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Überaus harte Urteile für zwei Mönche des Klosters Drepung in Lhasa
IGFM München
Wie das Tibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie, www.tchrd.org, erst jetzt aus zuverlässiger Quelle erfuhr, verurteilte das Mittlere Volksgericht von Lhasa im Juni 2010 zwei Mönche des Klosters Drepung zu schweren Haftstrafen.
Die Mönche Jampel Wangchuk und Kunchok Nyima wurden wegen ihrer Aktivitäten im März 2008 zu lebenslangem Freiheitsentzug bzw. zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.
Am 10. März 2008 veranstalteten etwa 350 Mönche des Klosters Drepung einen Protestmarsch in Richtung Lhasa Stadt ( 1 ). Die Polizei hielt sie an und versperrte ihnen den weiteren Weg, weshalb die Mönche in Hungerstreik traten. Einige wurden festgenommen und die anderen ins Kloster zurückbefohlen. Mönche, die aus den Provinzen Sichuan und Qinghai stammen, wurden an ihre Herkunftsorte deportiert.
Am 11. April 12008 wurden Jampel Wangchuk und Kunchok Nyima im Kloster Drepung verhaftet, und seitdem gab es keine neuen Informationen über sie. Wahrscheinlich im Juni 2010 verurteilte das Mittlere Volksgericht Jampel Wangchuk zu lebenslanger Haft und Kunchok Nyima zu 20 Jahren Gefängnis. Es wurde nichts darüber bekanntgegeben, wo sie ihre Strafen verbüßen müssen.
Der 51jährige Jampel Wangchuk, mit Laiennamen Tsephel, stammt aus der Gemeinde Tsotoed, Kreis Phenpo Lhundup, Bezirk Lhasa. 1982 trat er ins Kloster ein und erwarb ein profundes Wissen in den heiligen Schriften. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme war er der Zuchtmeister des Klosters. Der 41jährige Kunchok Nyima gehört der Gemeinde Zari, Bezirk Dzoge, TAP Kardze, Sichuan, an.
Im Frühjahr 2008 wurden zahlreiche Mönche aus Drepung festgenommen; von etwa 40 weiß man, daß sie zu Gefängnisstrafen unterschiedlicher Länge verurteilt wurden. Der Verbleib von Ngawang Chonyi, Ngawang Serthod und eines Kochs mit Spitznamen Dickerchen ( tib. Gyakpa ) ist immer noch unbekannt. Im August 2009 starb der Mönch Gyalpo an den Folgen schwerer Folterungen im Gefängnis ( 2 ).
Das Kloster Drepung steht immer noch unter intensiver Bewachung der Behörden. Ein aus 60 Personen bestehendes Arbeitsteam unter der Leitung von hochrangigen Beamten der Regierung der Autonomen Region Tibet ( TAR ), des Nationalen Volkskongresses der TAR und der Politischen Volks-Konsultativkonferenz unterziehen die Mönche täglichem Unterricht in Politik und Recht. Eine Einheit der Bewaffneten Volkspolizei ( PAP ) hat unter dem Vorwand, sich als Feuerwehr im Falle eines Brandes zu betätigen, in dem Kloster Stellung bezogen.
( 1 ) 11. März 2008: Dutzende von Tibetern wegen friedlicher Proteste in Lhasa festgenommen, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2008/ProtestLhasa10March.html
( 2 ) 10. September 2009: Ein Mönch des Klosters Drepung starb nach schwerer Folterung in chinesischer Haft, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/diir/2009/NgawangWoebelDrepung_10.9.html
Adelheid Dnges
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