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Verortung im Österreichpavillon auf der EXPO Shanghai
Wie Kunst und Design einen wirtschaftlichen Beitrag leisten können, beweist Künstler Biedermann auf der Expo.
Der Displacer, eine neu entwickelte Projektionstechnik des Medienkünstlers Friedrich Biedermann, demonstriert auf eindrucksvolle Weise wie Hightechmaterial zu Kunst wird.
Der Displacer Der Künstler Friedrich Biedermann beschreibt: "Es findet eine Verortung des Pavillons im Pavillon statt, eine Ausstellung in der Ausstellung. Der Besucher wird bereits beim Betreten der Lobby auf die Themenwelt sensibilisiert.
Der Displacer - Glasfaserkabel, Projektion, Licht: Mit seinem Displacer erzeugt der Medienkünstler Friedrich Biedermann den Raum im Raum. Die Lobby des EXPO-Pavillon wird Fläche und Objekt zugleich. Ansichten/ Farbcodes des Pavillons werden gefilmt, eingescannt und auf sechzehn Ansichten aufgeteilt. Diese werden mittels einer speziell für diese Installation entwickelten Glasfasertechnik auf die Wände projiziert. Konstruktive Elemente, wie die sechseckigen Kacheln des EXPO-Gebäudes, spielen dabei genauso eine Rolle wie die Farbstimmungen der Bilder. Biedermann mischt die Farben neu und stellt sie mit Hilfe dieser Medieninstallation abstrakt dar. Die Bilder fließen in jeden Winkel des Raums. In der Choreographie des Displacer platziert, entziehen sich die Körpergrenzen, vermischen sich die Räume. Der Raum selbst wird durch das Medium Displacer scheinbar aufgehoben. Der Besucher wird beim Betreten der Lobby durch diesen Stimulus auf die Themenwelten des Österreich-Pavillon eingestimmt.
Der Displacer - ist ein Projektionstool. Bei diesem Kunstprojekt funktionieren die Glasfaserkabel entgegen ihrem ursprünglichen Sinn. Die Internettechnologie wäre heute ohne Glasfasern undenkbar. Mit ihrer Hilfe werden Daten übertragen. Biedermann verwendet die Glasfasern zum visualisierten Übertragen von Bildern. Er splittet die Bilder auf, projiziert sie in den Raum und illuminiert ihn. Der Displacer verleiht dem Raum neue Dimensionen, neue Sichtweisen, neue Gefühle.
Der Displacer - beschrieben durch den international renommierten Medien- und Konzeptkünstler Peter Weibel: "Friedrich Biedermann zeigt uns nicht eine Skulptur und Architektur, wie früher, aus klassischen Materialien, die einen Körper beschreiben. Er demonstriert uns mit immateriellen Medien die zeitgenössische Raumerfahrung, die sowohl real und virtuell, als auch ortsgebunden und ortlos ist."
Der Displacer - vervollständigt in der VIP-Lobby das außergewöhnliche Design des Österreich-Pavillons. Auf der EXPO 2010 trifft Wirtschaft auf Kunst und Design.
Der Displacer eine neu entwickelte Projektionstechnik entstand in Kooperation mit der Vorarlberger Leuchtenfirma Zumtobel. Sie hat die Installation mit den benötigten Licht-Generatoren und Optiken unterstützt und eine technisch beratende Funktion bei der Realisierung übernommen.
Friedrich Biedermann lebt und arbeitet in Wien.
Friedrich Biedermann
Friedrich Biedermann
Geboren 1975 im tirolerischen Hopfgarten, war Friedrich Biedermann schnell klar, dass eine Übernahme des familieneigenen Elektrotechnik-Betriebes für ihn nicht in Frage kam. Die Entscheidung zur Kunst fiel früh und wurde von seinen ebenfalls sehr musisch begabten und kreativen Eltern nie gebremst. Aus dem elterlichen Betrieb nahm er dennoch etwas mit: Die Faszination für Energie. Der Hang zu Materialien, die angetrieben oder durch eigene Kraft dynamisches Verhalten entwickeln, entstand mitten in den heimischen Materiallagern.
Im Alter von 19 Jahren zog es Biedermann nach Wien, wo er an der Universität für angewandte Kunst seine Ideen verwirklichen und realisieren konnte. Die Professorin Brigitte Kowanz erkannte sein Talent und verschaffte dem Tiroler nach Ende seiner Studienzeit einen Lehrauftrag an der Angewandten, wodurch Biedermann noch intensiver an seinen Projekten arbeiten und sie technisch wie auch inhaltlich vorantreiben konnte. Doch acht Jahre später beschloss er, sich von seinem Lehrauftrag zu verabschieden, um sich auf seine eigenen Produktionen konzentrieren zu können. Biedermann betont: "Meiner Meinung nach ist es wichtig, nach einiger Zeit Platz zu machen für neue Ideen und jüngere Kollegen, um das System breiter zu füllen."
Durch Biedermanns Arbeiten zieht sich immer wieder die Idee der Auflösung der Räume sowohl im dimensionalen als auch im konzeptuellen Sinn. Der Displacer wirft in ständiger Bewegung befindlich Bilder von Körperteilen an mehrere Wände, die Spacelense wirft durch Licht und Ventilatoren bewegte Bilder in den Raum, und bei den Education Lyrics sorgt das verwendete Plexiglas für ein Schattenspiel, das die Verortung der einzelnen Worte "verwirrt".
Biedermanns bevorzugte Arbeitsmaterialien: Plexiglas, Aluminium, selbstgebaute Motoren und Licht: "Licht gibt mir derzeit die perfekte Möglichkeit, Bilder zu kreieren und umzusetzen, um meinen Lösungen so nahe wie möglich zu kommen", betont Biedermann. Für den 34-Jährigen müssen Materialien "bereits eine gewisse Alltagsgeschichte" haben damit er sie entfremden kann. Insofern definiert er Licht als ein Material, mit dem er Bilder "malen" kann.
Sieglinde Gtze ( Geschftsfhrerin )
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