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03.09.2010 13:29 | Wirtschaft | zurück

Konsument & Handel


Kein Glück mit dem deutschen Verbraucher


Der Handel hat kein Glück mit dem deutschen Verbraucher: Er will nicht so, wie er soll!
Seit der Wiedervereinigung ist der Umsatz im deutschen Handel praktisch nicht mehr gestiegen, die Verbraucher geben ihr Geld für andere Dinge aus oder sie haben einfach kein Geld.
Was sind die Trends, die das Kaufverhalten der Konsumenten in den nächsten Jahren beein¬flussen? Hier sind folgende Aspekte zu nennen wie die Ulrich Eggert Consulting in Köln in ihrer Studie Konsument & Handel unter www.ulricheggert.de aktuell feststellt:
Die Menschen werden immer älter: Im Jahre 2035 sind über 35 % aller Deutschen über 60 Jahre alt.
Singelisierung: Immer mehr Menschen leben alleine, vor allen Dingen handelt es sich dabei um ältere Frauen.
Feminisierung: Das Wissen wird weiblich und wer das Wissen hat, hat irgendwann auch die Entscheidungskompetenz und die Macht.
Deutsche geben vor allen Dingen für vier Bereiche ihr Geld besonders gerne aus, nämlich Reisen, Autos, Gesundheit und Möbel.
Die Bevölkerung in Deutschland wird zunehmend von Migranten/-Innen bestimmt.
Die Konsequenz aus all diesen Aspekten ist eine zunehmende Individualisierung: Man macht nicht das, was der Nachbar schon längst getan hat, sondern man möchte selbst agieren und das anders!
Die Armut nimmt weiter zu.
Ursache dafür ist vor allen Dingen die zunehmende Bildungsmisere.
Die Erbschaften wachsen zwar, aber sie können mangelnde Einkommen nicht ausgleichen und fallen außerdem nur an wenige Glückliche.
Die Einwohnerzahlen nehmen bereits heute ab und nicht erst wie geschätzt ab 2012.
Werte und Ethik bestimmen immer stärker das Einkaufsverhalten, der Lifestyle of Health and Sustainability ( LOHAS ) führt zu einem Green Business.
Das Internet nimmt Einfluss auf alle Aspekte des menschlichen Lebens.
Die Verbraucher suchen zunehmend einen Plus-Faktor bei ihren Einkäufen: Alles soll gesund, bequem, schön - aber trotzdem billig sein. Dienstleistungen verdrängen immer mehr die Waren¬nachfrage, bereits 52 % aller Ausgaben eines durchschnittlichen Haushaltes sind heute für Dienstleistungen vorbehalten und die restlichen 48 % werden nicht vom klassischen Handel bestritten, sondern erhebliche Anteile davon sind für das Auto reserviert, werden auf Reisen im Ausland ausgegeben oder für Waren, die direkt bei der vertikal aufgestellten Industrie erworben werden.
Die Wirtschaftskrise hat dazu geführt, dass insbesondere der Mittelstand leidet er hat ein hohes Anspruchsniveau aufgebaut, ist jedoch von Lohnstopp, Streichung von Erfolgsbeteili¬gungen und Boni, ja sogar Gehaltskürzungen stark betroffen. Er versucht, seinen Lebens¬standard zu halten, indem er sein Geld strategischer ausgibt: Morgens Lidl, Aldi & Co. abends Restaurant oder Champagner vom Discounter. Er versucht, Feinkost zu kaufen, geht dafür aber heute zum Discounter. So entsteht eine Neue Mitte in der Nachfrage, die letztlich durch Herunterziehen von luxuriöseren Produkten gebildet ist. Der Mittelstand betreibt Smart Shop¬ping, um sich seinen kleinen Luxus zu erhalten um die Familienreise einmal im Jahr beizube¬halten, den Zweitwagen für die Ehefrau und die Hobbys für die Kinder. Das Ergebnis ist ein Zuwachs im Discount und eine Neue Mitte im Angebot.
Es ist leider keineswegs zu erwarten, dass der bereits wieder eingesetzte Wirtschaftsaufschwung dazu führt, dass die Verbraucher künftig über wesentlich mehr Einkommen verfügen, denn insbesondere die Gesundheitskosten und andere, zum großen Teil staatsgeprägte Ausgaben werden wachsen, denn der Wirtschaftsaufschwung wird automatisch wieder zu einer Steigerung der Energie¬kosten führen.
Das bedeutet, dass der Konsumgüternachfrage auch in den nächsten Jahren kein Wachstum beschert wird. Der Wettkampf von Handel und Industrie um das Geld der Verbraucher geht in eine neue Runde, schärfer als je zuvor!
Details und kostenlose Downloads/Kurzstudien/Grafiken unter www.ulricheggert.de.





Suchbegriffe: alterung feminisierung migranten einkommen senioren individualisierung


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