andere Abteilungen kamen. Örtlichen Quellen zufolge veranstalteten Anfang dieser Woche zwei oder drei Schüler einen Protestmarsch zu dem Bezirkszentrum von Machu in der TAP Kanlho ( chin. Gannan ), Provinz Gansu. Sie kamen etwa eine halbe Meile weit, trugen ein weißes Banner vor sich her und riefen Parolen für die Unabhängigkeit Tibets. Die Polizei, die in dre Fahrzeugen ankam, führte die Schüler, die vermutlich auf die Machu Oberschule gehen, ab. Die Zahl der Sicherheitskräfte in der Gegend wurde aufgestockt, und an den Straßenkreuzungen der Hauptstraße des Bezirks Machu fuhren Militärfahrzeuge auf, verlautet aus tibetischen Quellen. Eine Angestellte eines dortigen Hotels bestätigte die Verstärkung des Sicherheitspersonals in der Bezirkshauptstadt: Polizisten patrouillieren durch die Straßen, sagte sie am Telefon. Es ist schwierig für mich, Ihnen zu antworten. Im Oktober kam es in Gansu zu einer Protestwelle, nachdem die Behörden ankündigten, Tibetisch als Unterrichtssprache abzuschaffen. Mehrere Hundert Schüler und Lehrer der Oberschulen in Chentsa ( chin. Jianzha ), TAP Malho ( chin. Huangnan ), gingen am 24. Oktober auf die Straße und demonstrierten für die Beibehaltung von Tibetisch an den dortigen Schulen. Nach der Aussage von Exiltibetern sind diese Protestaktionen ein Ausdruck der langjährigen Unzufriedenheit über die Unterdrückung der kulturellen und religiösen Freiheit der Tibeter durch China. Der Dalai Lama spricht von einem kulturellen Völkermord.
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Woeser: Wo wird das nächste Drugchu sein? - Wo schlägt der Drache das nächste Mal zu?IGFM München
Wo passiert die nächste Katastrophe? ( Belog von Woeser ) Am 8. August, kurz vor Morgendämmerung, kam es in Drugchu zu verheerenden Erdrutschen, gewaltige Schlammlawinen gingen über die Stadt nieder ( 1 ). Der Bezirk Drugchu liegt in der TAP Gannan ( tib. Kanlho ), Präfektur Gansu.Der Distrikt Drugchu ( chin. Zhouqu ) war einst von ...
Wo passiert die nächste Katastrophe? ( Belog von Woeser ) Am 8. August, kurz vor Morgendämmerung, kam es in Drugchu zu verheerenden Erdrutschen, gewaltige Schlammlawinen gingen über die Stadt nieder ( 1 ). Der Bezirk Drugchu liegt in der TAP Gannan ( tib. Kanlho ), Präfektur Gansu. Der Distrikt Drugchu ( chin. Zhouqu ) war einst ausschließlich von Tibetern bewohnt. Heute ist nur etwa ein Viertel seiner Bevölkerung tibetisch, und es werden ständig mehr und mehr Han-Chinesen. Ein Student aus Drugchu schrieb in einem Essay: Die Tibeter von Drugchu sind zumeist auf den Oberlauf des Drugkar ( chin. Bailong ) und des Gonba ( ein Nebenfluß des Drugkar ) verteilt. Abgesehen von zwei Dörfern am östlichen Berg, die rein han-chinesisch sind, und ein paar Ortschaften, die gleichermaßen von Han und Tibetern bewohnt sind, leben in den meisten Dörfern nur Tibeter - über 2/3 der Fläche des Bezirks sind in der Tat von Tibetern besiedelt. Vor Ort wird kolportiert, daß die Erdrutsche nicht nur das Resultat der heftigen Regenfälle waren, sondern daß sie ebenso der Zerstörung des Ökosystems durch menschliches Handeln zuzuschreiben sind. Dank des Internets gibt es in dieser Hinsicht einiges an Information, und dazu braucht man nicht einmal den großen Firewall zu überspringen, alle offiziellen Daten, Berichte und Studien liefern genügend Beweismaterial. Die Jahrbücher des Bezirks Drugchu bezeugen, daß dieser Ort schon immer für seine grünen Hügel und seine klaren Wasserläufe bekannt war, für die tosenden Wasser des Bailong Flusses, der sich elegant und anmutig wie eine Khatag durch den ganzen Bezirk zieht, gesäumt von dichten Wäldern und tiefe Täler durchschneidend. Doch diese malerische Landschaft wurde im Laufe der vergangenen 50 Jahre zerstört. 2005 berichteten offizielle Medien, daß von August 1952, als das Forstwirtschaftsamt Drugchu eingerichtet wurde, bis 1990 der gesamte Waldbestand des Bezirks um jährlich 100.000 m3 vermindert worden sei. Die Vegetation litt ebenso, und der dem Ökosystem zugefügte Schaden ist ungeheuerlich. In der Tat sind derartige Situationen nichts Ungewöhnliches auf dem großen, weiten, tibetischen Hochland. Um nur die reichen Naturressourcen der Wälder von Kardze ( chin. Ganzi ) zu nennen, die als Nummer eins aller Wälder in ganz China gelten und die abgesehen von einigen kleineren Abschnitten, die den Einheimischen zum Tempelbau dienten, immer sich selbst überlassen waren und unberührt blieben. Ab 1950 fand dann die Abholzung in riesigem Ausmaße statt, mancher Einschlag war organisiert, andere wiederum willkürlich. Das endete in einem rücksichtslosen, ungeheuerlichen Kahlschlag. Mancherorts ging er so weit, wie beispielsweise im Bezirk Drango ( chin. Luhuo ), wo die Wälder total verschwunden sind und nur noch die kahlen Abhänge dastehen, so daß sogar das Forstamt des Bezirks aufgelöst werden mußte. Die Konsequenzen dieser exzessiven Abholzung machten sich Ende der 90er Jahre bemerkbar, als es am Oberlauf des Yangtse-Flusses zu verheerenden Überschwemmungen kam. Daraufhin führte die chinesische Regierung eine Reihe von neuen politischen Maßnahmen gemäß der Maxime: Besser zu spät als nie ein. In den letzten Jahren jedoch haben sich die Regionalregierungen in Überseinstimmung mit dem Programm der Großen Entwicklung des Westens und dem Ruf nach rascher Wirtschaftsentwicklung folgend überall wieder an die Ausbeutung der Naturressourcen gemacht. Sie sagen, das sei notwendig, um das BIP zu vermehren, aber in Wirklichkeit dient diese Argumentation nur als Deckmäntelchen für Korruption und Gier der Behörden. Ein Bezirk wie Drugchu, der nur etwas über 130.000 Einwohner und etwas über 20 Dörfer aufweist, mußte erleben, wie er seit 2003 mit 47 Projekten zur Wasserkraftnutzung überzogen wurde. 15 Wasserkraftwerke sind bereits im Betrieb, und 14 weitere werden gebaut. Man kann sich nur schwer vorstellen, wo in den reißenden Wassern des Flusses diese vielen Wasserkraftwerke überhaupt entstehen sollen. Ein anderer Netzbürger, der selbst in Drugchu war, wies auf den Schaden hin, der durch den Bergbau in der Gegend verursacht wurde: Als Folge des jahrelangen Goldabbaus weisen die entwaldeten Berghänge nur noch eine dünne Schicht grauschwarzer Erde auf, in den Flüssen und Bächen wimmelt es von Gerätschafen zur Goldschürfung und der Fluß führt eine grauschwarze Lehmbrühe. Nach Aussage der chinesischen Regierung waren die Erdrutsche jedoch eine Naturkatastrophe. Dieser Grund wird immer genannt, wenn es irgendwo zu Katastrophen kommt. Daß das Unglück von Menschenhand verursacht wurde, wird niemals zugegeben oder anerkannt. Doch gibt es ein paar Experten, die zu dem Schluß kamen, daß die entsetzlichen Erdrutsche in der Tat durch die exzessive Entwaldung, sowie durch die Anlage von Wassernutzungssystemen in großem Maßstab ausgelöst wurden, was die Wahrscheinlichkeit für noch mehr ernste ökologische Katastrophen erhöht. Außerdem trugen Fehler bei der urbanen Planung der Bezirkshauptstadt zu dem Desaster bei. Yin Yueping, ein berühmter Experte für die Verhütung ökologischer Katastrophen, sagte bereits angesichts der schweren Erdrutsche und Schlammlawinen, die sich vor zwei Jahren in Dartsedo ( chin. Kangding ) ereigneten: Als ich im Bezirk Kardze war, fragte ich den Bezirkschef, warum er all diese Kraftwerke bauen lasse, wo sie doch so viele Probleme mit sich brächten und außerdem die Gefahr von Erdrutschen in der Bezirksstadt erhöhten; da antwortete er, daß seine jährlichen Steuereinnahmen dank des Baus so vieler Wasserkraftwerke auf 400 Millionen RMB gestiegen seien. Der Geologe Yang Liankang erklärt geradeheraus: Der Bedarf des Staates an Wasserkraft kann doch nicht so dringend sein, daß man dafür auf Menschenleben verzichtet. Ich war nie selbst in Drugchu, aber ich sah umliegende Gegenden, die landschaftlich und den klimatischen Gegebenheiten nach Drugchu sehr ähnlich sind, ich wohnte auch viele Jahre in Kham, so daß mir nun natürlich der Gedanke kommt: Diesmal donnerten diese alles verschlingenden Erd- und Schlammassen wie ein riesiger Drache über Drugchu hinab, aber wo wird er das nächste Mal zuschlagen? Ein Artikel über Twitter setzte mir sehr zu: In den Jahrzehnten vor 1980 wurden fast die gesamten indigenen Wälder der Gegend von Muli ( 2 ) zerstört, in den folgenden Jahren wüteten die Goldgräber wie die Ratten, und im jetzigen Jahrhundert ist es der frenetische Bau der Wasserkraftwerke. Das ehemals ruhige, liebliche und friedvolle Shambala ist zu einem lauten, vulgären und unfreundlichen Ort geworden. Die Katastrophe von Drugchu ist die Ouvertüre für Muli. Die Namen vieler vertrauter tibetischer Landstriche ziehen einer um den anderen vor meinen Augen vorüber, und ich erschaudere! Peking, 10. August 2010 ( 1 ) Die Erdrutschkatastrophe in Zhouqu ( Drugchu ) - von Menschenhand gemacht? ( Woesers Blog ), http://www.igfm-muenchen.de/tibet/Phayul/2010/Mudslide-manmade_10.8.html Wie von der chinesischen Global Times berichtet, stieg die Zahl der Todesopfer bis zum 1. September auf 1.471, während noch 294 Personen vermißt werden. ( 2 ) Autonomer Kreis Muli der Tibeter in der Autonomen Präfektur der Yi, im äußersten Südosten von Kham Quelle: HighPeaksPureEarth, www.HighPeaksPureEarth.com
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Die Erdrutsch- und Flutkatastrophe in Zhouqu (Drugchu) - von Menschenhand gemacht?IGFM München
Am 8. August kam es zu verheerenden Erdrutschen und Überschwemmungen im Bezirk Drugchu ( chin. Zhouqu ) in der Provinz Gansu. Laut BBC vom 11. August stieg die Zahl der Opfer inzwischen auf 1.117, während noch 627 Menschen vermißt werden ( 1 ).Da die von den offiziellen Medien gelieferten Informationen ziemlich dürftig sind ( 2 ), ...
Am 8. August kam es zu verheerenden Erdrutschen und Überschwemmungen im Bezirk Drugchu ( chin. Zhouqu ) in der Provinz Gansu. Laut BBC vom 11. August stieg die Zahl der Opfer inzwischen auf 1.117, während noch 627 Menschen vermißt werden ( 1 ). Da die von den offiziellen Medien gelieferten Informationen ziemlich dürftig sind ( 2 ), führte die tibetische Schriftstellerin Woeser auf die Nachricht von der Katastrophe hin sogleich eine Untersuchung über Twitter durch. Die "Twitterer", die da und dorthin telefonierten und ältere Medienberichte und Daten ausgruben, fanden heraus, daß der Erdrutsch erstens dem Bau zahlreicher Wasserkraftwerke, zweitens den frenetischen Bergwerksaktivitäten und drittens dem Kahlschlag in der Region zuzuschreiben ist. Mit einem Wort, es handelt sich um eine von Menschenhand produzierte Katastrophe. Abgesehen von den starken Regenfällen der letzten Zeit wurden die Erdrutsche hauptsächlich von dem Bau einer ganzen Reihe von Wasserkraftwerken verursacht. Der Bezirk Drugchu ( Zhouqu ) in der TAP Kanlho ( Gannan ) in der Präfektur Gansu zählt 20 Ortschaften mit einer Bevölkerung von insgesamt 130.000 Menschen. In den letzten Jahren gab es 47 Projekte für Wasserkraftanlagen in diesem Gebiet, von denen bisher 15 Kraftwerke gebaut wurden, darunter auch die Anlage Bacang und das Kraftwerk Lijie. 14 weitere befinden sich im Bau, darunter Fujiaai und Lianhekou. Ortsansässige Tibeter sagen, der Erdrutsch habe mit den zahlreichen Infrastruktur-Projekten zu tun, welche das Ökosystem der Region nachhaltig schädigten. Sie drängen auf mehr Aufmerksamkeit in dieser Hinsicht. In einem Report der Provinzregierung von Gansu von 2009 steht Genaueres: Von 2003 bis 2007 wurden 53 Verträge zum Bau von Wasserkraftwerken abgeschlossen, von denen 41 bereits vollendet oder im Bau sind. 12 weitere sollen demnächst gestartet werden. Zusammen werden diese Kraftwerke 80% des Strombedarfs des Bezirks decken. Die gesamte Baufläche der 41 Projekte beläuft sich auf 323 Hektar. Das Volumen des Abraums erreichte 3,83 Mio. Kubikmeter, die Wasser- und Bodenerosion belief sich auf 749 Tausend Tonnen. Abgesehen von den Infrastrukturprojekten wurde das Land durch den Mineralabbau ausgebeutet. Eine Twitter-Zuschrift lautet: "Seit vielen Jahren werden in Zhouqu Bodenschätze gefördert. Alle Bäume auf den Abhängen der Berge wurden abgeholzt, und man konnte den dunklen Lehmboden in der Luft herumwirbeln sehen. Der Fluß wurde durch die Goldschürfungen verschmutzt und ist jetzt ganz trübe geworden. Die Gegend ist auf lange Zeit ruiniert. Die Stadt liegt unten im Tal. Über ihr ragen steile Felsen auf und sie ist von gefährlichen Abhängen umrahmt. Einige Gebäude stehen auch auf den Abhängen. Vor Jahren besuchte ich die Gegend: Sie ist ungeeignet für menschliche Ansiedelungen. In der Tat erlitt die Stadt auch bei dem Erdbeben vom 12. Mai 2008 Schäden". Ein weiterer "Twitterer" stellte eine Google-Landkarte ein, welche die räumliche Beschaffenheit der Stadt Zhouqu zeigt, und wies darauf hin, daß die Katastrophe u.a. der mangelnden Geländeüberwachung zugeschrieben werden kann: "Ist das, was in Zhouqu geschah, eine Naturkatastrophe oder ein von Menschen erzeugtes Unglück? Schauen Sie sich einmal die Karte an. Dem gesunden Menschenverstand nach würde ein Erdrutsch den See durch eine Barriere oder einen Damm blockieren. Das Wasser braucht jedoch einige Zeit, um den Damm bersten zu lassen. Wo waren die Medien in dieser Zeit? Wo waren all die Telefonverbindungen und die drahtlose Kommunikation? Wo waren all die Bloggers? Weil der Informationsfluß blockiert wurde, kam es zu so einem entsetzlichen Unglück." Warnungen seitens der Experten und in den Medienberichten: Tatsächlich stießen wir auf viele von Experten und Medienvertretern im Internet veröffentlichte Warnungen. Die "Human Flesh Search ( 3 ) über Twitter ergab, daß in mehreren Berichten und Forschungsarbeiten eindringlich vor dem Problem der Bodenerosion im Tal des Bailong Flusses im Bezirk Zhouqu gewarnt wurde. In einem dieser Artikel über Wasserressourcen steht: "Das Problem des Wasserverlustes und der Bodenerosion im Bezirk Zhouqu ist sehr ernst. Die natürliche Umwelt und Ökologie um den Bailong Fluß herum sind in einem verheerenden Zustand, und eine solche Lage ruft Überschwemmungen, Erdrutsche, Schlammlawinen und alle Arten von Naturkatastrophen hervor. Sie bedroht die Sicherheit der Bewohner." In einem Forschungsbericht über das Problem der Erdrutsche am Bailong Fluß, der 2006 von der Universität von Lanzhou erarbeitet wurde, heißt es: "Die Berge sind sehr unstabil geworden und prädestiniert für Naturkatastrophen wie Erdrutsche und Murenabgänge; diese Lage ist das Resultat der Abholzung, der exzessiven Bergbauaktivitäten, der Konstruktion von Wasserkraftwerken und anderen Entwicklungsprojekten". Ein Pressebericht von 2008 erwähnte, daß der Bezirk Zhouqu mit seinen Flüssen und Wäldern einst einer paradiesischen Landschaft glich: "Von den 50er bis zu den 80er Jahren war Zhouqu wie ein Jiangnan liebliche Gegend in Südchina in Gansu, umgeben von herrlichen Wäldern. Als Resultat der ausbeuterischen totalen Abholzung sind die Berghänge der Erosion ausgesetzt worden, und in der Regenzeit gerät das Erdreich häufig ins Rutschen, es gehen Muren und Schlammlawinen ab". Ein weiterer "Twitterer" fand eine andere Pressemeldung von 2008, die von der Erdrutschgefahr in Zhouqu handelt. "Es gab über 60 Erdrutsche in Zhouqu, 13 davon waren so gefährlich, daß sie die Sicherheit der dortigen Einwohner bedrohten. Das Erdrutschproblem sollte bei den Wiederaufbauarbeiten nach dem Erdbeben mit einbezogen werden." Die Geschichte der Abholzung geht bis auf 1958 zurück: "Die natürlichen Ressourcen von Zhouqu wurden seit 1958 ausgebeutet, der Zeit des Großen Sprungs Vorwärts. Öffentlichen Daten des Forstdepartments von Zhouqu zufolge wurde von 1952-1980 eine Fläche von 1,89 Mio. mu ( 4 ) abgeholzt. Der ursprüngliche Wald wurde zu einem künstlichen sekundären Wald degradiert. Zusätzlich hat die illegale Abholzung zu einem jährlichen Verlust von 100.000 Quadratmetern Waldgebiet geführt, mit dem Ergebnis, daß die Ökologie der stützenden Abhänge komplett ruiniert ist. ( 1 ): Radio Free Asia zitiert am 10. August einen tibetischen Bewohner von Drugchu": "Ich hörte von meinen Freunden, daß mindestens 2000 Häuser verschüttet wurden. Meiner Schätzung nach müßten mindestens 4000 Menschen darunter begraben liegen." Ein weiterer tibetischer Bewohner meinte, daß ein Drittel der Toten Tibeter seien und zwei Drittel Chinesen. ( 2 ) Melissa Chan, die China-Reporterin von Al Jazeera, meldete, daß ausländischen Journalisten der Zugang zu der Katastrophenregion verwehrt wird, während chinesische Journalisten willkommen sind. ( 3 ) Dabei geht es um das Aufspüren von Identitäten, Leuten einen Namen geben zu können, deren Bild oder Video man in welchem Zusammenhang auch immer im Internet gesehen hat. ( 4 ) Altes tibetisches Flächenmaß: 1 mu entspricht 67 Quadratmetern. Quelle: Global Voices, http://www.flexform.de/tkpvtbha ( Kurzlink )
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Der Kashag bezeugt den Opfern der Flut- und Erdrutschkatastrophe in Osttibet sein BeileidIGFM München
Der Kashag Kabinett der Tibetischen Zentralverwaltung in Dharamsala ist zutiefst erschüttert über die durch die Erdrutsche in Drugchu ausgelösten Verwüstungen. Der Bezirk Drugchu gehört zur traditionellen nordöstlichen Region Amdo heute Bezirk Zhouqu, TAP Kanlho ( chin. Gannan ), Präfektur Gansu. Das Tal ist nicht von ...
Der Kashag Kabinett der Tibetischen Zentralverwaltung in Dharamsala ist zutiefst erschüttert über die durch die Erdrutsche in Drugchu ausgelösten Verwüstungen. Der Bezirk Drugchu gehört zur traditionellen nordöstlichen Region Amdo heute Bezirk Zhouqu, TAP Kanlho ( chin. Gannan ), Präfektur Gansu. Das Tal ist nicht weit von dem berühmten Kloster Labrang Tashikhyil entfernt. Der Kashag drückt den Überlebenden sein tiefstes Beileid aus und betet darum, daß sie sich bald psychisch und physisch erholen mögen und ihre Häuser wieder aufgebaut werden. Er organisiert am 10. August eine besondere Gebetszeremonie, bei der für die Verstorbenen und die rasche Genesung der Verletzten gebetet wird. Offiziellen Berichten zufolge wurden etwa 300 Häuser verschüttet, nachdem heftige Regenfälle am Sonntag morgen verheerende Erdrutsche und Sturzfluten in Drugchu auslösten. Die Erdrutsche blockierten einen Fluß, der daraufhin über die Ufer trat. Wasser, Felsen, Geröll und Schlamm schossen die Berghänge hinunter und begruben zahlreiche Häuser unter sich. In dieser Gegend wohnen etwa 40.000 Tibeter. In den Medien wurde berichtet, daß etwa 45.000 der betroffenen Einwohner von den staatlichen Rettungskräften evakuiert wurden. Xinhua meldete heute, daß bei den Erdrutschen am Sonntag 337 Menschen ums Leben kamen und noch 1.480 vermißt werden. ( 1 ) Dort ansässige Tibeter sagen, die Katastrophe sei den frenetischen Bergbauaktivitäten und der Abholzung sowie der Aufstauung des Drugchu Flusses zuzuschreiben. Ausgelöst wurde sie durch sintflutartige Regenfälle, wie man sie in der Gegend noch nie erlebt hat. ( 2 ) ( 1 ) Videos der Katastrophe bei BBC: "China landslide death toll jumps", http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-pacific-10918315 ( 2 ) Tsering Woeser hat ein Blog zu der Katastrophe eingestellt: http://woeser.middle-way.net/, zusammengefaßt auf Englisch unter: http://globalvoicesonline.org/2010/08/09/china-zhouqu-landslide-a-man-made-disaster/ Quelle: Department of Information & International Relations ( DIIR ), www.tibet.net
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Gerichtsdokumente über die Inhaftierung eines tibetischen Mönches und die Verurteilung eines SängersIGFM München
Zwei Gerichtsdokumente, die kürzlich aus China geschmuggelt wurden, betreffen die Verurteilung des Sängers Tashi Dhondup * und die eines Mönches aus dem Kloster Labrang.Wie aus dem ersten Dokument hervorgeht, setzten die Behörden in einer tibetisch besiedelten Region in Westchina einen populären Sänger hinter Gitter, weil ...
Zwei Gerichtsdokumente, die kürzlich aus China geschmuggelt wurden, betreffen die Verurteilung des Sängers Tashi Dhondup * und die eines Mönches aus dem Kloster Labrang. Wie aus dem ersten Dokument hervorgeht, setzten die Behörden in einer tibetisch besiedelten Region in Westchina einen populären Sänger hinter Gitter, weil er CDs mit Liedern verbreitete, in denen er die chinesische Herrschaft über Tibet anprangerte. Der 30jährige Tashi Dhondup wurde von der Kommission für Umerziehung-durch-Arbeit der TAP Malho ( chin. Huangnan ) in der Provinz Qinghai zu 15 Monaten "Umerziehung-durch-Arbeit" verurteilt. Da es um eine Administrativstrafe ging, war kein Gerichtsprozeß erforderlich. Der zweite Satz von Gerichtsdokumenten, die einen seltenen Einblick in die Maßnahmen der Regierung gegen Personen vermittelt, die sie einer abweichenden Meinung verdächtigt, handelt von dem Verfahren gegen einen tibetischen Mönch im Zusammenhang mit dem landesweiten Aufbegehren gegen die chinesische Herrschaft 2008. Der schriftlichen Entscheidung der Kommission zur Umerziehung-durch-Arbeit des Bezirks Yulgan zufolge "übertrat" Tashi Dhondup, ein ethnischer Mongole aus dem Bezirk Yulgan ( chin. Henan ), TAP Malho ( Huangnan ), Provinz Qinghai, "die Gesetze", weil er in Liedern die tibetische Unabhängigkeit und den Dalai Lama besungen hat. "Tashi Dhondup verletzte die Gesetze, wie nachstehend aufgeführt. Er wurde am 3. Dezember 2009 von den Beamten der Öffentlichen Sicherheit wegen separatistischer Aktivitäten festgenommen", steht in dem Urteil, das am 5. Januar 2010 von der oben genannten Kommission gefällt wurde. In dem Dokument heißt es weiter, Tashi Dhondup sei von der Bezirkspolizei des Mongolisch-Autonomen Bezirks Yulgan am 16. und 18. April 2009 zur Rede gestellt und verwarnt worden, das Lied mit dem Titel "1958" aus seinem Repertoire zu streichen, weil es an den mißlungenen Aufstand 1958-59 gegen die chinesische Herrschaft erinnere. Der Sänger wurde schließlich in der Provinzhauptstadt Xining verhaftet, nachdem Tausende von Exemplaren seiner Musik-CD "Folter ohne Spuren" auf den Märkten der Gegend aufgetaucht waren. "Er und einige seiner Freunde stellten etwa 3.000 CDs her und verbreiteten sie in 11 Bezirken in Qinghai, Sichuan und Gansu", steht in dem Dokument. Ermittler fanden heraus, daß Tashi Dhondup trotz Verwarnung nicht aufgehört hatte, sein Lied "1958", das von "einem dunklen Jahr, einem Jahr der Furcht, einem Jahr innerer Konflikte, und dem Töten der Bürger durch die Schwarzerde" handelt, zu singen "Diese Liedertexte sind erstunken und erlogen, ihre Themen stellen eine ernstzunehmende Provokation dar", schloß die Kommission. In anderen Liedern drückte der Sänger seinen Wunsch nach tibetischer Unabhängigkeit aus, seine Sehnsucht, das im Exil lebende tibetische Oberhaupt, den Dalai Lama, zu sehen, sowie sein Entsetzen über den Raub an Tibets Schätzen. "Die Person, die diese Liedertexte und Melodien schuf, entkam, aber Tashi Dhondup sang die Lieder, vervielfältigte und verteilte sie", heißt es in dem Dokument. Der Sänger habe "seine Aktivitäten ohne jegliches Zögern zugegeben". Unter dem der Kommission vorgelegten Beweismaterial waren die ins Chinesische übersetzten Texte der Lieder, die Tashi Dhondup gesungen hatte, auch einige seiner Lieder, in denen er die Unabhängigkeit für Tibet forderte, sowie Zeichnungen und Fotos, die ihn beim Singen zeigen, und außerdem Zeugenaussagen. "In Übereinstimmung mit den Bestimmungen 4 und 13 der Verordnung für Umerziehung-durch-Arbeit des Staatsrates Chinas wird Tashi Dhondup für ein Jahr und drei Monate, vom 3. Dezember 2009 bis zum 2. März 2011, zur Zwangsarbeit abkommandiert". Tashi Dhondup stehe das Recht zu, innerhalb von 60 Tagen ab dem Urteil bei der Kommission für Umerziehung-durch-Arbeit Berufung einzulegen, oder beim Bezirksgericht innerhalb von drei Monaten, heißt es weiter. Die Bevölkerung von Huangnan ist mehrheitlich tibetisch, mit einer großen Anzahl von Mongolen und einer geringeren Anzahl von Han-Chinesen. Mönch wegen seiner Rolle 2008 ins Gefängnis geworden Das zweite Dokument, das einen Gerichtsprozeß in der Provinz Gansu betrifft, vermittelt einen detaillierten Einblick in den Fall eines tibetischen Mönches, der im Zusammenhang mit dem landesweiten Aufstand von 2008 gegen die chinesische Herrschaft verurteilt wurde. In einem am 21. Mai 2009 vom Mittleren Volksgericht in der TAP Kanlho ( chin. Gannan ) gefällten Urteil wird der tibetische Mönch Thabkhe Gyatso schuldig gesprochen, am 14. März 2008 bei den Straßenprotesten tibetische Schneelöwen-Flaggen mit sich getragen und anderen weitergereicht sowie Informationen an "separatistische" Gruppen im Ausland geliefert zu haben. Das mit drei Richtern besetzte Gericht stellte fest, dass der 31jährige Mönch aus dem bekannten Kloster Labrang am 22. März 2008 inmitten eines Aufstandes der Tibeter, der die ganze Region erfaßt hatte,festgenommen worden sei. Er wurde formell am 29. April 2008 verhaftet, eine Prozedur, die in fast jedem Fall einer strafgerichtlichen Verurteilung vorangeht. Den Gerichtsdokumenten zufolge "ist er gegenwärtig in dem Haftzentrum der Abteilung für Öffentliche Sicherheit der Provinz Gansu inhaftiert". "Tsondu Gyatso, der ebenfalls an dem Protest teilnahm, bezeugte in seiner Aussage die Anwesenheit von Thabkhe Gyatso bei dem Protest vom 14. März", steht in dem Urteil. Ein weiterer Zeuge, Sonam Gyatso, der ebenfalls an der Demonstration teilgenommen hatte, bezeugte, er habe "gehört, wie Thabkhe Gyatso Parolen rief und die Flaggen in die Höhe hielt Vier Fotos beweisen, daß Thabkhe Gyatso bei der Protestaktion dabei war". "Der Angeklagte gestand, daß er die Schnee-Löwen-Flagge während der Demonstration in der Hand hielt Beweise für die Beteiligung von Thabkhe Gyatso fanden sich außerdem in den Papieren und Computern, die von dem Sicherheitsbüro von Kanlho beschlagnahmt wurden. Das Gericht verwirft den Einwand des Angeklagten, er habe keine Unabhängigkeits-Parolen gerufen, denn mehrere Zeugen bestätigten, daß er sich solcher Aktivitäten schuldig gemacht habe". "Daher gelangte das Gericht zu dem Schluß, daß Thabkhe Gyatso andere Personen zur Durchführung von separatistischen Aktivitäten aufhetzte, es spricht ihn der Verletzung der Art. 55, 56, und 103 des Strafgesetztes der Volksrepublik China schuldig und verurteilt ihn zu 15 Jahren Gefängnis und Entzug der politischen Rechte für weitere fünf Jahre". Das Urteil, in dem es weiter heißt, daß Thabkhe Gyatso das Recht zusteht, innerhalb von 10 Tagen bei dem Höheren Volksgericht von Gansu Berufung einzulegen, ist von dem vorsitzenden Richter Bai Yuanlian, der Richterin Cho Lhamo und dem Richter Li Yuanhong unterzeichnet. * 30. Januar 2010: "Tibetischer Sänger wegen "subversiver Lieder" zu über einem Jahr verurteilt/" http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ctc/2010/VerurteilungenNagchu-MalhoSog_27.1.html Quelle: RFA Die Tibeter haben auch fast sechzig Jahre nach dem Einmarsch chinesischer Truppen keine Mitbestimmung in ihrem eigenen Land. Freiheitsrechte existieren für sie nicht, jede Form von Protest oder Kritik am Regime hat Gewaltanwendung, willkürliche Verhaftungen und Folter zur Folge. Seit über 50 Jahren wird Tibet brutal von China unterdrückt, es findet ein regelrechter Völkermord statt, detaillierte Informationen, siehe: www.igfm-muenchen.de/tibet/tibetstart.html
Adelheid Dnges IGFM Packenreiterstr. 18 81247 Mnchen Telefon: 089/8113574 Fax: - Internet: http://www.igfm-muenchen.de EMail: tibet@igfm-muenchen.de
Tibetischer Schriftsteller Kunga Tsayang zu fünf Jahren Gefängnis verurteiltIGFM München
Kunga Tsayang, ein tibetischer Schriftsteller und Photograph, der Anfang dieses Jahres festgenommen worden war (1), wurde letzte Woche unter der Anklage der Weitergabe von Staatsgeheimnissen zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, wie das Tibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD) aus zuverlässiger Quelle erfuhr.Am er ...
Kunga Tsayang, ein tibetischer Schriftsteller und Photograph, der Anfang dieses Jahres festgenommen worden war (1), wurde letzte Woche unter der Anklage der Weitergabe von Staatsgeheimnissen zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, wie das Tibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD) aus zuverlässiger Quelle erfuhr. Am 17. März 2009 wurde er von den chinesischen Behörden in seinem Kloster Labrang in der Provinz Gansu verhaftet, weil er auf der Website "Notizen" (tib. Zin-drils) angeblich Essays politischen Inhalts über Tibet veröffentlicht hatte. Der Quelle zufolge wurde Kunga Tsayang am 12. November 2009 von dem Mittleren Volksgericht von Kanlho in der TAP Gannan, Provinz Gansu, zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Am selben Tag wurde auch der Gründer der einflußreichen tibetischen Literatur-Website Chodme ("Butterlampe") aus dem Bezirk Machu, TAP Kanlho, wegen Verstoßes gegen die nationale Sicherheit zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Kunga Tsayang, ein Mönch des Klosters Labrang Tashikyil in Amdo, schrieb unter dem Pseudonym "Sonne des Schneelandes" (tib. Gang-nyi), er war ein Amateur-Photograph, ein passionierter Autor und erfreute sich unter seinen Landsleuten großer Beliebtheit. Gebürtig aus Chigdril in der Präfektur Golog, wurde er zuerst Mönch im Kloster Lungkar und studierte später im Kloster Labrang und an einer Universität in Peking. Kunga war weit und breit in ganz Tibet herumgekommen. Durch seine Tätigkeit als Photograph dokumentierte er vor allem die Umweltschäden auf dem tibetischen Hochland und deren Auswirkungen auf die Bevölkerung. Seine Reiseberichte handeln von den Besonderheiten der Topographie und Landschaft des Hochplateaus, der Kultur, dem Brauchtum und dem religiösen Erbe Tibets. Er war außerdem für die Umweltorganisation Nyenpo Yutsae Kyekham in Golog tätig. Er schrieb Artikel wie "Wer sind die wahren Separatisten?" (2), "Tibeter, wir müssen die Wahrheit über AIDS erkennen!", "Lhasa ist nicht mehr das Lhasa von früher", "China muß sich bei Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama entschuldigen" und "Wir Tibeter sind die wahren Zeugen". Über die Jahre haben die chinesischen Behörden wiederholt tibetische Schriftsteller, Blogger und Publizisten schikaniert, inhaftiert und zu langen Haftstrafen verurteilt, die gar nicht offen demonstrierten, sondern einfach nur über die Rechte des tibetischen Volkes, seine Kultur, Religion und die empfindliche Umwelt schrieben und die Ansichten der Tibeter darüber zum Ausdruck brachten. Seit den landesweiten Protestaktionen im vergangenen Jahr stand Kunga Tsayang unter intensiver Beobachtung durch die chinesischen Behörden. Bei einer mitternächtlichen Razzia in seinem Kloster am 17. März 2009 wurde er dann festgenommen. Seine Angehörigen und Freunde hatten keine Ahnung, wo er sich seitdem befand, sie hörten erst wieder von ihm, als er letzte Woche vor Gericht gestellt wurde. Das TCHRD hegt ernste Bedenken bezüglich der Fairneß dieses Prozesses, der im Geheimen und hinter verschlossenen Türen stattfand. Das Zentrum mahnt die chinesische Regierung eindringlich, die grundlegenden Menschenrechte des tibetischen Volkes zu respektieren. (1) 25. März 2009: "Ein tibetischer Schriftsteller und Photograph in der Provinz Gansu verhaftet" http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2009/KunsangTseyangWriter_DzogchenDege_25.3.html (2) 29. März 2009: "Kunga Tsayang: Wer sind die wahren Separatisten?" http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ctc/2009/KungaTsayang_Separatist.html Quelle: Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD), www.tchrd.org
Die Tibeter haben auch fast sechzig Jahre nach dem Einmarsch chinesischer Truppen keine Mitbestimmung in ihrem eigenen Land. Freiheitsrechte existieren für sie nicht, jede Form von Protest oder Kritik am Regime hat Gewaltanwendung, willkürliche Verhaftungen und Folter zur Folge. Seit über 50 Jahren wird Tibet brutal von China unterdrückt, es findet ein regelrechter Völkermord statt, detaillierte Informationen, siehe: www.igfm-muenchen.de/tibet/tibetstart.html
Adelheid Dönges IGFM Packenreiterstr. 18 81247 München Telefon: 089/8113574 Fax: - Internet: http://www.igfm-muenchen.de EMail: tibet@igfm-muenchen.de
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